20.10.2014, 12:14 Uhr

Ein Haus mit Tradition in Seeboden

Goldene Zeiten: Der Moserhof begann als Gasthaus mit nur wenigen Zimmern (Foto: KK)

Der Moserhof blickt auf eine lange Geschichte zurück.

SEEBODEN (ven). Das Hotel Moserhof in Seeboden ist seit 1968 in Familienbesitz. Robert Mosers Eltern haben das ehemalige Gasthaus aus einer Konkursmasse erweorben. Damals war das Haus bekannt für seine Kellerbar.

Tourismus im Aufschwung

"80 Prozent der Gäste sind damals mit dem Zug gekommen", erinnert sich Senior-Chef Robert Moser. "Wir sind mit Taferln am Bahnhof gestanden und haben sie abgeholt. Es war eine lustige Zeit." Auch in der Gastronomie war damals einiges anderes, habe man doch bis zu 160 Liter Wein und bis zu 600 Mahlzeiten pro Tag verkauft. Anfangs betrieb Moser das Geschäft noch mit seinem Bruder. "Wir hatten aber bald keine Köpfe mehr zusammen, also machte ich ab 1970 circa alleine mit 19 Jahren weiter", blickt er zurück. Seine Mutter Theresa arbeitete damals noch im Hintergrund mit.

Doppelte Belastung

1970/71 hat er das Haus bis auf das Erdgeschoß abgerissen und baute Zimmer dazu. "Nun hatten wir 46 Betten." 1979 lernte er seine spätere Frau Karin kennen. "Das Geschäft war im Winter hart. Ich war nebenbei noch Hoteldirektor im Berghotel Maltatal und am Reißeck", so Moser. Nach der Geburt des zweiten Kindes sagte Karin endlich "Ja". "Durch meine doppelte Berufstätigkeit war ich eigentlich vorübergehend auch nur Gast in meinem eigenen Haus", schmunzelt Moser.

Goldene Zeiten

Ein wichtiger Wirtschaftszweig damals waren die Frühstücksbusse. "Die Busunternehmen haben auf dem Weg nach Jugoslawien bei uns Halt gemacht, wir haben dann 120 bis 160 Frühstücke, oft ab zwei Uhr morgens, vorbereitet." Damals werkelte Frau Karin oft alleine im Betrieb. "Es war die goldene Zeit des Tourismus", so Moser.

Erste Erweiterung

Nachdem das Nachbargebäude zwei Mal abgebrannt ist, konnte Moser die Liegenschaft erwerben und nutzt den Platz, um seinen Betrieb zu erweitern. Somit kamen 1993 eine Sauna, ein Hallenbad und nochmals 20 Zimmer dazu.

Kooperationen

Zwei bis drei Jahre später eröffnete er eine Pizzeria auf der Seite der Hauptstraße. "Damals fuhren hier noch nicht so viele Autos durch", blickt er zurück. Moser war überhaupt immer schon innovativ. "Wir waren die ersten am See, die mit Wintertourismus begonnen haben", erklärt er. Durch ein Arrangement mit den Innerkremser Bergbahnen konnten die Hausgäste günstige Liftkarten für das Schigebiet erwerben.

Moser war auch Initiator der MHK - der Millstätter Hotel Kooperation. Insgesamt zwöfl der größten Hotels rund um den See mit vier Sternen sind dabei. "Jeder Betrieb hat nun auch im Winter offen. Die "Forelle" in Millstatt macht sich gerade winterfit. Wir sind in Kärnten die einzige Region mit zwei guten Saisonen", ist Moser stolz.

Verkauf oder Fortführung?

Langsam wurde es für Familie Moser an der Zeit, sich Gedanken über die Zukunft des Betriebes zu machen. "Wir haben es trotz Krisen und Schwierigkeiten mit viel Fleiß und eigener Entbehrung geschafft", so Moser. Tochter Franziska und auch Sohn Bernd absolvierten beide Ausbildungen im Hotelfach. Bernd, der auch lange in der gehobenen Gastronomie tätig war, hat sein Hobby zum Beruf gemacht und betreibt eine von seinen Großeltern gepachtete Landwirtschaft mit Rinder- und Dressurpferdezucht. Insgesamt zwölf bis 14 Mutterkühe und drei bis fünf Zuchtstuten und insgesamt 20 Pferde nennt er sein eigen. Er bewirtschaftet auch rund zwölf Hektar Acker und Wiese und betriebt eine Forstwirtschaft und ein Jagdgebiet im Maltatal.

Neues Leben

Tochter Franziska und ihr Mann Gerhard Winkler übernahmen schließlich 2011 den Betrieb ihrer Eltern. Winkler ist gelernter Gärntnermeister und stammt aus der Gärtnerfamilie Winkler in Seeboden. Durch "Nachbarschaftshilfe" lernte er Franziska kennen und übersiedelte 2008 in den Moserhof. Von der Arbeit mit Pflanzen musste er nun auf Menschen umsatteln. "Pflanzen reden nicht zurück", schmunzelt Winkler. Gattin Franziska ergänzt: "Aber von Menschen bekommt man Feedback." Winkler hat sich in kürzester Zeit sämtliches Wissen im Hotelfach angeeignet und ist der perfekte Gastgeber.

"Er hat hier auch noch genug Fläche, um sich mit den Pflanzen auszutoben", so die Chefin. Seit 2007 hat der Moserhof auch einen großzügig angelegten Schwimmteich mit einem Hot Pot.

Nächste Generation

Insgesamt rund drei Millionen Euro wurden von dem Paar in den letzten Jahren in die Modernisierung des Moserhofes investiert. 2014 war das Glück mit der Geburt von dem kleinen Moritz perfekt. Vielleicht wird auch er eines Tages die Familientradition fortführen.
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