Weihnachtseinkauf NÖ
400 Millionen Euro für Geschenke - Das ändert sich heuer
- Weihnachten stärkt die lokale Wirtschaft: Wolfgang Ecker, Präsident der Wirtschaftskammer Niederösterreich, Niederösterreichs Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, Elisabeth Ivancich, Geschäftsführerin Buch KRAL
- Foto: Tanja Handlfinger
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Die Weihnachtszeit ist in Niederösterreich traditionell die intensivste Phase des Jahres für den Handel. Rund 400 Millionen Euro fließen heuer in Geschenke – ein kräftiger Konjunkturschub, der Arbeitsplätze absichert und die Innenstädte belebt. Doch die Rahmenbedingungen verändern sich rasant.
NÖ/ST. PÖLTEN. „Der Handel spürt weiterhin die verhaltene Konsumlaune. Die positive Entwicklung im ersten Halbjahr 2025 gibt jedoch Anlass zur Hoffnung auf einen leichten Anstieg der Weihnachtseinkäufe. Auch Wirtschaftsforscher erwarten eine moderate Erholung des privaten Konsums – das Weihnachtsgeschäft könnte dafür den Auftakt bilden“, erklären Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und Wolfgang Ecker, Präsident der Wirtschaftskammer NÖ, bei einem Lokalaugenschein bei der Buchhandlung Kral in St. Pölten.
Aktuelle Zahlen der KMU Forschung Austria zeigen, dass 90 Prozent der Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher heuer planen, Christkind zu spielen und dabei durchschnittlich 300 Euro ausgeben.
„Die Befragung zeigt eine wachsende Bereitschaft, regionale Angebote zu nutzen“
, freut sich WKNÖ-Präsident Wolfgang Ecker über den positiven Trend zum Einkauf vor Ort. Insgesamt geben 36 Prozent der Befragten an, in diesem Jahr verstärkt in den Geschäften ihrer Umgebung einzukaufen (2024: 31 Prozent), 22 Prozent möchten verstärkt regionale Produkte erwerben (2024: 17 Prozent), und 22 Prozent planen vermehrt in österreichischen Onlineshops einzukaufen (2024: 17 Prozent).
- Johanna Mikl-Leitner bei Buch Kral in St. Pölten.
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61 Prozent kaufen zwischen Ende November und Anfang Dezember ein. Gleichzeitig wächst das Bewusstsein für regionale Betriebe: 36 Prozent möchten heuer mehr in ihrer Region einkaufen – ein Plus von fünf Prozent.
Onlinekauf boomt weiterhin
Klar ist: Die Menschen kaufen anders ein als noch vor wenigen Jahren. 63 Prozent planen Weihnachtseinkäufe im Internet, im Schnitt rund 200 Euro. Mehr als ein Drittel aller Geschenke wird online gekauft. Für Elisabeth Ivancich, Geschäftsführerin der Buchhandlung Kral (St. Pölten), ist das ein deutliches Signal: „Der stationäre Handel muss online mitdenken. Nur wer beides verbindet, bleibt wettbewerbsfähig.“ Ivancich setzt auf die Kombination aus Geschäft vor Ort und Onlineverkauf.
Buchhandel: Begegnung, Beratung und regionale Vielfalt
Auch im Buchhandel zeigt sich ein klares Bild: Die Menschen wollen wieder ins Geschäft. „Echte Beratung und echte Begegnung – das macht den Unterschied“, betont Iancich.
2025 hat der Buchhandel stark auf regionale Autorinnen und Autoren, nachhaltige Geschenkideen und persönliche Empfehlungen gesetzt. Die Kundinnen und Kunden honorieren das.
Spannend: 80 Prozent der Onlinebestellungen landen nicht vor der Haustür, sondern in der Buchhandlung – und werden dort abgeholt. Der Standort in St. Pölten punktet zudem mit hoher Stammkundschaft und enger Zusammenarbeit mit Schulen, Kulturpartnern und der Stadt.
Billigplattformen unter Druck – EU zieht die Notbremse
Der Wettbewerbsdruck im Onlinehandel ist enorm – befeuert durch Billigplattformen aus Drittstaaten. 4,6 Milliarden Pakete aus Staaten außerhalb der EU erreichten 2024 Europa, 91 Prozent davon aus China. Viele davon noch immer zollfrei.
"Das schwächt regionale Betriebe, gefährdet Arbeitsplätze und belastet die Umwelt", so Mikl-Leitner. Nun kommt Bewegung hinein: Die EU hat neue Regelungen beschlossen, die diese Praxis einschränken sollen. 2025 könnte damit das letzte ungeregelte Weihnachtsgeschäft für Temu, Shein und Co. sein. Voraussetzung ist allerdings, dass Zollkontrollen konsequent funktionieren.
„Fahr nicht fort, kauf im Ort“ – jetzt erst recht
Die branchenübergreifende Regionalitätskampagne #ichkauflokal der Wirtschaftskammer Niederösterreich spricht sich klar für die Regionalität in Niederösterreich aus. Über diese Plattform sind derzeit 24 regionale Gutscheinsysteme gelistet, die die wichtigsten Einkaufsstädte Niederösterreichs abdecken – von Amstetten bis Wiener Neustadt. Damit können Beschenkte aus einer Vielzahl an regionalen Angeboten wählen und gleichzeitig den heimischen Handel stärken.
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