Spardruck bei Gemeinden
Bürgermeister schlagen Alarm, Projekte liegen im Bezirk auf Eis

Der dritte Bauabschnitt der Grubtalsiedlung in Wilhelmsburg musste 2025 verschoben werden. | Foto: Tanja Handlfinger
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Gemeinden im Bezirk stehen unter Druck, es fehlt das Geld. MeinBezirk hat nachgefragt, wo gespart werden muss.

BEZIRK ST. PÖLTEN. Gibt man mehr Geld aus, als man verdient, dann wird es mit der Zeit richtig knapp. Ein Dilemma, vor dem aktuell auch die Gemeinden im Bezirk St. Pölten stehen. Schon längst können mit den Einnahmen die zahlreichen Gemeindeausgaben nicht mehr gedeckt werden. Im EU-Vergleich zählen Österreichs Kommunen sogar zu den finanzschwächeren, wie eine aktuelle Studie des KDZ-Zentrums für Verwaltungsforschung zeigt.

Umlagen sind Problem

Viel Spielraum haben die Bürgermeister also nicht. So manches Projekt muss verschoben werden. Der Spardruck ist groß – auch in der Gemeinde Böheimkirchen, erzählt Orts-Chef Franz Haunold. „Wir sparen natürlich auch, wo es sinnvoll ist und haben die letzten Jahre auch auf unseren Gebührenhaushalt aufgepasst.“ Dadurch habe Böheimkirchen ein positives Budget 2026 und einen positiven Rechnungsabschluss 2025 zusammenbekommen. „Natürlich sind unsere größeren Projekte nach hinten verschoben worden und wir prüfen jede größere Investition, ob wir sie nicht schieben können. Das größte Problem sind die Umlagen des Landes NÖ. Diese steigen mehr als unsere Einnahmen und daher haben wir jedes Jahr weniger Spielraum“, erklärt er.

Herausfordernde Zeiten

Sehr ähnlich schildert Wilhelmsburgs Bürgermeister Peter Reitzner die Situation. „Viele Ausgaben sind gesetzlich vorgegeben oder ergeben sich aus laufenden Pflichtaufgaben einer Gemeinde. In diesen Bereichen gibt es kaum Möglichkeiten, Einsparungen vorzunehmen“, erklärt er. Deshalb könne man den Sparstift vor allem bei den freiwilligen Leistungen ansetzen. „Gerade davon gibt es in Wilhelmsburg jedoch viele, weil wir unseren Bürgern ein breites Angebot bieten möchten.“ Die Ertragsanteile, die den Gemeinden zur Verfügung gestellt werden, stagnieren seit Jahren. „Gleichzeitig steigen die Umlagen und Beiträge, die an das Land abgeführt werden müssen, kontinuierlich an. Die Schere zwischen Einnahmen und Ausgaben geht daher immer weiter auseinander“, so Reitzner. Durch Umstrukturierungen und Einsparungen in nahezu allen Bereichen konnten in Wilhelmsburg rund 100.000 Euro eingespart werden. In Wilhelmsburg wurde im vergangenen Jahr der dritte Bauabschnitt der Grubtalsiedlung verschoben. „Dieses Vorhaben haben wir jedoch heuer wieder aufgenommen. Alle drei Bauabschnitte zusammen verursachen innerhalb von vier Jahren Investitionen von rund sechs Millionen Euro“, so der Bürgermeister weiter.

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