29.11.2017, 16:00 Uhr

FH St. Pölten entwickelt Kommunikationsplattform für ältere Menschen

Die Plattform könnte die soziale Isolation älterer Menschen reduzieren, wenn diese das Haus nicht mehr verlassen können (Foto: FH St. Pölten / Mario Ingerle)

Die Fachhochschule St. Pölten entwickelt in einer Projektreihe eine einfach zu bedienende Kommunikationsplattform mittels Fernseher und Tablet für ältere Menschen. Heute wurde die Plattform bei den "Digi Play Days" in Wien vorgestellt.

ST. PÖLTEN (red). Ältere Menschen sind mit dem Bedienen von Geräten durch die technischen Anforderungen oft überfordert. Dies erschwert die soziale Teilnahme der Menschen an kostengünstigen und gebrauchstauglichen Informations‐ und Kommunikationsdiensten.

Soziale Isolation reduzieren

In zwei Projekten mit dem Titel BRELOMATE (Breaking Loneliness with Mobile Interaction and Communication Technology for Elderly) entwickelten und testeten Forscher der FH St. Pölten in den letzten Jahren einen Prototypen für eine Spiele-, Informations- und Kommunikationsplattform für das Kartenspiel Schnapsen und für Videotelefonie. Eine solche Plattform könnte die soziale Isolation älterer Menschen reduzieren, wenn diese das Haus nicht mehr verlassen können. Ein Fernseher bildet in Kombination mit einem Steuerungstablet das Herzstück der Plattform.

Von der Spieleplattform zur Hilfe für Einkauf und betreutes Wohnen

Das vor Kurzem gestartete Projekt mit dem Namen Umbrello untersucht nun, um welche Funktionen die Plattform erweitert werden könnte. So könnten beim betreuten Wohnen etwa sozialmedizinische Dienste und Angehörige mit älteren Menschen über die Plattform in Kontakt treten. Durch computergestütztes, von Menschen angeleitetes Training, könnte der Fernseher zu Fitnessübungen motivieren. Experten könnten in Online‐Fragestunden Fragen zu Pflege, Hygiene, Bewegung und Ernährung beantworten.

Durch eine einfach zu bedienende Plattform könnten Senioren auch an Online-Einzelhandel teilnehmen. Durch das Vernetzen mit der regionalen Wirtschaft könnte dies Nahversorgung und regionales Gewerbe unterstützen. Und durch Open‐Government‐Initiativen und BürgerInnen‐Services könnte die Plattform Behördengänge und Partizipation für ältere Menschen erleichtern und damit deren Integration und Gleichstellung stärken.

Gemeinsam mit der Regionalplanungsgemeinschaft Pielachtal als Projektpartnerin wird die FH St. Pölten Workshops abhalten, die den Bedarf nach solchen Diensten erheben und Möglichkeiten für die Plattform ausloten. An den Workshops werden neben Senioren auch Vertreter von Gemeinden, Handel, Gewerbe, Gesundheitsbereich und Bildungseinrichtungen teilnehmen.

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