29.09.2016, 15:01 Uhr

Müde Augen im Büro? Was beim Office-Eye-Syndrom hilft

So unangenehm trockene und müde Augen bei der Arbeit sein können – das Office-Eye-Syndrom lässt sich mit ein paar einfachen Maßnahmen behandeln. (Foto: gespag)
STEYR. Rote, brennende Augen, verschwommene Sicht und das Gefühl als würde ein Sandkorn über die Augenoberfläche reiben – was für Kontaktlinsenträger ein
altbekanntes Problem ist, trifft vermehrt auch Normalsichtige. Permanente Bildschirmarbeit oder ausgedehnte Spielsessions am Computer sind häufiger Grund für die Beschwerden. Felix Buder, Leiter der Abteilung für Augenheilkunde am LKH Steyr erklärt die Hintergründe des sogenannten „Office-Eye-Syndroms“ und gibt Tipps, was Betroffene dagegen tun können.
„Andauernde Bildschirmarbeit ist eine echte Belastungsprobe für unser Auge“, weiß der Experte, „durch den konzentrierten Blick auf den Monitor sinkt die Lidschlagfrequenz und die Horn- und Bindehaut werden nicht mehr ausreichend mit Tränenflüssigkeit benetzt.“ Hinzu kommt gerade im Herbst und Winter eine – durch das Heizen – trockene Umgebungsluft. Müde, juckende und trockene Augen, verklebte Augenlider und Kopfschmerzen sind die Folge.
Wer vom Office-Eye-Syndrom betroffen ist, sollte die Beschwerden jedoch nicht stillschweigend akzeptieren. „Fehlt es dem Sehorgan permanent an Flüssigkeit, so wird die Hornhaut anfälliger für Verletzungen. Zudem steigt auch das Risiko einer Bindehautentzündung, da Viren und Bakterien die natürlichen Abwehrmechanismen des Auges leichter überwinden können“, weiß Buder.

Dem Office-Eye-Syndrom entgegenwirken
So unangenehm trockene und müde Augen bei der Arbeit sein können – das Office-Eye-Syndrom lässt sich mit ein paar einfachen Maßnahmen behandeln. In erster Linie sollten Personen, die viel Bildschirmarbeit leisten, darauf achten, regelmäßig zu blinzeln. Dazu ist es gerade in Konzentrationsphasen manchmal nötig, bewusst an diesen Prozess zu denken.
Um optimal arbeiten zu können, braucht das Auge zudem Pausen und Flüssigkeit. Es wird empfohlen, sich regelmäßige Auszeiten von der Arbeit am Monitor zu erlauben und diese, wenn möglich, an der frischen Luft zu verbringen. Wiederkehrendes Lüften und ausreichend Wasser sind schließlich nicht nur für das Auge eine Wohltat, auch der Konzentration ist Frischluft und genug zu Trinken überaus zuträglich.

Den Arbeitsplatz im Auge behalten
Auch die Heizung im Winter sowie Klimaanlagen in den wärmeren Jahreszeiten können – wenn falsch genutzt – dem Auge zu schaffen machen. Deshalb ist es wichtig, bei der Arbeit möglichst nicht in zugigen Räumen zu sitzen bzw. für genügend Luftfeuchtigkeit zu sorgen.
„Während der Arbeit am Computer sollte der Blickwinkel auf den Bildschirm leicht nach unten fallen und der Abstand zwischen Monitor und Augen etwa 50 bis 80 Zentimeter betragen“, empfiehlt der Augenfacharzt. Um die Augen nicht zusätzlich zu ermüden, ist auch auf eine ausreichende Beleuchtung zu achten.
Lassen sich die Beschwerden mit diesen einfachen Hilfsmitteln nicht in den Griff bekommen und besteht die Trockenheit über einen längeren Zeitraum hinweg, so können Betroffene auch sogenannte „künstliche Tränen“ als Tränenersatzhilfsmittel verwenden. In diesem Fall sollte jedoch im Vorfeld ein Augenfacharzt zu Rate gezogen werden: Es gilt auszuschließen, dass der Augentrockenheit eine andere Ursache zu Grunde liegt. „Auch falsche Brillen, eine bisher unerkannte Fehlsichtigkeit oder bestimmte Allgemeinerkrankungen können die Symptome des Office-Eye-Syndroms hervorrufen“, so Buder abschließend.
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