Nicht lustig
Rote Karte für Bgm. Paul Hauser

Der Matreier Ortschef mit dem Schrieb, der an ihn und auch an seinen Steinacher Amtskollegen geschickt wurde.
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  • Der Matreier Ortschef mit dem Schrieb, der an ihn und auch an seinen Steinacher Amtskollegen geschickt wurde.
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Ein besonders engagierter Impfgegner hat dem Matreier Ortschef einen brisanten Schrieb zukommen lassen.

MATREI. Bgm. Paul Hauser dachte zuerst an eine verfrühte Weihnachtskarte, als er das an ihn persönlich adressierte Kuvert öffnete. Bei näherem Hinsehen entpuppten sich die maschingeschriebenen Zeilen auf rotem Papier aber als wilde Unterstellung: "Sie und Ihre Partei nötigen die Bevölkerung durch einschränkende Maßnahmen zu einem Impfexperiment", heißt es darin unter anderem, und: "Seien Sie sicher, dass Sie für dieses Verbrechen einmal zur Rechenschaft gezogen werden!" Der Verfasser bleibt dabei – logisch – anonym, Absender findet sich keiner.

Hauser: "Falsche Adresse!"

Für Hauser war es in seiner bisher 18-jährigen Amtszeit als Bürgermeister der erste und hoffentlich einzige Brief drohender Art. "Momentan war ich schon verstört", gibt er zu. Er hat daher auch mit der PI Steinach-Wipptal Kontakt aufgenommen. Dort wurde ihm geraten, das Ganze "nicht überzubewerten". Das will der Matreier Ortschef auch nicht tun, dennoch ärgert er sich über die feige Vorgangsweise und dass er bei dem Thema überhaupt zum Handkuss kommt: "Wir Bürgermeister sind in der Politik das letzte Glied. Sehr vieles wird auf uns abgewälzt. Es gibt aber keinen Kollegen in der Region, der jemandem zum Impfen drängen würde, in keinster Weise! Die Bürgermeister also bitte aus der Diskussion raushalten, solche Schreiben sind unnötig!" Wie unnötig sie sind, zeigt sich auch in Steinach: Der dortige Bgm. Thomas Stockhammer hat haargenau denselben Brief erhalten und diesen sofort entsorgt.

Persönliches "Ja" zur Impfung

Derweil wird im Wipptal fleißig weitergeimpft – die Nachfrage ist groß, das Angebot bei den niedergelassenen Ärzten auch. Auch Bgm. Paul Hauser ist geimpft, er erhielt vor kurzem den dritten Stich. Zuvor war er im vergangenen Jahr selbst Corona-positiv: "Gott sei Dank ist die Infektion bei mir mild verlaufen, ich bin auch schon Mitte 60. Andererseits kenne ich selbst junge, gesunde Menschen, die an Covid verstorben sind", erzählt Hauser und berichtet weiters: "Ich bin dann trotzdem nicht postwendend impfen gerannt, sondern habe mich ausführlich aufklären lassen und mich dann dafür entschieden. Ich bin froh, dass ich es getan habe."
Für Skeptiker hat der Bürgermeister also Verständnis: "Die Impfpflicht sehe auch ich kritisch, die bringt natürlich Unstimmigkeiten. Nichtsdestotrotz wird es wohl leider nichts nützen. Mit der Impfung kann ich mich und die Menschen in meinem Umfeld schützen. Ein pflichtbewusster Staatsbürger sollte nicht nur auf seine Rechte pochen, sondern manchmal auch eine Pflicht wahrnehmen." Nachsatz: "Wenn mir nächstes Mal jemand in der Sache etwas mitteilen oder mich etwas fragen möchte – bitte gerne, ich würde allerdings ein persönliches Gespräch vorziehen!"
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Außer Zweifel: Die Problematik rund um Corona treibt mehr als fragwürdige Blüten.
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