Zeitfenster - Eine Plattform der Begegnung

Wilhelm Zimmermann aus Wildermieming (l.) und Siegfried Köll aus Mieming im Gespräch mit Erich Ledersberger (r.).
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  • Wilhelm Zimmermann aus Wildermieming (l.) und Siegfried Köll aus Mieming im Gespräch mit Erich Ledersberger (r.).
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Die Veranstaltungsreihe „Zeitfenster: Brücken in die Generationen“ der Gemeinden Mieming und Wildermieming brachte in den ersten Novemberwochen mit vielfältigen kulturellen Aktivitäten viele Menschen aus den unterschiedlichsten Altersgruppen zusammen. Ein besonderer Punkt auf dem Programm waren die „Dorfgespräche“, die viele interessierte Zuhörerinnen und Zuhörer ins Atelier Tiefengraber nach Wildermieming lockten. Die Protagonisten des Abends, Wilhelm Zimmermann und Siegfried Köll, öffneten ein Fenster in die Vergangenheit und bauten mit ihren lebensgeschichtlichen Erzählungen eine Brücke in die Gegenwart.

Dorfgespräche im Atelier

Das Erzählen verbindet nicht nur Menschen miteinander. Durch den kommunikativen Akt wird ebenso kulturelles Wissen vermittelt. So hatten auch Wilhelm Zimmermann aus Wildermieming (geb. 1932) und Siegfried Köll aus Mieming (geb. 1938) viel zu erzählen: Über eine Zeit, die nicht nur von Verzicht und Krieg, sondern auch von schönen Erinnerungen geprägt war.
Wilhelm Zimmermann erinnerte sich wohlgelaunt an seine Schulzeit: „Meine Eltern wollten nicht, dass ich zur Schule ging, weil die Hauptschule in Telfs war. Aber es ging nicht anders. Damals hatten alle Angst vor den Angriffen amerikanischer Flieger. Nur wir Schüler nicht. Wir freuten uns, denn bei Fliegeralarm war schulfrei.“ Doch trotz den schwierigen Umständen wussten die jungen Menschen ihre Freizeit zu gestalten. Mit dem Fahrrad fuhren Wilhelm Zimmermann und seine Freunde nach Telfs, um ins Kino zu gehen. Mit den ersten Hörfunkgeräten hatte man nun auch zu Beginn der 1940er Jahre zuhause ein Unterhaltungsmedium. Siegfried Köll, ein leidenschaftlicher Musiker, kam mit 30 Jahren – als wohl der jüngste Direktor zu dieser Zeit in Tirol – nach Mieming. Er leitete die damals neu eingerichtete Hauptschule und kam ebenso als Kapellmeister seiner Berufung nach. Seine Ausbildung absolvierte er in Innsbruck, in einer Stadt, die sich langsam von den Auswirkungen des Zweiten Weltkrieges erholte. Das zerstörte Stadtbild der Landeshauptstadt prägt allerdings heute noch beide Zeitzeugen.

Dorfleben damals - heute

„Früher war alles im Dorf. Wir hatten unsere Arbeit hier, weil unterschiedlichste handwerkliche Berufe und Ausbildungen im Dorf angeboten wurden. Heute muss man gezwungenermaßen das Dorf verlassen, weil die meisten handwerklichen Berufe im Ort ausgestorben sind“, so Wilhelm Zimmermann. Dem stimmt auch Siegfried Köll zu und fügt hinzu: „Das Dorfleben war damals anders, viel familiärer. Das Dorf war eine Einheit und alles hat sich im Ortszentrum abgespielt. Heute haben sich die Verhältnisse geändert und es gibt auch mehr Möglichkeiten. Aber das Miteinander von damals und heute kann nicht verglichen werden.“

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