Alte Tradition kehrt nach Telfs zurück
Fronleichnams-Altäre säumen wieder den Prozessionsweg

Ein besonderer Glücksfall ist ein original erhaltener Altar, der einst vor dem Hotel Munde stand. Das barocke Schmuckstück befindet sich bis heute im Besitz von Mundewirt Rainer Härting.  | Foto: MGT/Hackl
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  • Ein besonderer Glücksfall ist ein original erhaltener Altar, der einst vor dem Hotel Munde stand. Das barocke Schmuckstück befindet sich bis heute im Besitz von Mundewirt Rainer Härting.
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Wenn am Fronleichnamstag, dem 4. Juni 2026, die Prozession wieder durch die Straßen von Telfs zieht, wird sich den Besuchern ein besonderes Bild bieten: Zum zweiten Mal flankieren historische Fronleichnams-Altäre den Weg durch den Ort und lassen damit eine beinahe vergessene Tradition neu aufleben.

TELFS. Was früher selbstverständlich war, geriet über Jahrzehnte in Vergessenheit. Noch bis in die 1960er-Jahre standen entlang des Prozessionsweges vier kunstvoll gestaltete Altäre, an denen während der Feierlichkeiten die Evangelien verlesen wurden. Danach verschwand das Brauchtum nach und nach aus dem Ortsbild.

Historische Altäre im Fokus

Die Idee zur Wiederbelebung stammt von Franz Seewald, Vorstandsmitglied der Kulturinitiative Hörtenberg (KIH). Gemeinsam mit KIH-Obmann Hans Sterzinger und zahlreichen Helfern machte er sich daran, die historischen Altäre wieder nach Telfs zu holen – ein Projekt, das viel Engagement, Organisation und Leidenschaft erforderte.
Ein besonderer Glücksfall war dabei ein original erhaltener Altar, der einst vor dem Hotel Munde stand. Das barocke Schmuckstück befindet sich bis heute im Besitz von Mundewirt Rainer Härting. Dieser stellte den Altar nicht nur zur Verfügung, sondern baut ihn gemeinsam mit seiner Familie jedes Jahr vor dem Hotel in der Untermarktstraße auf. Der Unterbau wurde von Franz Seewald gemeinsam mit einem Tischler neu angefertigt, die Restaurierung übernahm der Künstler Wernfried Poschusta aus Tarrenz.

Drei Altäre wurden angekauft

Die drei weiteren Altäre mussten eigens angekauft werden. Einer stammt aus Blons in Vorarlberg und wurde bereits 2014 von der Kulturinitiative erworben. Heute wird er von Thomas Haas betreut und am historischen Standort vor dem ehemaligen Elternhaus der Familie Haas aufgestellt.
Ein weiterer Altar kam aus dem Kloster Waisach in der Kärntner Gemeinde Greifenburg nach Telfs. Sein Platz befindet sich beim „Bader Jaggl“ im Obermarkt, wo Erwin und Doris Schmittner die Betreuung übernommen haben.
Der vierte Altar wurde schließlich 2015 in Meckenbeuren in Baden-Württemberg erworben. Er steht heute beim Haus der Familie Bartl in der Einbergerstraße und wird von Urban Sterzinger sowie Franz Seewald aufgebaut.
Für Transport und Organisation zeichneten vor allem Franz Seewald, Hans Sterzinger und Hansjörg Hofer verantwortlich, die die Altäre gemeinsam nach Telfs brachten.

Foto: MGT/Hackl

Bereits zu Fronleichnam 2025 ...

... waren die vier Altäre erstmals wieder öffentlich zu sehen. Die Resonanz aus der Bevölkerung fiel durchwegs positiv aus. Viele Besucher zeigten sich beeindruckt von der liebevollen Gestaltung und der sichtbaren Wertschätzung für das traditionelle Brauchtum.
Auch bei der Kulturinitiative Hörtenberg freut man sich über den gelungenen Neustart der alten Tradition. Finanziert wurde das gesamte Projekt aus Eigenmitteln sowie mit Unterstützung von Sponsoren. Für die Initiatoren ist die Rückkehr der Fronleichnams-Altäre weit mehr als ein dekorativer Beitrag zur Prozession – sie verstehen sie als sichtbares Zeichen für die Pflege von Tradition, Identität und gelebtem Brauchtum in der Marktgemeinde Telfs.

Foto: MGT/Hackl

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