Austausch zwischen Jung und Alt
Wenn regionale Sagen Menschen zusammenführen
- Unter der Leitung von Franziska Strohmayr wurden kleine Flöten gebaut, mit denen die Teilnehmer:innen versuchten, Vogelstimmen nachzuahmen.
- Foto: Rotes Kreuz Salzburg
- hochgeladen von Theresa Vogl
Mit dem Projekt „MITSAMMEN – Sagenhaftes Miteinander“ wurde in Puch bei Hallein ein kreativer Begegnungsraum für Generationen geschaffen. Regionale Sagen, gemeinsames Gestalten und künstlerische Workshops standen beim Auftakt Anfang Mai im Mittelpunkt.
PUCH. Der Park des Rotkreuz-Seniorenwohnhauses in Puch wurde Anfang Mai zum Treffpunkt für Kinder, Jugendliche und ältere Menschen. Mit dem generationenübergreifenden Kunstprojekt „MITSAMMEN – Sagenhaftes Miteinander“ startete dort eine Veranstaltungsreihe, die Kunst, regionale Erzähltraditionen und sozialen Austausch miteinander verbindet. Organisiert wird das Projekt von der Künstlergruppe MoKuBa unter der Leitung von Felix Igler, unterstützt vom Land Salzburg.
- Rund 50 Teilnehmer:innen aus allen Generationen nahmen mit großer Begeisterung an den Workshops teil.
- Foto: Rotes Kreuz Salzburg
- hochgeladen von Theresa Vogl
Im Zentrum des ersten Veranstaltungstages stand die Sage der „Halleiner Zeiserlfänger“. Die historische Erzählung über einen entflogenen Zeisig diente als kreative Grundlage für verschiedene Workshops und künstlerische Zugänge. Rund um das mobile Atelier von MoKuBa entstand dabei ein offener Raum für Begegnung und gemeinsames Arbeiten. Projektleiter Felix Igler betont:
„Unser Anspruch als Künstlerinnen und Künstler ist es, Räume zu schaffen, in denen Begegnung ganz selbstverständlich passiert. Wenn Kinder, Jugendliche sowie Seniorinnen und Senioren gemeinsam an einer Idee arbeiten, entstehen nicht nur Kunstwerke, sondern echte Verbindungen.“
- In ihrem Workshop führte Evelyn Hesch (stehend) die Teilnehmer:innen in die Welt des kreativen Schreibens.
- Foto: Rotes Kreuz Salzburg
- hochgeladen von Theresa Vogl
Kreative Zugänge zur regionalen Sage
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnten aus mehreren Workshops wählen, die sich jeweils auf unterschiedliche Weise mit der Sage auseinandersetzten. In einem Musikworkshop wurden kleine Flöten gebaut, mit denen Vogelstimmen nachgeahmt wurden. Ein Schreibworkshop widmete sich kreativen Texten und Gedichten aus der Perspektive eines Vogels. Ergänzt wurde das Programm durch einen interaktiven Storytelling-Workshop, bei dem die Teilnehmerinnen und Teilnehmer den Verlauf der Geschichte aktiv mitgestalteten.
- Im interaktiven Storytelling-Workshop kombinierte Dario Ackermann (4. v.l.) klassische Erzähltradition mit modernen interaktiven Elementen.
- Foto: Rotes Kreuz Salzburg
- hochgeladen von Theresa Vogl
Besonderes Augenmerk lag auf dem Austausch zwischen den Generationen. Schülerinnen und Schüler der Volksschule arbeiteten gemeinsam mit Bewohnerinnen und Bewohnern des Seniorenwohnhauses sowie Besucherinnen und Besuchern des Tageszentrums. Die unmittelbare Nähe verschiedener Bildungs- und Sozialeinrichtungen in Puch bietet dafür laut den Organisatorinnen und Organisatoren ideale Voraussetzungen. Bürgermeisterin Barbara Schweitl betont die Bedeutung solcher Initiativen für die Gemeinde:
„Solche Projekte zeigen eindrucksvoll, wie wertvoll der direkte Austausch zwischen den Generationen ist. Hier entsteht ein Miteinander, das unsere Gemeinde nachhaltig prägt.“
Kunst als Ort der Begegnung
Das mobile Atelier von MoKuBa bildete gemeinsam mit Pavillons und Zelten einen barrierefreien Veranstaltungsraum im Garten des Seniorenwohnhauses. Zum Abschluss des Tages wurden die entstandenen Werke und Ideen präsentiert. Dadurch konnten auch Angehörige und weniger mobile Bewohnerinnen und Bewohner am Projekt teilhaben.
- Sie sorgten gemeinsam für einen gelungenen Nachmittag im Seniorenwohnhaus Puch (v.l.): Christian Präauer (Haus- und Pflegedienstleiter, Seniorenwohnhaus Puch, Rotes Kreuz), Barbara Schweitl (Bürgermeisterin Puch), Evelyn Hesch (Leiterin Schreib-Workshop), Franziska Strohmayr (Leiterin Musik-Workshop), Dario Ackermann (Leiter interaktiver Storytelling-Workshop), Felix Igler (Leiter der Künstler:innengruppe MoKuBa und Projektverantwortlicher), Sabine Schröter (Betreutes Wohnen Puch, Hilfswerk), Alexander Holzer (Seniorenwohnhaus Puch, Rotes Kreuz).
- Foto: Rotes Kreuz Salzburg
- hochgeladen von Theresa Vogl
Die Veranstaltungsreihe ist langfristig angelegt. Neben der Gemeinde Puch und dem Roten Kreuz Salzburg beteiligen sich unter anderem die Volksschule Puch, das Salzburger Hilfswerk und der Verein Freizeitbetreuung. Weitere Termine sind bereits für Juli und Oktober geplant. Auch dabei sollen regionale Sagen im Mittelpunkt stehen und aus unterschiedlichen künstlerischen Perspektiven neu interpretiert werden.
Weitere Termine des Projekts
3. Juli – Sage: „Kaiser Karl im Untersberg“: Die zweite Veranstaltung des Projekts widmet sich der Sage rund um Kaiser Karl im Untersberg.
- Aquarell-Workshop: Unter der Leitung von Marion Sauer setzen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer kreativ mit der Sage auseinander und gestalten eigene Aquarellbilder nach dem Vorbild von John Singer Sargent.
- Bildhauer-Workshop: Felix Igler lädt dazu ein, Figuren aus Speckstein zu gestalten. Gemeinsam entstehen Zwerge und Edelleute, die mit Kaiser Karl am „Steinernen Tisch“ sitzen könnten.
- Schreib-Workshop: Evelyn Hesch beschäftigt sich mit dem Thema Selbstreflexion. Ausgehend von der Sage entstehen Texte und Gedichte über Aufschieben, persönliche Erkenntnisse und Zukunftswünsche. Symbolisch begleitet wird der Workshop von einem Rabenmotiv.
- Ausgehend von Vogelbildern entstanden Texte und Gedichte, die die Perspektive eines Vogels einnahmen.
- Foto: Rotes Kreuz Salzburg
- hochgeladen von Theresa Vogl
2. Oktober – Sage: „Der Putzgauch“: Beim dritten Termin steht die regionale Sage vom „Putzgauch“ im Mittelpunkt.
- Bildhauer-Workshop: Felix Igler gestaltet gemeinsam mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern fantasievolle Figuren aus Wurzeln und Schwemmholz und nähert sich damit der Frage, wie der Putzgauch ausgesehen haben könnte.
- Collagen-Workshop: Jasmin Hubmann entwickelt mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern Collagen rund um das Leben des Putzgauchs und dessen Geschichten.
- Musik-Workshop: Franziska Strohmayr erarbeitet mit Geräuschen, Stimmen und Requisiten ein gemeinsames Hörspiel, das die Sage musikalisch lebendig werden lässt.
Das könnte dich auch interessieren:
Aktuelle Nachrichten aus Salzburg auf
Du möchtest kommentieren?
Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.