Starke Vernetzung für mehr Sicherheit in Tirol

Tirols Einsatzorganisationen arbeiten bei den verschiedensten Einsätzen exzellent zusammen.
  • Tirols Einsatzorganisationen arbeiten bei den verschiedensten Einsätzen exzellent zusammen.
  • Foto: Hassl
  • hochgeladen von Sieghard Krabichler

TIROL. „Dank der ausgezeichneten Leistungen sowie der hervorragenden Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Organisationen und dem Land Tirol können wir bereits jetzt den Bürgerinnen und Bürgern ein starkes Maß an Sicherheit für Tirol garantieren. Nun wollen wir uns noch stärker vernetzen, um das Sicherheitsniveau in Tirol weiterhin hoch zu halten“, kündigte LH Platter rund 500 Mitgliedern der Einsatzorganisationen an. Zudem werde das Thema Sicherheit ein Schwerpunkt in der Regierungsarbeit 2016 sein.

Hoher Stellenwert der Sicherheit

„Dass Sicherheit einen hohen Stellenwert in Tirol hat, zeigt nicht nur die Vielzahl der ehrenamtlich Tätigen bei Feuerwehr, Berg-, Wasser- oder Höhlenrettung, sondern auch die jährliche finanzielle Unterstützung durch das Land Tirol“, ist Sicherheitsreferent LHStv Geisler überzeugt. So wendet das Land rund 50 Millionen Euro für Rettungs- und Warndienste sowie für das Feuerwehrwesen und den Zivil- und Katastrophenschutz auf. „Dieses Geld ist gut investiert. Es ist die Basis für das Funktionieren der Einsatzorganisationen und der Grundstock für die bestmögliche Ausbildung und Ausrüstung der Mitglieder“, so LHStv Geisler. Sicherheit bedeutet aber auch bestmöglichen Schutz vor Naturgefahren. Weitere 50 Millionen Euro investiert Tirol jährlich in den Schutzwald, die Wildbach- und Lawinenverbauung sowie in den Hochwasserschutz. Darüber hinaus wies der Katastrophenschutzreferent darauf hin, dass es gerade in einem Gebirgsland wie Tirol keine hundertprozentige Sicherheit geben könne und jede und jeder Einzelne auch Eigenverantwortung trage.
Maßnahmen für Einsatzorganisationen
LH Platter sprach im Zuge des Sicherheitsempfangs seinen großen Dank an die VertreterInnen der Einsatzorganisationen aus. „Sie bilden einen wichtigen Grundpfeiler für die Sicherheit in unserem Land und leisten hervorragende Arbeit. Beweise dafür sind derzeit die Flüchtlingskrise, die Murenkatastrophen im Sellraintal und in See des vergangenen Sommers, aber auch die sinkende Kriminalitätsrate in unserem Land. Gemeinsam wollen wir nun die richtigen Stellschrauben anziehen, um die Vernetzung und Zusammenarbeit mit dem Land Tirol noch weiter zu stärken“, so LH Platter.

Hubschrauber für den Zivil- und Katastrophenschutz in Tirol

Dazu gehöre auch die Anschaffung eines Landeshubschraubers für den Zivil- und Katastrophenschutz, wie bereits mit dem Bundesministerium für Inneres im Herbst beschlossen wurde. „Der Regierungsantrag dazu wird morgen von der Tiroler Landesregierung beschlossen“, informierte LH Platter. „Damit stellen wir am Standort Tirol eine ganzjährige Einsatzbereitschaft eines Hubschraubers für den Katastrophenschutz sicher.“ Dieser soll darüber hinaus speziell für den hochalpinen Raum und die Bekämpfung von Waldbränden ausgerüstet sein.
Ausgebildete Katastrophen- und Krisenmanager
Bei Katastrophen und Krisen sind neben dem Land Tirol und den diversen Einsatzorganisationen auch die BürgermeisterInnen und GemeindevertreterInnen gefragt. Sie werden ab heuer verstärkt geschult. „Die Schulungen werden in verschiedenen Modulen über die nächsten fünf Jahre von Expertinnen und Experten des Katastrophenmanagements abgehalten. Ziel ist es, die Entscheidungsträger zu kompetenten Krisen- und Katastrophenmanager auszubilden“, erläutert LH Platter das Schulungskonzept. Die Schulungen finden vor Ort in den Bezirken statt.

Die Einsatzorganisationen:

Bundesheer in Tirol:
3.000 bereitgestellte SoldatInnen
130.000 Mannstunden zur Bewältigung des Flüchtlingsstroms
30.000 Mannstunden für die Katastrophenhilfe

Landespolizei in Tirol:
Personal: 1.800 PolizistInnen
2016 Neuaufnahme von 200 PolizistInnen
Kriminalität: 2015 Rückgang der Kriminalität – Aufklärungsrate von über 50 Prozent
Verkehr: historischer Tiefstand der bei Verkehrsunfällen verletzten Personen (4.450) bei Zunahme der getöteten Personen (54)

Landesfeuerwehr Tirol:
359 Feuerwehren
32.619 Mitglieder
12.245 Einsätze

Rettungsdienst Tirol:
MitarbeiterInnen Rotes Kreuz: 8.098 (davon 6.975 Ehrenamtliche, 573 Angestellte und 550 Zivildiener)
Großeinsätze in 2015:
Murenabgänge in Paznaun- und Sellraintal – 2.300 Mannstunden
Flüchtlingseinsatz: 26.000 Einsatzstunden bei der Betreuung von 69.477 Flüchtlingen

Wasserrettung Tirol:
15 Einsatzstellen

2.500 Mitglieder (davon 685 Jugendliche und 400 aktive RetterInnen)
177 Alarmeinsätze

Bergrettung Tirol:
92 Ortsstellen
4.400 ehrenamtliche Mitglieder
2.110 Einsätze mit insgesamt 25.818 Stunden Einsatzzeit

Statements Vertreter der Einsatzorganisationen:

Generalmajor Helmut Baur, Militärkommandant von Tirol
„Das Bundesheer leistet Schutz und Hilfe, wenn andere nicht mehr können. Wir sichern den Luftraum, stellen Lufttransport für Sicherheitskräfte oder setzen Soldaten für Objekt- und Grenzschutz sowie zur Bewältigung des Flüchtlingsstroms ein.“

Helmut Tomac, Landespolizeidirektor Tirol
„Die 2.000 in Tirol tätigen Polizistinnen und Polizisten haben die überaus großen Herausforderungen in Zusammenhang mit den Flüchtlingsbewegungen vorbildlich gemeistert und dafür gesorgt, dass die Kriminalität, die Verkehrssicherheit und die übrigen Aufgabenfelder der Polizeiarbeit dennoch kein Defizit erleiden.
All das wäre ohne die in Tirol beispielgebende Zusammenarbeit zwischen den Gebietskörperschaften, den Sicherheitseinrichtungen sowie den Hilfs- und Rettungsorganisationen nicht in dieser Qualität möglich gewesen. Dieser Zusammenhalt macht stark und stolz zugleich! Dafür darf ich mich als Landespolizeidirektor für Tirol bei allen Verantwortungsträgern aufrichtig bedanken!“

Heinz Wolf, Landesrettungskommandant Tirol:
„Ich bin sehr stolz, dass es uns neben der Bewältigung des täglichen Rettungsdienstes immer wieder gelingt, bei Großereignissen auch unsere Spezialkräfte zusätzlich sofort in den Einsatz zu bringen.“

Peter Hölzl, Landesfeuerwehrkommandant Tirol:
"Der Austausch von Ressourcen schafft einen Mehrwert und die Gemeinsamkeiten zwischen den Organisationen rücken in den Vordergrund. Dass wir uns persönlich kennen, unser Wissen teilen, uns gegenseitig akzeptieren und unterstützen – das macht die Organisationen stark und das bietet in weiterer Folge der Bevölkerung Sicherheit. Die Netzwerke als Geflecht voneinander unabhängiger Akteure und die Flächendeckung bilden das soziale Kapital von Nonprofit-Organisationen. Darüber hinaus braucht es eine ausgebildete Mannschaft, Fahrzeuge und Geräte, um unser Handwerk auszuüben und professionelle Einsätze abzuwickeln. Das funktioniert mit der Unterstützung des Landes, der Gemeinden und jedes Einzelnen."

Hermann Spiegl, Landesleiter der Bergrettung Tirol
„Das Zusammenspiel der Rettungsorganisationen an den verschiedenen Schnittstellen ist für die Bergrettung Tirol extrem wichtig. Gerade in einem Land mit speziellen geographischen Rahmenbedingungen wie Tirol lassen sich die Grenzen der Zuständigkeitsbereiche nicht immer 100 Prozent exakt definieren. Daher ist es umso wichtiger hervorzuheben dass die Zusammenarbeit zwischen Bergrettung und anderen Blaulicht-Organisationen bereits seit Jahrzehnten reibungslos funktioniert!"

Markus Kostner, Landesleiter der Wasserrettung Tirol:
„Wir sind dankbar für dieses Vernetzungstreffen, denn Zusammenarbeit ist wichtiger denn je. So auch bei einer gemeinsamen Kampagne mit dem Land Tirol und dem Jugendrotkreuz an Tiroler Schulen, um Kindern das Schwimmen wieder näher zu bringen. Denn Schwimmen rettet Leben – und wir stellen mit Besorgnis fest, dass immer mehr Kinder Nichtschwimmer sind.
Darüber hinaus stellen uns die geänderten klimatischen Verhältnisse vor neue und große Herausforderungen (Hochwasser), für die uns das Land Tirol in den letzten Jahren gut ausgerüstet hat.“

Autor:

Sieghard Krabichler aus Tirol

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