Mattle und Leja folgen nach
Zwei Neue in der Tiroler Landesregierung

Annette Leja folgt Bernhard Tilg,  hier im Bild mit Ärztlicher Dir. Adalbert Liener und Architekt Karlheinz Röck
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  • hochgeladen von Sieghard Krabichler

Wirtschaftslandesrätin Patrizia Zoller-Frischauf und Gesundheitslandesrat Bernhard Tilg haben zwei neue Nachfolger. Platter verliert "verlässliche Partner". Anton Mattle und Annette Leja folgen nach.

TIROL. „Patrizia Zoller-Frischauf und Bernhard Tilg waren seit Beginn meiner Regierungszeit 2008 verlässliche Mitglieder der Landesregierung. Insbesondere in den letzten 14 Monaten, während der größten Gesundheits- und Wirtschaftskrise seit dem zweiten Weltkrieg, haben die beiden engagiert und mit vollem Einsatz gearbeitet, um Tirol gut durch die Krise zu bringen. Ich möchte mich ausdrücklich für die jahrelange vertrauensvolle und konstruktive Zusammenarbeit bedanken. Patrizia Zoller-Frischauf und Bernhard Tilg waren in den letzten Jahren wichtige Stützen. Ich wünsche den beiden für die Zukunft alles Gute“, zollt Landeshauptmann Günther Platter den beiden scheidenden Mitgliedern der Landesregierung seinen Respekt.

Der Tiroler Landeshauptmann wird dem Parteivorstand der Tiroler Volkspartei morgen als Nachfolger für Patrizia Zoller-Frischauf den derzeitigen Landtagsvizepräsidenten und Bürgermeister von Galtür, Anton Mattle, vorschlagen: „Anton Mattle hat als Bürgermeister, langjähriger Abgeordneter und zuletzt als Landtagsvizepräsident bewiesen, dass er rund um die Uhr für Land und Leute da ist. Mit seiner hohen Kompetenz in wirtschaftlichen Fragen, seiner Erfahrung, seiner verbindenden Art und seiner Handschlagqualität ist er der Richtige, um Tirol aus dieser schwierigen wirtschaftlichen Situation heraus zu führen.“

Kettenbrücke-GF als Tilg-Nachfolge

Auf den scheidenden Gesundheitslandesrat folgt die Geschäftsführerin des Sanatorium Kettenbrücke Annette Leja. „Mit Annette Leja gewinnen wir eine angesehene Expertin und Managerin aus dem Gesundheitssektor für die Gesundheits- und Pflegeagenden in der Tiroler Landesregierung. Mit ihrer Nominierung befindet sich das Gesundheitsressort in besten Händen. Ich bedanke mich für ihre Bereitschaft, sich in dieser herausfordernden Zeit in den Dienst des Landes Tirol zu stellen und Verantwortung zu übernehmen“, begründet LH Platter seine Entscheidung.

NEOS: Neustart

Der Tiroler NEOS-Klubchef Dominik Oberhofer bringt es auf den Punkt: „Dem Tiroler Landeshauptmann ist heute Abend das passiert, was er eigentlich nie wollte: Eine Regierungsumbildung“. Die Landesregierung habe in den letzten Monaten viele Baustellen offen gelassen – nicht nur bei der Bewältigung der Corona-Krise, sondern auch allgemein in der Gesundheitspolitik, wie etwa beim Spitalswesen und der wohnortnahen medizinischen Versorgung im niedergelassenen Bereich aber auch in der Wirtschaftspolitik, der Unternehmensunterstützung, vor allem aber im Tourismus.
„Die überraschenden Rücktritte zeigen, dass das offenbar auch innerparteilich in der Volkspartei so gesehen wird“, urteilt Oberhofer und lenkt den Blick nach vorn: „Jetzt besteht die Chance auf einen echten Neustart in Tirol mit jungen, frischen Köpfen. LH Platter muss sein Team groß umbauen, dass Tirol damit einen großen Schritt nach vorne machen kann und die zukünftigen Herausforderungen gut bewältigen kann.“

Hörl dankt

Wirtschaftsbundobmann NR Franz Hörl erklärt nach denRücktritten von Wirtschaftslandesrätin Patrizia Zoller-Frischauf und Gesundheitslandesrat Bernhard Tilg, dass mit diesen Entscheidungen „Dankbarkeit für den langjährigen Einsatz zum Wohle des Landes, aber auch Wehmut“ verbunden sei. „Schließlich waren Zoller-Frischauf und Tilg seit 2008 und damit seit Beginn der Amtszeit von Landeshauptmann Günther Platter fixer Bestandteil des Regierungsteams und damit bis heute auch Symbol für Kontinuität und nachhaltiges Wirken in zwei wesentlichen Ressorts“, so Hörl.
"Mit Annette Leja als designierte Gesundheitslandesrätin und Anton Mattle als Wirtschaftsressort-Chef kommen zwei Experten zum Zug, die bereits in der Praxis bewiesen haben, dass sie ihr Fach verstehen. Während Annette Leja als Geschäftsführerin des Sanatoriums Kettenbrücke gesundheitliches und wirtschaftliches Know-How vereint, gewinnen wir mit Anton Mattle einen erfahrenen Unternehmer und Politiker. Als Obmann der Arbeitsgemeinschaft des Wirtschaftsbundes im Tiroler Landtag und Energiesprecher der Tiroler Volkspartei verfügt er über das notwendige Netzwerk und weiß um die Bedeutung des Themas Energie für die Zukunft unseres Standortes“, so Hörl, der die personellen Entscheidungen des Landesparteiobmannes und Landeshauptmannes Günther Platter befürwortet.

FPÖ: "Fängt zum Bröckeln an

Die politischen Ereignisse am gestrigen Abend in der Tiroler ÖVP kommentiert der Tiroler FPÖ-Landesparteiobmann LA Markus Abwerzger mit den Worten: „Das Haus Platter fängt zum zerbröckeln an.“ Er ortet, dass es sicherlich keine geplante Übergabe an die neuen Regierungsmitglieder war, sondern eine „politische Schnellschuss- und Verschleierungsaktion, damit LH Günther Platter von der Causa fehlerhafter Testungen und Laborbeauftragung durch das Land Tirol an Dr. Herwig ablenken konnte“, erklärt Mag. Abwerzger. Für ihn symbolhaft ist, dass die bisherige LR Patrizia Zoller-Frischauf ihren Rücktritt von ihrem privaten Email-Account von zuhause erklärte und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von LR Dr. Bernhard Tilg nicht im Vorfeld vom Rücktritt informiert waren. „Die zwei Rücktritte waren eher eine Flucht, ich frage mich nur wovor“, stellt der FPÖ-Landesparteiobmann die Frage, der anmerkt, dass der Rücktritt von Dr. Tilg nach der Pannenserie im Corona-Management viel zu spät kommt. „Persönlich zolle ich LR Zoller-Frischauf vollsten Respekt und bedanke mich auch für ihre Arbeit für Tirol. Auch LR Tilg wünsche ich persönlich in der Politpension das Beste.“

Ende von Schwarz-Grün

„ÖVP-Landesrat Tilg hat mit seinem Rücktritt diesmal wirklich alles richtig gemacht`. Er war in den letzten Jahren für viele Missstände verantwortlich. Er hat sich in der schweren Coronakrise politisch aus der Verantwortung genommen, er hat die Spitalsreform komplett in den Sand gesetzt und auch das neue Gehaltsschema für tausende Pflegemitarbeiter verbockt! Für uns als Liste Fritz ist Tilgs fliegender Wechsel in die UMIT daher und grundsätzlich nicht akzeptabel, für Tilg gehört eine Cooling-Off Phase her, kein Versorgungsposten von Platters Gnaden. Den neuen ÖVP-Regierungsmitgliedern, Annette Leja und Anton Mattle, wünschen wir alles Gute, vor allem mehr politischen Mut und entschieden mehr Tatkraft. Aufgrund der vielen Baustellen in der Gesundheits- und Pflegepolitik sowie der Wirtschaftspolitik müssen sie sofort ins Arbeiten kommen, politische Schonzeit kann es keine geben. Gerade die Wirtschaftspolitik hätte sich einen Neustart verdient, Mattle ist dafür keine Ansage. Aber an ein Durchstarten dieser völlig verbrauchten, mutlosen und ideenlosen schwarz-grünen Platter-Regierung glauben wir ohnehin nicht, der Doppelrücktritt ist der Anfang vom Ende der schwarz-grünen Platter-Regierung!“, erklären die Liste Fritz-Landtagsabgeordneten Andrea Haselwanter-Schneider und Markus Sint.

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