Brennerkorridor
Industrie fordert Tempo bei Unterinntaltrasse und Verladeterminals

Für eine funktionierende Entlastung durch den Brenner Basistunnel brauche es laut IV Tirol die rechtzeitige Fertigstellung von Unterinntaltrasse und Verladeterminals. (Symbolbild) | Foto: pixabay/OtoZapletal
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  • Für eine funktionierende Entlastung durch den Brenner Basistunnel brauche es laut IV Tirol die rechtzeitige Fertigstellung von Unterinntaltrasse und Verladeterminals. (Symbolbild)
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Die Industriellenvereinigung Tirol (IV) sieht Unterinntaltrasse als Schlüssel für funktionierenden Brennerbasistunnel. Ohne Terminals und Zulaufstrecken drohe der BBT sein Potenzial zu verlieren.

TIROL. Die Diskussion rund um den Transitverkehr auf der Brennerroute spitzt sich weiter zu. Für die Tiroler Industrie steht fest: Der Brennerbasistunnel (BBT) allein wird die Verkehrsprobleme nicht lösen. Gefordert werden nun rasche Entscheidungen bei Zulaufstrecken, Verladeterminals und europäischen Rahmenbedingungen.

Druck entlang der Brennerroute wächst

Die angekündigte Demonstration am Brenner am 30. Mai sei laut Tiroler Industrie Ausdruck der wachsenden Belastung entlang der Transitroute. Entscheidend sei nun aber, welche politischen Weichenstellungen für die Zeit nach der Fertigstellung des Brennerbasistunnels getroffen werden. „Soll der BBT Bevölkerung, Standort und Güterverkehr tatsächlich entlasten, muss deutlich mehr Fracht auf die Schiene“, heißt es aus der Industrie. Dafür brauche es jedoch weit mehr als den Tunnel selbst. Vor allem die Unterinntaltrasse sowie leistungsfähige Verladeterminals seien zentrale Voraussetzungen.

„Tunnel allein reicht nicht“

IV-Tirol-Verkehrsexperte und EGGER-Werksleiter in St. Johann, Matthias Danzl, warnt davor, wichtige Infrastrukturprojekte aufzuschieben:

„Ein Brennerbasistunnel ohne ausreichend Züge und Verladeterminals ist wie ein neu gebautes Sägewerk ohne Holz“, so Danzl. Bereits vor der Eröffnung müsse klar sein, wie der Betrieb funktioniere.

Besonders wichtig sei die Terminalfrage. Während Hall für den Zentralraum gesetzt sei, brauche es zusätzlich einen leistungsfähigen Standort zwischen Wörgl und Kufstein – möglichst nahe an der deutschen Grenze. Die Unterinntaltrasse sei dafür unverzichtbar.

Die Demonstration am Brenner zeige, wie groß der Druck in der Transitfrage geworden ist. | Foto: Kainz
  • Die Demonstration am Brenner zeige, wie groß der Druck in der Transitfrage geworden ist.
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Verlagerung soll vor Tunnelstart funktionieren

Laut Danzl müsse die Verlagerung des Güterverkehrs bereits vor der Eröffnung des BBT organisiert werden. Dafür brauche es europäische Regeln, technische Lösungen und grenzüberschreitende Vereinbarungen. „Wer eine Million Lkw auf die Schiene bringen will, muss vorher die Infrastruktur bauen, mit der diese Verlagerung möglich wird“, betont Danzl. Entscheidend sei letztlich nicht das Bauwerk selbst, sondern wie viele Güterzüge tatsächlich durch den Tunnel fahren.

Große Erwartungen an Entlastung

Mit der neuen Flachbahn durch den Brennerbasistunnel verkürzt sich die Strecke künftig von 77 auf 55 Kilometer. Die Fahrzeit soll von derzeit 105 auf 35 Minuten sinken. Zudem werden längere und schwerere Güterzüge möglich. Dieses Potenzial dürfe laut Tiroler Industrie nicht durch fehlende Anschlussinfrastruktur verspielt werden. „Wer A sagt, muss auch B sagen“, so Danzl. Die Unterinntaltrasse sei keine spätere Ergänzung, sondern Teil des Gesamtsystems Brennerbasistunnel. Die Demonstration am Brenner mache deutlich, wie groß die Erwartungen an eine echte Entlastung entlang der Transitroute seien. Dafür brauche es nun rasche politische Entscheidungen.

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Für eine funktionierende Entlastung durch den Brenner Basistunnel brauche es laut IV Tirol die rechtzeitige Fertigstellung von Unterinntaltrasse und Verladeterminals. (Symbolbild) | Foto: pixabay/OtoZapletal
Die Demonstration am Brenner zeige, wie groß der Druck in der Transitfrage geworden ist. | Foto: Kainz
„Ein Brennerbasistunnel ohne ausreichend Züge und Verladeterminals ist wie ein neu gebautes Sägewerk ohne Holz“, so Danzl. | Foto: pexels/Giuseppe Macri
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