16-Jähriger missbrauchte Schwester sexuell
- Rechtsanwalt Peter Kolb.
- Foto: Probst
- hochgeladen von Karin Zeiler
Mutter: "Er hat schon immer Probleme gemacht"
BEZIRK TULLN. „Kein typischer Missbrauch“, wie Staatsanwältin Nicole Elsinger betonte, fand zwischen Jänner und Oktober 2012 in einer Familie im Bezirk Tulln statt. Der damals 16-jährige Sohn, der mit seinen beiden Schwestern ein Kinderzimmer teilte, „entwickelte Gefühle“ beim Kuscheln mit seiner sechsjährigen Schwester.
Seltsam mutete die Beziehung der Mutter zu ihrem, derzeit in einer betreuten Wohngemeinschaft lebenden Sohn an, da beide bereits vor dem Gerichtssaal sich keines Blickes würdigten. Sie möchte nichts mehr mit ihm zu tun haben, erklärte sie schließlich auch als Zeugin gegenüber Richter Markus Grünberger, der den Burschen eher als reumütig geständigen jungen Mann erlebte.
Sofort Anzeige erstattet
Die Mutter, die von ihrer Tochter erfahren hatte, dass sie von ihrem Bruder betastet und gestreichelt worden war, suchte damals auch kein Gespräch mit dem Sohn. Sie erstattete sofort Anzeige. „Er hat schon immer Probleme gemacht“, so die Erklärung der 46-jährigen Hausfrau.
Auf die Frage des Richters, ob er pädophile Neigungen habe, meinte der Beschuldigte: „Ich habe keine Gedanken mehr an kleine Mädchen.“ Bereits vor 2012 und auch derzeit habe er eine Beziehung zu einer 16-Jährigen und als seine Schwester im Oktober 2012 sagte, sie wolle das nicht mehr, habe er auch sofort aufgehört.
Für Verteidiger Peter Kolb sei die Problematik vor allem darin zu suchen, dass sich die Geschwister ungleichen Geschlechts das Zimmer teilten. Darüber hinaus betonte er, dass die Beziehung des Mädchens zu seinem Bruder nach vor sehr gut sei.
Der Schöffensenat verurteilte den Burschen zu einer bedingten Freiheitsstrafe von sechs Monaten, begleitet von Bewährungshilfe und Psychotherapie (rechtskräftig).
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