11.11.2016, 09:44 Uhr

Marillen-, Apfel- und Birnenkerne statt Atomkernen

Monika Nikowitz, Direktorin der Volksschule Zwentendorf, Jaqueline Bedenhammer, EVN Mitarbeiterin und Entwicklerin den Projekts sowie Hermann Kühtreiber, Bürgermeister von Zwentendorf pflanzten gemeinsam mit fleißigen Schülerinnen und Schülern der Volksschule Obstbäume am Kraftwerksstandort des AKW Zwentendorf. (Foto: EVN / Moser)

„Geflammter Kardinal“, „Danzinger Kantapfel“, „Diels Butterbirne“ – all das sind Namen von seltenen Obstsorten, die im Frühling 2017 in Zwentendorf Blüte tragen werden.

ZWENTENDORF (red). Im November halfen die Schüler der Volkschule Zwentendorf beim Pflanzen der Obstbäume am Kraftwerksstandort des Atomkraftwerks Zwentendorf. Die insgesamt sechs verschiedenen Obstsorten wurden vom Verein ARCHE NOAH empfohlen.
Mit Hilfe der jungen Gärtner werden in den nächsten Jahren Äpfel, Birnen und Marillen an den Bäumen gedeihen und die Früchte können sich im natürlichen Umfeld der Au gut entfalten.
„Wir nehmen unsere ökologische Verantwortung ernst und wollen mit diesem Projekt zur Erhaltung alter Obstsorten und zur Sortenvielfalt beitragen“, so EVN Sprecher Stefan Zach.

Das AKW Zwentendorf

Seit die EVN 2005 den Kraftwerkstandort Zwentendorf erworben hat, ist viel passiert – von der Errichtung eines Schulungsreaktors bis zum Bau einer modernen Photovoltaikanlage.


Sonne statt Atom

Das Atomkraftwerk Zwentendorf produziert Jahrzehnte nach der Volksabstimmung nun doch Strom für Österreichs Haushalte. Proteste von Gegnern der Kernenergie blieben diesmal jedoch aus, denn die Photovoltaikanlage liefert zu 100% nachhaltige, umweltfreundliche Energie. Die Photovoltaik-Anlage Zwentendorf wurde im Jahr 2012 im Rahmen des Bürgerbeteiligungsmodells „Sonnenkraftwerk Zwentendorf“ ausgebaut. 1.300 Paneele standen für interessierte Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher zur Verfügung. Sie waren innerhalb weniger Tage ausverkauft.

Das AKW als Trainingszentrum

Zwentendorf bietet weltweit einzigartige Trainingsmöglichkeiten für Kernkraftwerksmitarbeiter. Da das AKW nie in Betrieb ging, sind Bereiche zugänglich, die ansonsten für Menschen aufgrund hoher Radioaktivität nur unter erheblichen Sicherheitsvorkehrungen begehbar wären. Diese Möglichkeit machen sich seit 2003 hunderte Techniker – vor allem aus baugleichen deutschen Reaktoren – zu Nutze. 2003 wurden erste Kurse mit der Kraftwerksschule Essen durchgeführt, nach und nach wurde die Kraftwerksanlage als Schulungsreaktor umgerüstet und genutzt. Künftig soll sie vorwiegend für Rückbautrainings zur Verfügung stehen.


Das AKW als Location

Ein brach liegendes Atomkraftwerk, über 1.000 Räume, technisches Interieur und keine Strahlung: das regt natürlich die Phantasie von Künstlern an. Und so dient Zwentendorf nicht nur als Location für Modeschauen und Musikvideos, sondern auch als Drehort für abendfüllende Filme

Führungen

Das AKW Zwentendorf ist heiß begehrt. Deshalb bietet EVN interessierten Personen an Freitagnachmittagen auch kostenlose Führungen an. Jährlich besichtigen mehr als 10.000 Besucher dieses Stück österreichische Zeitgeschichte. Führungen nur mit Voranmeldung – Details unter www.zwentendorf.com.
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