16.10.2017, 15:09 Uhr

So sicher ist's in Tulln

Beim Vernetzungstreffen in Tulln: NÖ Landespolizeidirektor Konrad Kogler (li.) - Bezirkspolizeikommandantin Sonja Fiegl (re.) (Foto: Zeiler)

Bezirkspolizeikommando lud zum Netzwerktreffen mit Landespolizeidirektor Konrad Kogler.

TULLN / BEZIRK. "Wissen Sie eigentlich, wie viele Delikte in einem Jahr in Österreich angezeigt werden?" – Das und noch viel mehr wollte Landespolizeidirektor Konrad Kogler bei seinem Besuch in Tulln wissen. Die Schätzungen reichten von 10.000 bis drei Millionen, doch zuletzt waren es 540.000 in Österreich – um 100.000 weniger als im Jahr 2004 (siehe "Zur Sache"). "Das Sicherheitsgefühl sank während der Flüchtlingskrise nach unten: "Jetzt jedoch steigt es wieder stetig an", so Kogler.
Die Polizei stehe vor großen Herausforderungen, nämlich "Migration, Digitalisierung und Sicherheit", wobei Kogler zu letztem Punkt betont, dass dafür nicht immer die Exekutive verantwortlich zeichne. Als Beispiel führt er etwa zu wenig Beleuchtung an diversen Plätzen an. Auch dadurch könne dieses Gefühl entstehen und ebenso, weil "Plätze immer männlicher werden" – und das führe sowohl bei Frauen als auch bei Männern dazu, dass sie sich nicht sicher fühlen. Entgegensteuern werde man daher mit vermehrter Polizeipräsenz.
In Tulln selbst hat man bereits vor zehn Jahren mit den Netzwerktreffen begonnen, Anlass war ein Vandalismusakt in der Höhe von 120.000 Euro Schaden, wie Christian Holzschuh ausführt. Heute trägt dieses Projekt den Namen "Gemeinsam.sicher", die Bezirksblätter haben berichtet. Wie man vorgehen sollte, wenn man etwas beobachtet, was nicht rechtens ist? "Nicht einmischen, aber unverzüglich bei der Polizei anrufen", so Tullns Bezirkspolizeikommandantin Sonja Fiegl, die an die Zivilcourage der Bevölkerung plädiert und betont, dass "wir alle Informationen vertraulich behandeln werden".

Zur Sache
Bei den monatlich stattfindenden Netzwerktreffen sind die Blaulichtorganisationen Polizei, Feuerwehr, Rettung sowie Pensionistenvertreter, Sicherheitsfirmen und die Mitarbeiterinnen von "Gemma" und "Exit" anwesend.
Ziel ist es, gemeinsam für Sicherheit zu sorgen. 2018 sollen weitere 700 Polizisten in NÖ ihre Tätigkeit aufnehmen, wie Kogler im Rahmen des Treffens ausführte.


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