Wanderausstellung Verein Lila Winkel
Geschichte wird lebendig am Gymnasium St. Martin

Eröffnungsfeier zur Wanderaustellung Lebendige Geschichte im Gymnasium St. Martin | Foto: Sonja Novak
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  • Eröffnungsfeier zur Wanderaustellung Lebendige Geschichte im Gymnasium St. Martin
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Feierlich eröffnet wurde die Wanderausstellung Lebendige Geschichte am 24. Juni 2022 in der Aula des BG/BRG St. Martin. Unter den zahlreichen Anwesenden waren SchülerInnen, LehrerInnen und eine Vertreterin der Bildungsdirektion. Im Fokus der Ausstellung standen jene Menschen, die man im KZ mit einem lila-färbigen Winkel kennzeichnete, weil sie sich dem NS-Regime überzeugt und mutig widersetzten.

Wie Gerti Malle vom Verein Lila Winkel einleitend erklärte, gehörten Häftlinge mit dem lila Winkel zur einzigen christlichen Religionsgemeinschaft, die man damals als Gruppe verfolgte, nämlich den Bibelforschern (heute: Jehovas Zeugen). Diese verweigerten den Hitlergruß, die Mitarbeit in der Rüstungsindustrie sowie den Dienst an der Waffe und leisteten damit konsequent Widerstand. Darunter auch die schon verstorbene Zeitzeugin Katharina Thaller aus Klagenfurt.

Ganz still wurde es in der Aula, als Gerti Malle ein persönliches Gespräch mit der Zeitzeugin wiedergab, bei dem ihr diese ein Kuvert aushändigte, das neben dem Lagerausweis aus dem KZ Ravensbrück auch ihren lila Winkel samt Häftlingsnummer enthielt. Auf die betroffene Frage, warum sie die traurigen Erinnerungsstücke aufbewahrt hatte, meinte Katharina Thaller: „Es hätte uns sonst niemand geglaubt.” Die Ausstellung soll ein Wachrüttler sein und Geschichten wie diese vom Gestern ins Heute holen.

Direktorin Roswitha Errath betonte, dass diese Ausstellung in der Schule dringend nötig ist. Der Schule wäre es wichtig, dass die SchülerInnen lernen, bei ihrem Medienkonsum wachsam zu sein und sich ihre eigene Meinung zu bilden. Zum Schluss ermutigte sie die SchülerInnen: „Bitte entwickelt Zivilcourage, seid wachsam, vertraut nie blind!”

Den nächsten Programmteil bildeten Abschiedsbriefe von Gregor Wohlfahrt jun., der den Mut hatte, nicht zur Waffe zu greifen und deshalb mit 21 Jahren hingerichtet wurde. Sehr gefühlvoll vorgelesen wurden seine letzten Zeilen von Luise, Maria und Vinzenz, SchülerInnen der 4. Klasse.

Wie Peter Stocker, Zeitzeuge der zweiten Generation der Familie Wohlfahrt, den Zuhörern erklärte, wolle er mit seiner Familiengeschichte Mut machen: „Auch wir können es schaffen … anderer Meinung zu sein und für unsere Überzeugung aufzustehen.“

Musikalisch begleitet wurde die Eröffnung von Paul Kraker mit seiner Trompete und Michael Nowak am Klavier. Ihre berührende Musik ließ die Anwesenden das Gehörte Revue passieren. Zum Schluss ging der Dank an Direktorin Errath und die Initiatorin Anja Six, die diese Ausstellung möglich gemacht haben, sowie an Schulwart Gerry Wurzer und alle TeilnehmerInnen.

Einzelnen Klassen bot sich danach Gelegenheit, bei persönlichen Zeitzeugengesprächen mit Stocker Peter und Esther Dürnberger und bei Begleitungen durch die Ausstellung weitere Einblicke zu erhalten, Fragen zu stellen und Geschichte lebendig ins Heute zu holen.

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