Der Abbau der Liftanlage droht
Die Skilifte Gaberl stehen zum Verkauf

Das Skigebiet Gaberl zählt zu den traditionsreichsten der Weststeiermark. | Foto: Gaberl
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Hiobsbotschaft von der weststeirischen Wintersportszene: Die Gaberl Skilifte stehen ab sofort zum Verkauf, weil die Inflation, die enormen Energie- und Dieselkosten und die stark gestiegenen Lohn- und Lohnnebenkosten eine Wirtschaftlichkeit unmöglich machen. Sollte sich in den nächsten Wochen kein Käufer finden, droht der Abbau der traditionellen Liftanlagen.

MARIA LANKOWITZ. "Alleine schaffen wir das nicht mehr", gibt Thomas Gauss, Geschäftsführer der Gaberl Schilifte GmbH bekannt. "Es tut uns wirklich weh, dass ein derart traditionsreiches Skigebiet verloren gehen könnte. Die Inflation, die enormen Energie- und Dieselkosten sowie die immens gestiegenen Lohn- und Lohnnebenkosten machen es unheimlich schwer für uns. Vor allem deshalb, weil die Erlöse durch Liftkarten nicht im gleichen Maße gestiegen sind. Seit Corona ist die Zahl der Skifahrerinnen und Skifahrer merklich zurückgegangen."

Sonnenaufgang am Skigebiet Gaberl. Derzeit sieht es eher nach Sonnenuntergang aus. | Foto: Region Graz/Mias Photoart
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Die Inflation sei besonders bei den indexgesicherten Pachten sichtbar, denn laut Gauss haben sie sich in den vergangenen neun Jahren um fast 40 Prozent erhöht. "Sollte sich keine Lösung im Sinne einer Übernahme oder eines Einstiegs eines privaten Investors ergeben, werden wir den Skibetrieb wohl oder übel im kommenden Winter nicht mehr weiterführen", ergänzt Gauss. 

Aus der Konkursmasse

Die Gaberl Schilifte GmbH übernahmen im Jahr 2017 zwei Schlepplifte sowie die Beschneiungsanlage aus der Konkursmasse der Vorgängergesellschaft. Schon zuvor standen die Lifte zwei Wintersaisonen still. "Es ist der Initiative von Gaberl-Pionier Kurt Lipp zu verdanken, dass die Familie mit vereinten Kräften die Rettung des Skigebiets versucht hat. Leider hat sich schon beim Kauf herausgestellt, dass das Skigebiet in punkto Infrastruktur die Zeit verschlafen hat und sich in einem äußerst sanierungsbedürftigen Zustand befand", ergänzt der Betreiber. 

Den Skianlagen am Gaberl droht heuer noch der Abbau. | Foto: Gaberl
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Auch stellte sich heraus, dass die ohnehin viel zu spät errichtete Beschneiungsanlage nie als Flächenbeschneiung konzipiert war. Sie wurde damals lediglich als punktuelle Zusatzbeschneiung verwendet und viel zu klein konzipiert. Eine Erweiterung oder Umstellung auf Flächenbeschneiung wäre nachträglich nur mit immensem finanziellem Aufwand zu bewältigen gewesen, beschreibt Gauss den damaligen Zustand der Übernahme.

Wegfall der Märchenwiese

Durch den Wegfall der Märchenwiese im Jahr 2019 wurde die Situation nochmals verschärft. Der Betreiber der vor allem für Kinder konzipierten Skiwiese ging in Konkurs und schmälerte damit das Angebot für Familien beträchtlich. Durch die klimatischen Veränderungen in den vergangenen Jahren zeigte sich, dass ein durchgehender Skibetrieb von Dezember bis März ohne großflächige Beschneiung nicht mehr möglich ist.

Der finanzielle Aufwand für eine derartige Schneesicherheit ist für ein kleines Skigebiet nur schwer zu stemmen. Insbesondere dann, wenn hinter der Betreibergesellschaft keine Gemeinde oder der Grundstückbesitzer selbst steht. "Mit Geld ist alles machbar und davon ist viel nötig, wenn man innerhalb weniger Tage alle Pisten und die Schleppliftspur winterfit machen will. Die Erfahrung der letzten Jahre hat gezeigt, dass im Extremfall eben nur sehr wenige Kältetage für die Beschneiung ausreichen müssen. In vielen Gemeinden wie Obdach, Kleinlobming oder Gaal gleicht die Gemeinde mit Personal- und Geldressourcen unausweichliche Schwankungen aus. Am Gaberl ist beides nie der Fall gewesen", so Gauss. 

Skifahren am Gaberl könnte bald der Vergangenheit angehören. | Foto: Region Graz/Mias Photoart
  • Skifahren am Gaberl könnte bald der Vergangenheit angehören.
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Sollte in den kommenden Wochen keine Lösung bezüglich eines Kaufs oder einer Übernahme gefunden werden, stehen der Abbau und Verkauf der Anlage bevor.

Da geht es um: 

  • Zwei komplett ausgestattete Schlepplifte mit jeweils rund 700 m Länge
  • Ein Pistenbully 600
  • Beschneiungsanlage mit Pumpwerk und 40 Entnahmestellen
  • Acht Schneeerzeuger TechnoAlpine t40
  • Eine Schneelanze TechnoAlpine mit Kompressor

Gasthöfe sind nicht betroffen

Was Gauss unbedingt betonen will: Das von der Familie Lipp betriebene Gaberlhaus und der Sportgasthof Lipp sind von der eventuellen Schließung der Lifte nicht betroffen. Die Gasthöfe sind im Sommer ein beliebtes Ziel für Wanderer, Motorradfans und Durchreisende. Für den kommenden Winter will sich die Familie auf Winterwanderungen, Schneeschuhwanderungen, die Rodelbahn und aufs Langlaufen konzentrieren. Die Loipe zum Alten Almhaus soll weiter gespurt werden, auch der Seillift mit der Skiwiese für Anfängerinnen und Anfänger wird erhalten bleiben. 

Für Bürgermeister Bernd Mara wäre das Aus der Skilifte am Gaberl eine extrem bittere Pille. "Wo sollen unsere Kinder dann noch Skifahren lernen, wenn alle schließen. Wir würden ein Modell brauchen, eine Art Solidaritätsfonds, wo die großen Skigebiete die kleinen finanziell unterstützen, denn mittel- und langfristig brechen dann auch den Großen die Skifahrerinnen und -fahrer weg." Die Gemeinde Maria Lankowitz hat keinen finanziellen Spielraum, um dem Gaberl unter die Arme zu greifen. "Da sind wir leider chancenlos."

Betreiber Thomas Gauss ruft um Hilfe: "Alleine schaffen wir das nicht mehr." | Foto: Gauss
  • Betreiber Thomas Gauss ruft um Hilfe: "Alleine schaffen wir das nicht mehr."
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