Groß Siegharts
Stadtkapelle eröffnet 2025 mit Neujahrskonzert
- Foto: Sonja Peschel
- hochgeladen von Daniel Schmidt
Während viele Menschen in Österreich am 1. Jänner das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker im Fernsehen beobachten, waren den Menschen in unserem Bezirk ein besonderer Glücksfall geschenkt. So durften sich zahlreiche Besucher im Stadtsaal Groß Siegharts über ein Neujahrskonzert live erfreuen.
GROSS SIEGHARTS. Am 1. Jänner fand vor einem restlos ausverkauften Stadtsaal das Neujahrskonzert der Stadtkapelle Groß Siegharts statt. Obmann Felix Reegen begrüßte die zahlreichen Freunde der Stadtkapelle. Dabei ließ er die letzten zwei Jahre Revue passieren. Im Zuge einer Veränderung im Vorstand des Vereins konnten in nur zwei Jahren 20 neue Musiker und Musikerinnen gewonnen werden. Eine bemerkenswerte Leistung, die auch gleich Applaus erntete. Die Stadtkapelle erreichte bei der Konzertmusikwertung 2024 großartige 87 Punkte und bei der Marschmusikwertung 2024 in der Höchststufe 89 Punkte. Obmann Felix Reegen blickt also voller Stolz auf zwei wunderbare Jahre zurück.
Nach den Begrüßungsworten übernahmen die Marketenderinnen Stefanie Reegen, Heidi Schaar und Emilia Litschauer das Wort und führten informativ und humorvoll durch das Programm.
Musik auf höchstem Niveau
Musikalisch startet das Neujahrskonzert mit dem Marsch "Schneidig vor" von Julius Fucik. Name ist Programm: So energisch diese Komposition ist, so energisch wurde diese dargeboten. Der Marsch wurde, wie alle weiteren Werke im ersten Teil vom zu diesem Zeitpunkt noch Kapellmeister-Stellvertreter und mittlerweile Kapellmeister Gregor Friedrich dirigiert.
Der Konzertwalzer "Für die ganze Welt" von Joseph Hellmesberger darf sich schon längst mit den großen Walzern der österreichischen Geschichte messen. Nach dem marschartigen Eingang lud die Stadtkapelle mit dem Walzer dazu ein, sich den Walzermelodien von einem zarten Piano (leise) bis zu einem grandiosen Forte (laut, kräftig) hinzugeben.
Beim nächsten Werk führte Gregor Friedrich nicht nur den Taktstock, nein dieses musikalische Werk entstammte seiner eigenen innewohnenden Schöpferkraft. "Echos of the heart" zeigt die verschiedenen Emotionen eines jeden Menschens. So vielfältig und übereinander liegend wie unsere Emotionen, war es auch diese besondere Musik, welche die Besucher direkt ins Herz traf. Der Komponist und Dirigent verrät im Einzelinterview: "Natürlich geht es bei diesem Werk auch um die Gefühle für einen ganz besonderen Menschen."
Nun war es an der Zeit verdiente Mitglieder zu ehren. Bezirkskapellmeister Manfred Kreutzer überreichte dabei das Leistungsabzeichen in Bronze an Mia Müller, Marcel Lauscher und Vinzenz Rosner . Das Leistungsabzeichen in Silber wurde an David Weikertschläger und an Stella Bäck überreicht. Für eine 15-jährige Musikausübung erhielt Matthias Binder die Ehrenmedaille in Bronze und für 25 Jahre Musikausübung erhielt Alexander Bauer die Ehrenmedaille in Silber. Die beiden Marketenderinnen Stefanie Reegen und Heidi Schaar erhielten für die 7-jährige Treue zum Verein das Marketenderinnenabzeichen in Silber. Zwei besondere Abzeichen gab es für Obmann Felix Reegen und Jan Bäck. Für die geleistet Arbeit beim Umbau des Probenraums wurden beiden das Musikerheimverdienstabzeichen in Silber verliehen.
Als letztes Werk vor der Pause zeigte das Orchester bei "Oregon" von Jacob de Haan eine beeindruckende musikalische Leistung. So vielfältig der US-Bundesstaat Oregon ist, so vielfältig ist dieses musikalische Werk. Von sanften, kaum hörbaren Tönen zu Beginn über langsam getragene Melodiebrücken bis hin zum reißerischen Tempo war musikalisch für jeden etwas dabei.
Nach der Pause übernahm Gerald Bstieler den Taktstock und führte die zahlreichen Besucher durch ein Wechselbad der verschiedenen Gefühle. Bei "All Glory Tld" von James Swearingen kam es zu einem besonderen musikalischen Effekt. Die beginnenden Trompetensignale wurden von Gregor Friedrich gespielt und als Echo von Andreas Kretschmer wiederholt. Andreas Kretschmer stand dabei auf der Galerie des Stadtsaals Groß-Siegharts. Und der Effekt ging auf. Das Echo konnte von den meisten Besuchern nicht geortet werden. Als der Solo-Trompeter, nach dem Wer wieder Platz nahm, dachte so manch einer im Publikum, dass er wohl vergessen habe nach der Pause wieder rechtzeitig auf der Bühne zu sein.
"I wan´t to break free" ist ein Klassiker der Band Queen. Für die Stadtkapelle Groß-Siegharts ist er allerdings viel mehr als das. Es ist das musikalische Symbol einer neuen Ära. Im Sommer 2024 wurde der Probenraum umgebaut und erweitert. Dabei blieb nahezu kein Stein auf dem anderen. Der Fußboden wurden rausgerissen und neu gelegt, die Wände neue bemalt oder eben auch eine Wand eingerissen für die Erweiterung. Dies nahm die Stadtkapelle auch zum Anlass um bei der Marschmusikwertung 2024 als Kürfigur eine Abrissbirne, die eine Wand einschlägt zu zeigen. Die Musiker der Stadtkapelle arbeiteten dabei fleißig selbst beim Umbau des Probenraums. Alleine der Kapellmeister Gregor Friedrich, Obmann Felix Reegen und Jan Bäck blicken dabei auf über 300 Arbeitsstunden beim Umbau zurück. "Die Freude war dementsprechend groß, als wir im September unseren Probenraum wieder beziehen konnten", so Obmann Felix Reegen.
"Terra di Montagne" zu deutsch "Land der Berge" von Michael Geisler stand nun auf dem Programm. Das Werk ist eine Hommage an die Schönheit der Tiroler Berge. Ein wunderbares Trompeten-Solo von Gregor Friedrich war dabei zu hören.
Mit der "Nostalgie-Polka" von Julian Zörfusz bog das Konzert allmählich in die Zielgerade ein.
Strauß-Jubiläum gewürdigt
Da Johann Strauß Sohn heuer seinen 200. Geburtstag feiern würde, entschied sich die Stadtkapelle diesem großartigen Komponisten Tribut zu zollen und musizierte als letztes Stück den weltbekannten Donauwalzer. Dies war zugleich auch das letzte offizielle Werk welches Gerald Bstieler als Kapellmeister dirigierte. Der offizielle Wechsel des Taktstocks erfolgt bei der Stadtkapelle Groß-Siegharts als Rochade. So wird der bisherige Stellvertreter Gregor Friedrich neuer Kapellmeister und der Gerald Bstieler unterstützt weiterhin als Kapellmeister-Stellvertreter.
Aufgrund des anhaltenden Applauses und der "Standing Ovations" wurden noch die beiden Zugaben "Bells of Freedom" von Hans Schmid und "Radetzkymarsch" von Johann Strauß Vater musiziert.
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