01.09.2014, 10:11 Uhr

Ein Offizier und Gentleman braucht Trost

Direktor Harald Hubatschke bat die 250 Gäste um Trost für seinen Abschied.

Der größte Direktor aller Zeiten, Soldat und Workaholic Harald Hubatschke geht nach 40 Jahren als Lehrer in Pension, obwohl es ihm nicht ganz leicht fällt.

WAIDHOFEN. Haben Sie schon einmal von "dem Hubatschke" gehört? Bei "dem Hubatschke" handelt es sich um das Nachschlagewerk für Lehrer, benannt nach seinem Verfasser. So mancher Lehramtsstudent soll schon gefragt haben "Wos? Den gibt's wirklich?"

Ja, ihn gibt es wirklich: Harald Hubatschke ist in der Branche eine Legende. Nicht zuletzt deshalb fanden sich beim Abschied des Gym-Direktors aus Waidhofen in die Pension am vergangenen Freitag unter anderen mit Landesschulinspektor Friedrich Losek, Weihbischof Anton Leichtfried, Volksanwalt Peter Fichtenbauer, Landespolizeidirektor Franz Prucher, Lehrergewerkschafter Eckehard Quin und Oberst des Generalstabes Christian Riener klingende Namen auf der Rednerliste.

Seit 1991 führte Hubatschke das Gymnasium in Waidhofen. Damit ist er der längstdienende Direktor in der 145-jährigen Geschichte der Schule. Ganz leicht fällt ihm der Abschied nicht, und so bat der scheidende Direktor seine 250 Gäste um Trost für seinen anstehenden Ruhestand. "Als alter Mann und alter Soldat traue ich mich zu sagen: Tränen sind nichts ehrenrühriges", so Hubatschke.

Die Tränen durften sich die Gäste aber mit launigen Anekdoten aus dem Leben des Direktors trocknen. So kam beispielsweise ans Licht, dass Hubatschke sich einst mit dem Dobersberger Arzt Josef Dörrer im Boxring maß. Auch Hubatschkes Dissertation war immer wieder Thema: Unglaubliche 1.600 Seiten verfasste der gebürtige Groß Sieghartser über Geheimdienste. Landesschulinspektor Friedrich Losek nutzte seine Laudatio auch zur launigen persönlichen Abrechnung: "Als wir 2002 bei einem Seminar das erste Mal zusammengekommen sind, habe ich überlegt aus dem Fenster zu springen, als er die 116 Aufgabenbereiche eines Schuldirektors erklärte. Vor allem, als es über die Rede am offenen Grab toter Kollegen ging." Losek verlieh Hubatschke umgehend den Titel "Grödaz" - größter Direktor aller Zeiten.

Eine Beschäftigung für die Pension stellte Landespolizeidirektor Franz Prucher dem scheidenden Direktor in Aussicht: "Wir sollten Hubatschke im polizeilichen Bereich einsetzen" Der Polizeichef hat sich nämlich persönlich nach dunklen Geheimnissen des Direktors umgesehen, blieb aber erfolglos. "Im Polizeicomputer ist nichts über Hubatschke", so Prucher.

Eine rührende Geste kam vom Obmann des Karatevereins Waidhofen Rainer Liebscher: Als erstem Niederösterreich verlieh er Harald Hubatschke ehrenhalber den schwarzen Gürtel.
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