Halid Bešlić
Trauer um verstorbene Musik-Legende aus Bosnien auch in Wien
- Mit Halid Bešlić verstarb diese Woche einer der größten und bekanntesten Balkan-Sänger.
- Foto: Screenshot BHRT - Radiotelevizija Bosne i Hercegovine/YouTube
- hochgeladen von Antonio Šećerović
Mit Halid Bešlić ist diese Woche einer der größten und bekanntesten Balkan-Sänger verstorben. Fans aus Wien wollen am Sonntag am Maria-Theresien-Platz trauern, aber auch mit seinen Liedern sein Leben feiern und ihm Tribut zollen.
Aktualisiert am 10. Oktober um 17.24 Uhr
WIEN/BOSNIEN-HERZEGOWINA. Der bosnisch-herzegowinische Sänger Halid Bešlić ist am Dienstag, 7. Oktober, im Alter von 71 Jahren nach kurzer und schwerer Krankheit im Spital verstorben. Zuletzt hatte er mit einer Leber- und Nierenerkrankung gekämpft.
Bešlić gilt als einer der größten und bekanntesten Künstler in Ex-Jugoslawien. Bekannt wurde er durch Folk-Hits wie „Neću, neću dijamante“ (z. Dt.: "Ich will keine Diamanten"), „Romanija“ (Gebirge im Osten Bosniens), „Miljacka“ (Fluss in Sarajevo), „Prvi poljubac“ ("Erster Kuss") und viele mehr.
Die Trauer über sein Ableben war so groß, dass sich in seinem Heimatland Tausende Fans in vielen Städten versammelten, um gemeinsam zu trauern, aber auch um dem großen Star Tribut zu zollen, indem seine Lieder gefeiert wurden. So sah es etwa in der Hauptstadt Sarajevo aus:
Auch in Wien wird um Bešlić getrauert – und seine Hits werden noch einmal aufgerollt. Am Sonntag, dem 12. Oktober, rufen die Veranstalter Selma Covic und Edin Delalić dazu auf, Herzen und Stimmen zu vereinen: „Kommt alle an einem Ort zusammen, singt mit, erinnert euch, zollt ehrenden Respekt.“
Live-Band und zwei Stunden Lieder
Wie Kosmo.at berichtet, ist ab 17 Uhr am Maria-Theresien-Platz zunächst eine kurze Rede auf Bosnisch/Kroatisch/Serbisch (B/K/S) sowie auf Deutsch geplant, gefolgt von einer Schweigeminute. Anschließend werden Bešlićs Lieder von einer Live-Band bis zu zwei Stunden lang gespielt und gesungen. Laut den Organisatoren sind auch Plakate und Botschaften zu Ehren des verstorbenen Kultsängers ausdrücklich erwünscht.
- Foto: Daniel Scharinger / Pressefoto Scharinger / picturedesk.com
- hochgeladen von Antonio Šećerović
Halid Bešlić wurde am 20. November 1953 im Dorf Vrapci bei Knežina, in der Gemeinde Sokolac im damaligen Jugoslawien, geboren. Schon in jungen Jahren engagierte er sich in kulturellen und künstlerischen Vereinen, während er in bescheidenen Verhältnissen aufwuchs. Nach seinem Militärdienst zog er nach Sarajevo, wo er begann, in Restaurants und Bars aufzutreten. Mit der Wärme seiner Stimme und seiner Darbietung zog er das Publikum in seinen Bann.
Benefizkonzerte für Kriegsopfer
Der Bosnier veröffentlichte seine ersten Singles Ende der 1970er-Jahre, 1981 kam sein Debütalbum „Sijedi starac“ („Der graue, alte Mann“) heraus. Dieses machte Bešlić über Nacht zu einem der bekanntesten Namen in der jugoslawischen Musikszene. Es folgten Hits wie „Neću, neću dijamante“, „Ja bez tebe ne mogu da zivim“ ("Ich kann ohne dich nicht leben"), „U meni jesen je" ("Es ist Herbst in mir"), "Hej, zoro, ne svani" ("Hey, Morgendämmerung, breche nicht") oder "Dvadesete" ("Die Zwanziger"). Während des Jugoslawien-Kriegs in den 1990er-Jahren organisierte er 500 Benefizkonzerte in ganz Europa, um Spenden für die Kriegsopfer zu sammeln.
Nach dem Krieg war sein größter Erfolg das Album „Halid 08“ mit einem der größten Hits „Miljacka“ – so heißt nämlich ein Fluss in Sarajevo. Mit der Band Miligram veröffentlichte er noch vor einem Monat ein Lied unter dem Namen „Sejda“, welches er seiner Ehefrau (seit 1977 verheiratet) widmete. Sein letztes Wien-Konzert fand im Februar vergangenen Jahres im Hallmann Dome in Favoriten statt.
Die Beerdigung von Bešlić wird am Montag, 13. Oktober, in Sarajevo stattfinden.
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