Prozess in Wien
27-Jähriger habe Minderjährige zur Prostitution gebracht
- Am 16. April musste ein 27-Jähriger vor Gericht. Ihm wurde die Zuhälter von minderjährigen vorgeworfen.
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Am Mittwochmorgen musste erneut jener 27-Jährige vor Gericht, dem die Zuhälterei von Minderjährigen vorgeworfen wird. In der fortgesetzten Verhandlung änderte er seine bisherige Verantwortung und gestand den Vorwurf der Zuhälterei. Er wurde zu 18 Monaten Haft verurteilt, davon sechs Monate unbedingt. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.
WIEN. Mit einem rosa Hemd und einem dunklen Anzug kommt ein Mann, begleitet von seinem Anwalt und einer Polizistin, in den Gerichtssaal. Vor dem Gesicht hält er ein Heft, um den Kameras, die auf ihn gerichtet sind, zu entgehen. Dann begann die Verhandlung.
Der 27-Jährige änderte seine bisherigen Aussagen und gestand, sich der Zuhälterei schuldig gemacht zu haben. "Es tut mir sehr leid, was passiert ist, ich kann es leider nicht mehr rückgängig machen", fügt der Mann hinzu. Danach wird vor der Erörterung der Aussagen der Zeuginnen die Öffentlichkeit ausgeschlossen.
Es ist bereits die zweite Verhandlung in dieser Causa. Dem Angeklagten wird vorgeworfen, im vergangenen Sommer eine 15- und eine 17-Jährige für sexuelle Dienste über einschlägige Plattformen vermittelt zu haben.
Hatte sexuelle Beziehung mit 15-Jähriger
Der Angeklagte lernte die 15-Jährige über eine Messenger-App kennen. Noch in derselben Nacht sollen sie ein Treffen vereinbart haben. Die Jugendliche habe sich zunächst als 21-Jährige ausgegeben. Angesprochen von dem Mann auf ihr junges Aussehen, habe sie dann ihr Alter auf 18 korrigiert. Die beiden sollen dann eine sexuelle Beziehung eingegangen haben, in deren Verlauf die 15-Jährige erzählt habe, dass sie bereits über eine Plattform Fotos von sich verkauft habe.
- Laut Anklage sei der 27-Jährige dann auf die Idee gekommen, dass das Mädchen sich auf diesem Weg prostituieren könne.
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Laut Anklage sei der 27-Jährige dann auf die Idee gekommen, dass das Mädchen sich auf diesem Weg prostituieren könne. Er habe ihr bei der Preisgestaltung geholfen und soll sie in Inseraten beworben haben. Laut der Anklage habe er sie darüber hinaus dazu gebracht, ihm eine 17-Jährige zu vermitteln, für welche er ebenfalls nach Freiern suchen könnte. Der Angeklagte verneinte dies jedoch, "die Idee kam nicht von mir", meinte er bei der ersten Verhandlung.
Für die ältere der beiden sollen vier Kunden organisiert worden sein, für die sie 1.900 Euro kassierte. Die 15-Jährige habe für ungeschützten Sex 800 Euro erhalten. Laut Staatsanwaltschaft sollen die Mädchen die Hälfte ihres Lohns an den 27-Jährigen abgeben müssen. Dies bestritt jedoch der Angeklagte bei seinem ersten Verhandlungstag Ende März. Als der 27-Jährige mitbekam, dass die 15-Jährige noch minderjährig war, habe er sofort abgebrochen, behauptete er.
Freispruch für mehrere Delikte
Der 27-Jährige wurde von mehreren Delikten freigesprochen, darunter Vergewaltigung, geschlechtliche Nötigung sowie Verletzung der sexuellen Selbstbestimmung. Angeklagt wegen Vergewaltigung war er, da er die 15-Jährige eingeschüchtert und sie dann missbraucht haben soll.
"Die Vergewaltigung hat nicht stattgefunden", habe die Vorsitzende Richterin bei der Urteilsverkündung betont. Ihrem Anschein nach sei das ganze "mehr in Richtung einer Liebesbeziehung gegangen". Sie zitierte dafür Chats, die die 15-Jährige nach der behaupteten Vergewaltigung dem Angeklagten geschickt habe: "Vermisse dich. Habe den Sex mit dir genossen".
Das Urteil ist nicht rechtskräftig, während der 27-Jahre das Urteil annahm, gab die Staatsanwältin keine Erklärung ab. Da der Mann den unbedingten Strafteil von sechs Monaten bereits in der U-Haft abgesessen hatte, wurde er nach der Verhandlung auf freien Fuß gesetzt.
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