35 Jahre Wiener Bezirkszeitung: Vom Stadtjournal zur bz

Prokuristin Sandra Ritzberger war von Anfang an dabei.
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WIEN. Vor 35 Jahren, im Jahr 1983 hat alles begonnen: Wien bekam eine neue Zeitung, die sich dadurch auszeichnete, Nachrichten direkt aus dem Grätzel zu liefern. Damals hieß es noch Stadtjournal, heute kennt ein jeder die Wiener Bezirkszeitung - oder kurz "bz". Sandra Ritzberger war von Anfang an als Redakteurin dabei - heute ist sie Prokuristin. Sie erzählt über die Anfänge der bz.

Wie hat 1983 alles begonnen?
SANDRA RITZBERGER: Die Zeitungsmacher Christine Gawlik und Karl Mader entschlossen sich, neue Wege zu gehen. Sie mieteten zwei Zimmerchen im Internationalen Pressezentrum (IPZ) in der Gunoldstraße und schafften einen gebrauchten Kopierer und Schreibmaschinen an, die damals supermodernen „Brother“ aus einem kleinen Geschäft in der Brigittenau. Denn der Einzelhandel, der war damals schon, vor 35 Jahren, die Basis, auf der die heutige bz aufgebaut ist.

Du warst von Anfang an dabei?

Ja, eine Frau der ersten Stunde. Ich war 20 Jahre jung, wollte eigentlich Schauspiel oder Theaterwissenschaft studieren. Jedoch musste ich zumindest ein bisschen Geld verdienen, um über die Runden zu kommen. Schon wenige Wochen, nachdem ich beim Stadtjournal angeheuert hatte, wurde ich im Krugerhof gefragt, wie man als Künstler im Stadtjournal vorkommen könne und wohin man die Ankündigung einer Ausstellung schicken solle. Ich war verblüfft: All die coolen Leute im Café standen auf das Stadtjournal! Da wurde mir die Bedeutung des Lokaljournalismus erst bewusst.

Gab es von Beginn an für jeden Bezirk eine eigene Ausgabe?
Wir haben bescheiden angefangen. Zuerst erschienen die Zeitungen in der Landstraße und in Döbling. Je mehr Mitarbeiter dazukamen, desto mehr Bezirksausgaben konnten wir
herausbringen.

Heute bist du Prokuristin. 35 Jahre ein und derselbe Job …
Ich kann es selbst kaum fassen. Aber ehrlich gesagt: Es fühlt sich nicht an wie „immer derselbe Job“. Es waren 35 Jahre voller Veränderung. Angefangen haben wir auf Brother-Schreibmaschinen mit Matritzenpapier und Schwarz-Weiß-Fotos. Heute ist alles ganz anders: Ohne Computer, Internet und Handy ist Zeitungmachen ausgeschlossen. Nur eines ist immer geblieben: die Begeisterung für die Geschichten vor der Haustür, Begegnungen im Schrebergarten und am Stammtisch, wo man alles, aber auch wirklich alles erfährt.

Alle Artikel anlässlich unseres Juliäums finden Sie unter: www.meinbezirk.at/bz-geburtstag

Prokuristin Sandra Ritzberger war von Anfang an dabei.
So sahen unsere Titelseiten in den letzten 35 Jahren aus.

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