Umsetzung noch vor der Wien-Wahl
Hebein und Figl einigen sich auf autofreie Innenstadt

Bezirksvorsteher Markus Figl (ÖVP) und Verkehrsstadträtin Birgit Hebein (Grüne) präsentierten gemeinsam die Pläne für eine autofreie Innenstadt.
  • Bezirksvorsteher Markus Figl (ÖVP) und Verkehrsstadträtin Birgit Hebein (Grüne) präsentierten gemeinsam die Pläne für eine autofreie Innenstadt.
  • Foto: Markus Spitzauer
  • hochgeladen von Andrea Peetz

Die Innere Stadt soll noch vor der Wien-Wahl am 11. Oktober 2020 autofrei werden: Bezirksvorsteher Markus Figl (ÖVP) und Verkehrsstadträtin Birgit Hebein (Grüne) haben sich auf das Konzept geeinigt und erste Details präsentiert.

WIEN. Die Katze ist seit heute Mittwoch, 17. Juni, aus dem Sack: Bezirksvorsteher Markus Figl (ÖVP) und Verkehrsstadträtin Birgit Hebein (Grüne) haben sich auf die Pläne für eine autofreie City geeinigt. Wien wird damit die erste Stadt im deutschsprachigen Raum mit einer verkehrsberuhigten Innenstadt.

Mit den Worten "Es ist ein guter Tag" eröffnete die sichtlich stolze Hebein die Präsentation in der Aula der Wissenschaften in der Wollzeile. Der Zeitpunkt hat geschichtlichen Background: Vor rund 50 Jahren wurde der Graben zur ersten Fußgängerzone Wiens ernannt. Ein halbes Jahrhundert später soll nun der gesamte erste Bezirk zur autofreien Zone werden. "Eine historische Entscheidung", so Hebein.

Autofreie City noch vor der Wien-Wahl

Das neue Verkehrskonzept soll noch vor der Wien-Wahl am 11. Oktober 2020 umgesetzt werden. Das Ziel: eine deutliche Reduktion des Durchzugsverkehrs. "16.000 Menschen leben im ersten Bezirk. 50.000 Autos fahren täglich in die Stadt und wieder hinaus. Diese Zeit ist vorbei", so Hebein.

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Ausgenommen vom Fahrverbot werden unter anderem Anrainer und Anrainerinnen des ersten Bezirks, öffentliche Verkehrsmittel, Taxis, Menschen mit Behinderungen und Menschen, die außerhalb der Verkehrszeiten der öffentlichen Verkehrsmittel im Bezirk arbeiten – etwa Polizisten und Ärzte. Radler und Fiaker sind weiterhin erlaubt, ebenso Personen mit einem gültigen Parkpickerl für den ersten Bezirk. Garagen bleiben natürlich ebenso offen. Kontrolliert werden soll das Fahrverbot von der Polizei.

Zwei Jahre an Konzept gefeilt

Insgesamt rechnet man mit einem Verkehrsrückgang von bis zu 30 Prozent. "Der Verkehr ist für mehr als 40 Prozent des CO2-Ausstoßes in Wien verantwortlich. Mit einer autofreien Innenstadt atmen also auch unser Kinder und Enkelkinder auf", sagt Hebein. Auch der ruhende Verkehr soll drastisch gesenkt werden: Im öffentlichen Raum dürfen nur mehr Anrainer, Menschen mit Behinderung und Fahrzeuge mit Ladetätigkeiten parken.

Seit zwei Jahren habe man gemeinsam, unter anderem mit einem umfangreichen Bürgerbeteiligungsverfahren, an dem Konzept gearbeitet, betont Figl. Die Details sind jedoch nach wie vor noch recht offen. So soll es etwa "Pufferzonen" geben: "Die Innere Stadt geht ja runter bis zur 2er-Linie. Hier wollen wir den Anteil der Anrainerparkplätze auf bis zur 30 Prozent erhöhen." Auch ein eigener Garagengipfel soll noch folgen sowie laufende Evaluierungen nach der Umsetzung.

20 bis 30 Ausnahmegruppen

"Niemand, der auf das Auto angewiesen ist, muss sich Sorgen machen", betont Hebein. Dafür sorgen die umfangreichen, wohl 20 bis 30 Ausnahmegruppen, die ebenso wie die technischen Möglichkeiten der Umsetzung in einem sogenannten "ordentlichen Ermittlungsverfahren" ermittelt werden. Im Juli ist eine mündliche Verhandlung geplant mit Vertretern von unter anderem Bezirk, den Wiener Linien und allen Kammern. Anschließend soll die offizielle Verordnung und die Beschilderung folgen. Rund 30 Verkehrszeichen samt Zusatztafeln mit einem Verweis auf das jeweilige Amtsblatt werden benötigt, um die 15-20 Einfahrtsstraßen in den Bezirk etwa an Ring und Donaukanal zu kennzeichnen.

Auch Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) unterstützt die angestrebte Verkehrsberuhigung – "insbesondere in der Inneren Stadt“, wie er betont. „Allerdings braucht es dafür ein schlüssiges Konzept, bei dem auch die Nachbarbezirke mit einbezogen werden.“ Die angrenzenden Bezirke seien von den Maßnahmen in der City betroffen – von Verkehrsaufkommen bis hin zur Auslastung der Parkplätze. Ludwig fordert ein Gesamtkonzept – auch abgestimmt mit der Parkraumbewirtschaftung in der Stadt. Die Bandbreite zwischen „autofreier Innenstadt“ und zahlreichen Ausnahmeregelungen für die Zufahrt sei noch sehr groß. Auch der von Hebein angestrebte Zeitplan für die Umsetzung – noch vor der Wien-Wahl im Herbst – sei "sehr ambitioniert".

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