Bluttat in Ottakring
Zwei Männer bei Prozess um tödliche Schießerei enthaftet
- Im Mordprozess um Schüsse in einem Ottakringer Lokal kam es am Montag zum zweiten Verhandlungstag. (Archiv)
- Foto: Ronja Reidinger/MeinBezirk
- hochgeladen von Ronja Reidinger
Der zweite Verhandlungstag rund um eine tödliche Schießerei in einem Ottakringer Lokal im Herbst 2025 brachte zwei Enthaftungen. Ausschlaggebend dafür waren Zeugenaussagen, welche den Hauptangeklagten belasten. Dieser wiederum weist die Schuld zurück.
WIEN/OTTAKRING. Langsam aber sicher soll der Fall vom November 2025 justiziell aufgelöst werden. In einem Lokal unweit des Yppenplatzes kam es damals zu einer Schießerei, bei der ein Mann getötet und ein Mann verletzt wurde. Am Montag gab es bereits den zweiten Verhandlungstag in der Sache.
Neben dem Hauptangeklagten, einem 34-Jährigen, mussten sich 36-Jährige und der 39-Jährige als Mitangeklagte verantworten. Laut mehrerer Medienberichte kam es am Montag dann zur Enthaftung der beiden älteren Männer. Grund dafür seien Zeugenaussagen, die bisher nur im Hauptangeklagten eine Verantwortung sehen. Die beiden anderen wären nicht einmal in der Nähe des Tatorts gewesen. Auf dieser Grundlage stellten die Verteidiger der Männer Entlastungsanträge, welchen von Seiten des Gerichts stattgegeben wurde.
34-Jähriger bleibt in Haft
Anders sieht es für den hauptangeklagten 34-Jährigen aus. Er muss weiterhin in Haft bleiben, auch wenn er nach wie vor die tödliche Schussabgabe dem Drittangeklagten zuschreibt. Alle drei Männer müssen sich wegen Mord, Mordversuchs bzw. der Beitragstäterschaft vor Gericht verantworten. Alle drei bekannten sich am ersten Prozesstag, dem Freitag, nicht schuldig. Ein Urteil soll jetzt am 30. November gefällt werden.
- Zwei der insgesamt drei Angeklagten wurden enthaftet. (Symbolfoto)
- Foto: Ronja Reidinger/MeinBezirk
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Eigentlich wäre schon am 14. November der nächste Verhandlungstag angesetzt worden. Doch dieser kann nicht stattfinden, da zwei Zeugen bis jetzt nicht vor Gericht erschienen waren. Sie wurden jetzt zur Fahndung ausgeschrieben.
Kreditstreit als Auslöser
Hintergrund zu den blutigen Schüssen in jener Novembernacht dürften Streitigkeiten um eine Kreditsumme gewesen sein. Ein Kreditvermittler sollte für den Haupt- und den Zweitangeklagten ein Geschäft eingegangen sein. Vereinbart war, dass der Vermittler für rund 50.000 Euro eine Provision von 50 Prozent erhalten solle.
Als der Hauptangeklagte dann mitbekamt, dass der besagte Vermittler in ihrem Namen Kreditkarten bestellt und diese auch belastet hatte, behoben er und der 36-Jährige die Kreditsumme und behielten die Gelder für sich. Bei einer Aussprache in dem Ottakringer Lokal zwischen den drei Männern und dem Kreditvermittler hätte alles geklärt werden sollen.
Während des Treffens soll es dann zur Eskalation und zu einem Tumult gekommen sein. Dem 34-Jährigen wird vorgeworfen, er habe mehrfach Schüsse abgegeben, die auch zumindest zwei Personen getroffen hätten. Darunter sei ein Schuss, der den Vater des Vermittlers in den Bauch traf – dieser war zum Schutz seines Sohnes mitgekommen. Ein weiterer Schuss traf einen Begleiter. Diese sollte letztlich an den Verletzungen auch sterben.
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