Elementarpädagogik
Bildungsstadträtin Emmerling will Wiener Kindergarten "neu denken"
- "Ich habe es mir zur Aufgabe gemacht, dem Kindergarten den Stellenwert zu geben, den er braucht", so Bildungsstadträtin Bettina Emmerling (Neos).
- Foto: Stadt Wien/Markus Wache
- hochgeladen von Nicole Gretz-Blanckenstein
Wiens Bildungsstadträtin Bettina Emmerling (Neos) gab im Education Lab den Startschuss für die Reform des Kindergartens in Wien. Unter dem Titel "Kindergarten neu denken" sollen alle, die in elementarpädagogischen Einrichtungen tätig sind, bei einer Umfrage ihren Input liefern können.
WIEN. Vertreterinnen und Vertreter der Kindergartenträger, die Gewerkschaft, zahlreiche Elementarpädagoginnen und -pädagogen sowie die Presse folgten am Montag der Einladung von Wiens Bildungsstadträtin Bettina Emmerling (Neos) ins Education Lab in der Maderstraße 1 im 4. Bezirk.
Ankündigt wurde eine "Grundsatzrede" zur Elementarpädagogik, denn "ich möchte und habe es mir zur Aufgabe gemacht, dem Kindergarten den Stellenwert zu geben, den er braucht", so die Bildungsstadträtin. Auch wolle sie allen, die in elementarpädagogischen Einrichtungen tätig sind, die Wertschätzung geben, die sie verdienen: "Der Kindergarten ist die erste und wichtigste Bildungseinrichtung und ganz entscheidend für die Zukunft unserer Kinder."
Berechtigte Stadtrechnungshof-Kritik
Die jüngsten Berichte des Stadtrechnungshofs über das Förderwesen in den Wiener Kindergärten hätten für berechtigte Kritik und Aufregung gesorgt (siehe unten mehr). Auch wenn es sich dabei um keine aktuellen Vorkommnisse handle: "Wenn es um den Missbrauch von Fördermitteln geht, ist jedes Aufdecken wichtig."
"Damit es den Kleinsten gut geht, müssen wir groß denken." Mit diesen Worten verkündete Emmerling den Startschuss für den Reformprozess "Kindergarten neu denken". Damit wolle sie grundlegend die Art und Weise, wie elementarpädagogische Einrichtungen in Wien funktionieren sollen, verändern.
Neuer Bildungsplan, neues Fördersystem
Konkret sollen dabei drei große Bereiche angegriffen werden. Zuerst der pädagogische Rahmen, was soll der Kindergarten leisten und was nicht. Dabei soll der Kindergarten für neue Berufsgruppen und Expertisen geöffnet werden. Damit sollen Kinder individueller gefördert und das pädagogische Personal entlastet werden.
Der zweite Bereich beschäftigt sich mit der Zufriedenheit und der Selbstwirksamkeit aller, die in elementarpädagogischen Einrichtungen tätig sind. Dafür startet mit März eine großangelegte Umfrage. "Ich möchte von Ihnen hören: Wie geht’s Ihnen? Was brauchen Sie und welche Schritte sind aus Ihrer Sicht notwendig?", forderte Emmerling die Anwesenden auf, mitzumachen.
Weiters werde mit den großen Kindergartenträgern das Fördersystem überarbeitet und modernisiert. "Sie soll Raum zur Planung und Entwicklung geben, aber auch klare Ziele setzen", so die Vizebürgermeisterin. Auf die Frage, wann das neue Fördersystem in Kraft tritt, meinte Emmerling: "Wir machen uns natürlich einen gewissen Druck, ich möchte möglichst schnell in die Wirksamkeit kommen. Jedoch kann ich keinen konkreten Zeitpunkt sagen. Aber es wird noch in dieser Legislaturperiode sein."
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