Alarmierende Jugendstudie in Wien
Emmerling will mit Verbot Sozialer Medien gegensteuern
- Die Jugend-Wertestudie umfasst 133 Seiten, dafür wurden 1.200 Jugendliche befragt.(Archiv)
- Foto: Valentina Marinelić/MeinBezirk
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Mehr Wert auf Regeln der Religion als auf Gesetze legen viele junge Muslime – das hat eine Wertestudie über Jugendliche in Wien ergeben, die von Integrationsstadträtin und Vizebürgermeisterin Bettina Emmerling (Neos) in Auftrag gegeben worden ist. Emmerling will nun gegensteuern, erklärte sie in der ZiB2.
WIEN. "Die Vorschriften meiner Religion stehen über den Gesetzen in Österreich" – dieser Aussage stimmen laut einer Studie über die Werte Wiener Jugendlicher 41 Prozent der Muslime zu, im Vergleich sind es 21 Prozent bei Jugendlichen christlicher Religionen. Integrationsstadträtin und Vizebürgermeisterin Bettina Emmerling (Neos) hat die Studie in Auftrag gegeben und will den teils autoritären und undemokratischen Wertvorstellungen nun mit Maßnahmen im Schulunterricht sowie mit Elternarbeit gegensteuern, wie sie in der ZiB2 erklärte.
Soziologe und Politikberater Kenan Güngör hat die Studie im Auftrag der Integrationsstadträtin durchgeführt: "Wir haben in Teilgruppen bedenkliche und alarmierende Entwicklungen“, so Güngör. Weil man auch die Begründungen in der Studie abgefragt habe, kenne man allerdings auch die "Hebel, bei denen wir ansetzen müssen." Die Religion spiele neben der Herkunft zwar eine große Rolle – aber auch Soziale Medien hätten Einfluss.
Die Politik will reagieren
Emmerling betonte, dass die Studie Grundlage für politische Maßnahmen sei. "Was man sagen kann, und das zeigt sich auch ganz schön, dass die Mehrheit der Jugendlichen demokratisch gefestigt ist. Auf der anderen Seite gibt es aber Risikokonstellationen.“ Sie wil nun etwa mittels gemeinsamem Ethik- und Demokratieunterricht sowie Elternarbeit gegensteuern, kann sich aber auch ein Soziale-Medien-Vebot vorstellen.
- Integrationsstadträtin Bettina Emmerling (Neos) will autoritären und undemokratischen Wertvorstellungen mit Maßnahmen im Schulunterricht sowie mit Elternarbeit gegensteuern (Archivbild).
- Foto: Valentina Marinelic/MeinBezirk
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In der ZiB2 kritisierte die Extremismusforscherin Daniela Pisoiu die Studie: Extremismus sei kein zulässiger Schluss bei Fragen zur Religiosität. „Es gibt unterschiedliche Arten, wie man diese Fragen interpretieren kann. Es ist nicht wirklich zulässig, wissenschaftliche Fragen in einer so vagen Art und Weise zu stellen.“ Außerdem sei die Studie nicht repräsentativ.
42 Prozent Muslime in Wiener Pflichtschulen
In den Wiener Pflichtschulen sind 42 Prozent der Schülerinnen und Schüler Muslime, 32 Prozent christlich und 23 Prozent ohne Religionsbekenntnis. Die Studie umfasst 133 Seiten, dafür wurden 1.200 Jugendliche befragt. Angegeben wurden zehn Herkunftsländer angegeben: Neben Österreich auch Serbien, Polen, Rumänien, Bosnien, Türkei, Kurdistan, Syrien, Afghanistan sowie Tschetschenien.
133 Seiten umfasst die Studie – 1.200 Jugendliche und junge Erwachsene wurden dafür befragt, manche mit, manche ohne Migrationshintergrund. Insgesamt wurden zehn ethnische Zugehörigkeiten angegeben: österreichisch, serbisch, polnisch, rumänisch, bosnisch, türkisch, kurdisch, syrisch, afghanisch und tschetschenisch.
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