"Verspielt Glaubwürdigkeit"
SPÖ-Wien-Koalitionspartner Neos geht jetzt auch auf Ruck los

Selma Arapović, Klubobfrau von Neos Wien, schießt gegen WKW-Chef Walter Ruck scharf. (Archiv) | Foto: Valentina Marinelić/MeinBezirk
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Die Debatte um den Präsidenten der Wiener Wirtschaftskammer (WKW) Walter Ruck nimmt kein Ende. Während Bürgermeister Ludwig (SPÖ) ihm zuletzt noch den Rücken stärkte, schießt jetzt der Koalitionspartner Neos scharf. Die WKW beschädige mit Ruck "ihr eigenes Ansehen, das Vertrauen in die Politik und verspielt ihren letzten Rest an Glaubwürdigkeit."

WIEN. Die Luft wird immer dünner für den Präsidenten der Wiener Wirtschaftskammer (WKW), Walter Ruck. Mittlerweile beschäftigt sich sogar schon die Spitzenbundespolitik mit dem Kopf der Wiener Landeskammer.

Immer mehr Gesprächsfetzen aus einem Protokoll, welches der "Kronen Zeitung" und "Profil" vorliegen soll, tauchen auf. Die jüngste Veröffentlichung der Medien: Ruck soll bei einem gemeinsamen Aufenthalt mit Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) in Berlin Vorschläge gemacht haben, wie man die Wien Energie zu einer AG umbauen könnte. Und in dem Kontext, wie man Millionenbeträge für Ludwigs Wahlkämpfe freimachen könnte. Mehr dazu:

Neue Protokolle bringen Umbau der Wien Energie ins Spiel

Ludwig selbst stärkte dem angeschlagenen WKW-Chef noch nach den ersten Vorwürfen betreffend Postenschacher und Frauenfeindlichkeit am Dienstag noch den Rücken. Er habe mit Ruck "immer ein ausgesprochen gutes Einvernehmen gehabt". Ludwig wie auch Ruck würden "für die Stadt arbeiten und für die Menschen in unserer Stadt, und nicht Parteiinteressen im Vordergrund haben." Dass Ruck nicht seinen Hut nimmt, sei für ihn ein Zeichen von Charakterstärke, die sich immer bei Gegenwind zeige.

Jetzt auch Koalitionspartner mit Kritik

Am Freitag trifft sich bei der ÖVP noch der Bundesparteivorstand, auch ein Treffen des parteiinternen Ethikrates ist angesetzt. Dem Vernehmen nach geht es um einen möglichen Ausschluss Rucks aus der Bundespartei, was immer wahrscheinlicher wird. Der WKW-Chef macht unterdessen keinerlei Anzeichen, dass er von seinem Amt abtreten werde.

Das stößt jetzt auch Neos Wien auf – also genau dem Koalitionspartner von Ludwig und seiner SPÖ. Während der Bürgermeister noch von gutem Einvernehmen sprach, hört sich das bei Neos anders an. Die pinke Partei zeigt kein Verständnis dafür, dass Ruck trotz der jüngsten Enthüllungen und der damit verbundenen Vorwürfe offenbar weiterhin an der Spitze der Wiener Wirtschaftskammer bleiben will, lässt Klubsprecherin Selma Arapović wissen.

WKW "keine glaubwürdige Partnerin"

"Mit Walter Ruck an der Spitze beschädigt die Wirtschaftskammer Wien ihr eigenes Ansehen, das Vertrauen in die Politik und verspielt ihren letzten Rest an Glaubwürdigkeit. So ist sie keine glaubwürdige Partnerin, weder für die Politik noch für die Wiener Unternehmen", so Arapović.

Insbesondere im Sinne der Wiener Wirtschaft müsse sich die Wirtschaftskammer einen "Ruck" geben, kritisiert Arapović: "Sowohl die Hinterzimmer-Politik des Herrn Ruck als auch sein Frauenbild sind ein verheerendes Signal. Gerade für die Unternehmen, die sowas mit ihren Beiträgen finanzieren, ist das ein Schlag ins Gesicht." Die WKW müsse jetzt die Reißleine ziehen.

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Selma Arapović, Klubobfrau von Neos Wien, schießt gegen WKW-Chef Walter Ruck scharf. (Archiv) | Foto: Valentina Marinelić/MeinBezirk
Der Koalitionspartner von Bürgermeister Michael Ludwig (l.) kritisiert jetzt den Umgang der WKW mit Ruck (r.). | Foto: Andreas Pölzl/MeinBezirk
Wirtschaftskammer-Wien-Präsident Walter Ruck gerät immer weiter unter Druck. (Archiv) | Foto: Valentina Marinelić/MeinBezirk
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