Details in Klagsschrift
Wie tappten Strache und Gudenus in die Ibiza-Falle?

Wiener Anwaltskanzleien, Szenelokale und Immobilienfirmen: So kam es zum folgenschweren Treffen auf Ibiza.
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  • hochgeladen von Elisabeth Schwenter

Gudenus hielt Lockvogel für glaubwürdig: Klagsschrift zeigt, wie es zum Ibiza-Treffen überhaupt kommen konnte.

WIEN. Anwaltskanzleien in der Wiener Innenstadt, die Spitzen der Wiener FPÖ, vermeintliche russische Oligarchennichten, Luxus-Immobilien, teuere Autos und der Wiener „Stadtwirt“: Wie es zu dem Treffen von Ex-Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ) und dem ehemaligen geschäftsführenden Klubobmann der FPÖ, Johann Gudenus, mit einer vermeintlichen Oligarchennichte auf Ibiza überhaupt kommen konnte, ist mindestens genauso spannend, wie das, was in den Wochen nach der Veröffentlichung der brisanten Aufnahmen passiert ist.

Jetzt will der Ex-FPÖ-Klubchef Johann Gudenus gegen den mutmaßlichen Drahtzieher des „Ibiza-Videos“ vorgehen. Er reichte eine zivilrechtliche Klage ein, wie Ö1 am Freitag berichtete. Sein Anwalt will erwirken, dass das Video künftig nicht mehr gezeigt werden darf. Im Hinblick auf Gudenus’ Rolle verweist er auf dessen „Übersetzungstätigkeit“ in den bisher veröffentlichten Sequenzen.

Korruption: Eine Spurensuche in Wien

Zwischen Anwaltskanzleien, Immobilienmaklern und Wiener Szenelokalen schließt sich der Kreis, wie der Standard heute berichtet. Johann Gudenus, der im Juni aus der FPÖ ausgetreten ist und alle seine politischen Ämter zurückgelegt hat, hat den Wiener Anwalt Heinz Schimanko damit beauftragt, gegen dessen Kollegen R. M. vorzugehen, der seine Involvierung in das Ibiza-Video bereits bestätigt hat, um herauszufinden, wie das Ibiza-Video überhaupt entstehen konnte.

Das Video zeigt ein Treffen zwischen dem ehemaligen FPÖ Heinz-Christian Strache, Johann Gudenus, dessen Ehefrau Tajana und einer vermeintlichen russischen Oligarchin, mit der Strache und Gudenus über den Verkauf der Kronen Zeitung und die Privatisierung des Wassers in Österreich sprachen. Die Oligarchennichte entpuppte sich später als Lockvogel.

In der Klagsschrift des Anwaltes von Gudenus, aus der der Standard zitiert, äußert der Anwalt des einstigen FPÖ-Klubobmanns die Befürchtung, dass "im Zuge des hart geführten Wahlkampfs der politischen Parteien weitere Teile des Ibiza-Videos veröffentlicht" oder Medien zur Verfügung gestellt werden.

Ein Mercedes-Maybach und der Wiener Stadtwirt

Eine Imobilienmaklerin soll den Kontakt zwischen Gudenus und dem russischen Lockvogel hergestellt haben. Diese erzählte Tajana Gudenus, der Ehefrau von Johann Gudenus, von einer vermögenden Russin, die sich für Immobilien der Familie interessiere. Im März 2017 kam es dann zu einem Abendessen mit der Immobilienmaklerin, dem Ehepaar Gudenus, dem jetzt beklagten Wiener Anwalt R. M. sowie dem russischen Lockvogel und dessen Begleitung J. H. An der Glaubwürdigkeit des Lockvogels zweifelte Gudenus offenabr auch deshalb nicht, weil dieser "von einem Chauffeur in einer Luxuslimousine Marke Mercedes-Maybach" zum Treffen gebracht wurde. Und auch die Immobilienmaklerin versicherte Gudenus offenbar, dass es sich bei dem Lockvogel tatsächlich um eine reiche Russin handle. Mit dem Lockvogel wurden dann die Immobilien der Familie Gudenus besichtigt und es fand ein Treffen im Wiener „Stadtwirt“ statt.

Nachdem die vermeintliche russische Oligarchennichte glaubhaft versichert hatte, dass sie große Summen in Österreich investieren wolle, fand dann im Juni 2017 das folgenschwere Treffen zwischen dem Lockvogel und Gudenus und Strache auf Ibiza statt - es folgten die berüchtigten heimlichen Filmaufnahmen, in denen Strache und Gudenus frei über vermeintlich illegale Parteienfinanzierung, die Privatisierung von Trinkwasser und die Übernahme der "Kronen Zeitung" plauderten. Das Video hat nicht nur Neuwahlen und die Rücktritte Straches und Gudenus' ausgelöst, sondern auch zu weiteren Ermittlungen und Privatklagen geführt.

Autor:

Elisabeth Schwenter aus Penzing

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