Kritik an Bildungsdirektion
Wiener Klimabeauftragte werden im neuen Schuljahr ersetzt
- Mit dem kommenden Schuljahr sollen ein bis zwei Schulqualitätsmanagerinnen und -manager die Aufgaben der Wiener Klimabeauftragten übernehmen. (Symbolfoto)
- Foto: DovidPro/Smarterpix
- hochgeladen von Sophie Ruzicka
Mit dem kommenden Schuljahr soll die Koordination der Wiener Klimabeauftragten neu organisiert werden. Künftig übernehmen ein bis zwei Schulqualitätsmanagerinnen bzw. -manager diese Aufgaben. Die Entscheidung der Bildungsdirektion sorgt angesichts der aktuellen Hitzewellen und der Klimakrise für Kritik.
WIEN. Mehr als 90 freiwillige Pädagoginnen und Pädagogen sowie Direktorinnen und Direktoren aller Schultypen engagieren sich laut Teachers For Future Österreich als Klimabeauftragte an Wiener Schulen. Sie unterstützen Schülerinnen und Schüler bei Klimaprojekten, Nachhaltigkeitsinitiativen und der Umsetzung von Klimabildung im Schulalltag.
Gerade angesichts zunehmender Hitzewellen und der Folgen der Klimakrise sei diese Arbeit von besonderer Bedeutung. Dennoch stellt die Bildungsdirektion Wien die bisherige Koordinationsstruktur mit Beginn des Schuljahres 2026/27 um. Künftig sollen ein bis zwei Schulqualitätsmanagerinnen bzw. -manager die Aufgaben der bisherigen Koordinationsstelle übernehmen – zusätzlich zu ihren bestehenden Tätigkeiten.
Bildungsdirektion verweist auf neue Struktur
Die Bildungsdirektion Wien begründet den Schritt damit, dass sie die Koordination künftig selbst übernimmt. Ziel sei es, Kompetenzen aus Schulaufsicht, Fachbereichen und Schulqualitätsmanagement stärker zu bündeln und Schulen umfassender zu begleiten.
„Klimabildung ist ein essentieller Bestandteil moderner Schulentwicklung. Die Integration dieser Aufgaben in unsere Unterstützungsstrukturen sowie die Zusammenarbeit mit den Klimabeauftragten ermöglicht es uns, Schulen nachhaltig und mit einer breiten fachlichen Expertise zu begleiten", erklärt Bildungsdirektorin Elisabeth Fuchs.
Kritik von Teachers For Future und Grünen
Teachers For Future Österreich sieht die Neuorganisation kritisch und spricht angesichts der Klimakrise von einem falschen Signal.
„Diese Entscheidung widerspricht den Erkenntnissen des Zweiten Österreichischen Sachstandsberichts zum Klimawandel (2025). Dieser hält fest, dass das österreichische Bildungssystem nicht ausreichend zu einer klimafreundlichen Lebensweise beiträgt und somit die Erhitzung mit vorantreibt", heißt es in einer Aussendung.
- Teachers For Future Österreich kritisiert das Vorhaben der Bildungsdirektion. (Archiv)
- Foto: MChe Lee/Unsplash
- hochgeladen von Sophie Ruzicka
Auch die Wiener Grünen üben Kritik. „Die Hitzewelle führt eindeutig vor Augen, dass die Stadtregierung das Hitzeproblem in Zeiten der Klimakrise bei weitem noch nicht ausreichend verstanden hat. Ein normaler Unterricht war zuletzt nicht mehr möglich. Dass die Stadt jetzt die Koordinierungsstelle für die Klimabeauftragten streicht, passt ins schiefe Bild", sagt Bildungssprecher Felix Stadler.
Parteivorsitzende Judith Pühringer ergänzt: „Was sich wie ein schlechter Witz anhört, ist leider wahr und zeigt erneut, dass die Stadtregierung beim Thema Hitzeschutz hilflos und planlos ist." Die Grünen haben dazu eine Petition gegen den aus ihrer Sicht unzureichenden Hitzeschutz an Wiens Schulen und Kindergärten gestartet.
Offener Brief fordert Hitzeschutz
Zusätzlichen Druck macht eine Wiener Pädagogin, die sich mit einem offenen Brief an das Bildungsministerium gewandt hat. Darin fordert sie unter anderem einen verbindlichen Hitzeschutzplan für Schulen und Kindergärten, regelmäßige Temperaturmessungen in Klassenräumen, klar definierte Maßnahmen ab bestimmten Raumtemperaturen sowie ein eigenes Budget für Beschattung, Sanierungen, Lüftungskonzepte und weitere Hitzeschutzmaßnahmen.
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