Gesundheitsreform in Wien
Unternehmer erhalten Arzt-Selbstbehalt retour

Walter Ruck, Präsident der Wirtschaftskammer Wien, präsentiert ein neues Gesundheitsprojekt für Unternehmer.
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  • Foto: Lachner
  • hochgeladen von Larissa Reisenbauer

Wie die Wirtschaftskammer Wien soeben in einer Pressekonferenz verkündete, wird der Arzt-Selbstbehalt für Wiener Unternehmer künftig ersetzt.

WIEN. Die Wiener Wirtschaftskammer will künftig Unternehmer begünstigen, die regelmäßig zu Vorsorgeuntersuchungen gehen. Sie sollen den Arzt-Selbstbehalt, der bisher zehn Prozent betrug, ersetzt bekommen - und das rückwirkend ab 1. Jänner. Die Wirtschaftskammer Wien senkt damit den verbleibenden Eigenanteil auf null. 

"Heute öffnen wir ein neues Kapitel zur Stärkung der Gesundheit unserer Mitglieder. Als erste Interessensvertretung Österreichs werden wir den Unternehmern den Selbstbehalt bei Arztbesuchen ersetzen", so Walter Ruck, Präsident der Wirtschaftskammer Wien.

Wie wird diese Idee finanziert?

Bislang war die Regelung wie folgt: Ein Unternehmer hatte bei einem Arztbesuch einen Selbstbehalt von 20 Prozent zu zahlen. Wenn dieser sich aber für eine jährliche Vorsorgeuntersuchung entschied, darin für ihn angepasst Gesundheitsziele formulierte und diese am Ende des Jahres auch erreichte, wurden ihm zehn Prozent zurückerstattet. Neu: Ab sofort werden 20 Prozent retourniert. Also hat der Unternehmer nun keinerlei Zusatzkosten bei Arztbesuchen mehr.

Diese große Investition sei möglich, weil im vergangenen Jahr durch eine Strukturreform der WK Wien mehrere Millionen Euro eingespart werden konnten, heißt es von der Wiener Wirtschaftskammer. "Dadurch konnten die Kammerbeiträge um mehrere Millionen Euro gesenkt werden. Diese werden nun aber wieder investiert – in die Gesundheit der Mitglieder", so Ruck.

Wichtigkeit der Vorsorgeuntersuchungen aufzeigen

Mit dieser Aktion sollen nicht nur die Unternehmer gefördert werden, sie  soll auch die Wichtigkeit von Vorsorgeuntersuchungen aufzeigen. Aktuell nehmen rund 8.000 Wirtschaftstreibende am Vorsorgeprogramm der SVS (Sozialversicherung der Selbständigen) teil. Diese Zahl soll durch die neue Regelung stark ansteigen. "Man muss regelmäßig hinterfragen, ob das Gesundheitssystem dem Vorsorgegedanken ausreichend Rechnung trägt. Wir sehen Verbesserungsbedarf, den wir mit der Übernahme des Selbstbehalts beseitigen", so Ruck.

Die technischen und organisatorischen Vorraussetzungen für eine Rückerstattung werden in den kommenden Wochen noch fixiert. Ziel ist es, das Bürokratische für die Unternehmer so leicht wie möglich zu gestalten. Geplant ist der Start der Retournierung mit Februar.

Autor:

Larissa Reisenbauer aus Wien

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