Wiener Traditionsbetriebe
Viel Geschichte, neue Herausforderungen

Wirtschaftsstadtrat Peter Hanke, Hanni Vanicek,Autorin Freya Martin und Gastgeber Johannes Kattus (v.li.n.re.) bei der Buchpräsentation
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Freya Martins Buch „Wiener Traditionsbetriebe“ beweist: Tradition und neue Ideen sind kein Widerspruch.

WIEN. "Im Untertitel meines neuen Buches stelle ich die Frage, ob Traditionsunternehmen die Asche bewahren, oder das Feuer weitergeben", erklärt Autorin Freya Martin anlässlich ihrer Buchpräsentation in der Sektkellerei Kattus, jener Wiener Sektmanufaktur, die heute bereits in fünfter Generation familiengeführt ist und ein gutes Beispiel dafür, dass man auch nach fast 170 Jahren Geschichte neue Impulse am heimischen Markt setzen kann. "Mir war es ein Anliegen zu zeigen, wie Wiener Familien- und Traditionsunternehmen Innovation mit Tradition verbinden, sich täglich den Herausforderungen der heutigen Zeit stellen, ohne dabei ihren Charme und ihre Unverwechselbarkeit einzubüßen."

Dafür holte die Autorin die Geschäftsführer von drei Wiener Traditionsbetrieben mit aufs Podium: Johannes Kattus, der auch als Gastgeber fungierte, Gerhard Schilling von Almdudler und Hanni Vanicek von der Schwäbischen Jungfrau am Graben. Mit dabei auch Wirtschaftsstadtrat Peter Hanke, der betonte, dass gerade diese Unternehmen die Vielfalt der Stadt präsentieren und Vorbildwirkung haben: "Sie machen seit Jahrhunderten den Wandel mit, setzen neue Impulse und gehen mit gutem Beispiel voran. Das ist gelebte Innovation, und zwar seit Generationen.“

Traditionsbetriebe sind Wiener Kulturgeschichte

"Wir haben uns in unserer ganzen Firmengeschichte ständig neu erfunden. Mein Ururgroßvater hatte ein Spezereiengeschäft am Hof, holte das ´schwarze Gold´, also Kaviar, vom Kaspischen Meer nach Wien und begann 1890 mit der ersten Sektherstellung. Sein Pioniergeist ist auch für meine Generation ansteckend. Wir haben immer versucht, mit der Zeit zu gehen und neue Produkte, wie aktuell unseren ersten Bio-Sekt, zu entwickeln", erklärt Johannes Kattus, der sicher ist, dass Werte wie Herkunft und Regionalität auch für die heutigen Konsumenten wichtig ist.

Dass die Marke Almdudler, die am 17.10.1957 das Licht der Welt erblickte, dies einer Lovestory verdankt, wissen vermutlich wenige. Erwin Klein hat die erste Flasche Almdulder samt Rezept nämlich genau an diesem Datum seiner Frau Ingrid zur Hochzeit geschenkt. Heute kennen 99 Prozent der Österreicher Almdudler, der immer noch nach dem streng geheimen Rezept von damals hergestellt wird, nur zeitgemäß etwas weniger süß. "Das Unternehmen ist bis heute zu 100 Prozent in Familienbesitz. Das kreative Gen lebt weiter, die Familie ist mit 100 Prozent Herzblut bei der Sache. Kreative Ideen und coole Events machen die Marke auch für das junge Publikum erlebbar und genau deshalb ist Almdulder Kult", erklärt Geschäftsführer Gerhard Schilling.

Tradition seit 300 Jahren

Hanni Vanicek, die seit 60 Jahren Wiens legendäres und – mit 300 Jahren – ältestes Geschäft für feine Bett- und Tischwäsche ‚Zur Schwäbischen Jungfrau‘ führt, ist zuversichtlich: "Wir Traditionsunternehmen waren und sind Teil der Wiener Kultur und Geschichte. Wir sind die Landschaftsgärtner des Stadtbilds, auch wenn es leider immer weniger von uns gibt - und wir haben Zukunft. Qualität, Liebe zum Schönen und Service sind der beste Garant für zufriedene Kunden, egal, ob Königshäuser, Hollywoodstars, oder junge Frauen, die heute bei uns vielleicht kein 'Trousseau', also eine Aussteuer, bei uns bestellen, aber schönes Bettzeug schätzen, in dem es sich auch alleine besser schläft als in Massenware“, schmunzelt Vanicek, leidenschaftliche Wienerin, die schon mit 17 ihren ersten Opernball besuchte, damals noch im selbstgeschneiderten Kleid, und dieser Tradition bis heute treu geblieben ist. „Auch das zeigt Verbundenheit zu Wien, die wir seit der Kaiserzeit in der Familie leben.“

Zum Buch: Wiener Traditionsbetriebe

Freya Martin lädt nach dem großen Erfolg ihres 2018 erschienenen Bildbandes "Wiener Traditionsgeschäfte" erneut zu einer spannenden Reise in die Vergangenheit alter Wiener Traditionsbetriebe. Rund 160 faszinierende Ansichten wecken Erinnerungen an alteingesessene Unternehmen. Wiener Stadtgeschichte, zum Neu- und Wiederentdecken. 
„Wiener Traditionsbetriebe“ ist im Sutton Verlag erschienen und um 19,90 Euro im Handel erhältlich.

Autor:

Ulrike Kozeschnik-Schlick aus Alsergrund

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