13.06.2016, 08:58 Uhr

Die Philosophie des Tanzens fühlen

Trainerin Angelika Gollinger mit ihren Schützlingen Anna Wolf, Denise Paschek und Verena Zoisl (v.l.n.r.). (Foto: Franz Krainer)

Streetdance ist die urbanste Form des Körperkults und wurde auf der Straße entwickelt.

Tanzen ist Teil der Menschheitsgeschichte, kultureller Entwicklung und Zeugnis unterschiedlicher gesellschaftlicher Ausdrucksweise. Der Mix aus Breakdance (oft sehr akrobatisch), Krumping (dynamische Bewegung des Körpers mit akzentuierter Ausdruckskraft), Popping (Muskelspannung und Entspannung wie auch das „sliden“ über den Boden) und Locking (Posen zu Beatmusik mit weicher Körperperformance und schnellen Armbewegungen) ist trainingsintensiv, aber auch sehr attraktiv. Drei Mädchen aus der Weststeiermark, kaum 15 Jahre alt, haben mit Trainerin Angelika Gollinger einen Style entwickelt, der bei der letzten Europameisterschaft die Jury begeisterte: Verena Zoisl und Denise Paschek aus Lannach sowie Anna Wolf aus Stainz holten sich nach zwölf nervenaufreibenden Einzelbewerben den Titel „Europameister im Streetdance“. Die Choreographie und das Training von Gollinger ist durchdacht, sportlich auf die Mädchen abgestimmt und akribisch einstudiert. „Tanzen ist eine uralte Ausdrucksform des Menschen, Streetdance eine moderne Art, traditionelles Bewegungsspektrum darzustellen“, weiß die ausgebildete Tanzlehrerin und angehende Meisterin.

Tanzen mit Mehrwert

Die aus St. Radegund stammende Tanzpädagogin will im Herbst eine eigene Schule in Stainz einrichten und dort ein Angebot für junge Menschen schaffen, die neben Social Media auch Sinnvolles für Körper und Geist tun wollen. „Für mich ist es erschreckend, wie sorglos junge Menschen mit Daten umgehen, deshalb will ich in meiner Schule auch das Erkennen der Risken der neuen Jugendkultur vermitteln“, möchte Gollinger auch auf gesellschaftliche Entwicklungen reagieren. „Benehmen lernen, Freundschaften nicht nur am Handy pflegen und Hausverstand trainieren“ sollen wertvolle Zusatznutzen der Tanzausbildung sein. Ihre drei EM-Schützlinge hat sie natürlich ins Herz geschlossen: „Es ist schön zu sehen, mit welchem Ehrgeiz die Mädchen arbeiten und die Trainingsintensität noch ausweiten wollen." Auch Denise Paschek weiß bereits mit 14 Jahren, was für weitere Erfolge nötig ist: „Neue Tranzschritte perfekt einstudieren, Beweglichkeit und Synchronität verbessern sowie die Körperbeherrschung optimieren“, sind Nahziele der für ihr Alter sehr reifen Schülerin.

von Franz Krainer
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