29.03.2016, 11:55 Uhr

Sie designt die Brillen der Stars

Brillen-Designerin Katharina Plattner trägt ihre Fassung als Schmuck. (Foto: Andy Wolf Eyewear)

Die Grazerin Katharina Plattner entwirft Andy Wolf-Brillen, die Lady Gaga oder Rihanna tragen. Im Interview spricht sie über ihre Arbeit und die Liebe zu ihrer Heimat.

Ihre Brillen tragen Stars wie Lady Gaga: Andy Wolf-Designerin
über den Wert von Durchsetzungskraft und die Liebe zu ihrem Wohnort Graz.

WOCHE: Warum Brillen? Sie selbst sind ja nicht fehlsichtig, wie kam es,
dass Sie Brillen designen?

Katharina Plattner: Ja, ich sehe gut! (lacht) Ich finde aber, dass Brillen einen besseren Ruf brauchen: Sie sollten nicht als Seh-Behelfe gelten, sondern als Mode-Accessoires. Ich war früher bei einer Optik-Firma im Verkauf tätig, da hatte ich natürlich viel mit Brillen zu tun und habe begonnen, sie umzudesignen.

Die Firma Andy Wolf gibt es seit zehn Jahren. Mittlerweile sind Sie von der Steiermark aus in 38 Ländern vertreten. Gab es einen Punkt, an dem Sie dachten: „Jetzt haben wir es geschafft“?

Ein besonderer Moment für mich war, als Lady Gaga eine Andy Wolf-Brille getragen hat! Es war super, als ich das erste Foto von ihr mit unserer Brille sah.

Sie ist nicht die einzige Prominente. Wer noch?
Rihanna und Demi Levato zum Beispiel. Oder jetzt: Alle „Vorstadtweiber“ in der Fernsehserie.

Zur Kreativarbeit als Designerin: Wo holen Sie sich Ideen für neue Brillen? Ich gehe gerne in Städten spazieren und beobachte die Leute auf der Staße. Oder ich gehe in den Wald: In der Natur gibt es wunderschöne Farbtöne!

Trends ändern sich. Muss man mit der Mode gehen?
Für mich als Frau ist Mode wichtig. Viele Frauen lieben schöne Kleidung, Schuhe oder Handtaschen. Eine Brille aber ist etwas Besonderes: Sie soll zeitloser sein und der Mensch darf nicht dahinter verschwinden. Ein schlichtes Outfit verträgt aber auch eine auffälligere Brille.

Sie selbst tragen Ihre Brillen als Accessoire. Wie viele haben Sie denn zu Hause?
Ich trage Fassungen ohne Gläser. Erst gestern habe ich meine Brillen zu Hause geputzt: Es sind genau 48 Stück. Haben Sie je die Erfahrung gemacht, dass man als Frau stärker für den Erfolg kämpfen muss? Das ist schwierig zu sagen, ich glaube nicht, dass es so ist. Ich denke, wenn man von etwas überzeugt ist, macht man es mit Durchsetzungskraft. Darauf kommt es an! Es gibt ja sehr erfolgreiche Frauen und auch sehr unerfolgreiche Männer.

Sie jetten beruflich viel durch die Welt. Wie sieht Ihre typische Arbeitswoche aus?
Ich bin zwei Mal pro Woche am Firmensitz in
Hartberg und ansonsten viel unterwegs. Vorige Woche war ich in Hongkong. Nächste Woche fliege ich zu einer
Modemesse nach New York.

Sie leben aber nach wie vor in Graz. Was schätzen Sie hier?

Ja, ich wohne in der Nähe des Lendplatzes. Was ich an Graz schätze, ist der große Wohlfühlfaktor: Die Stadt ist sehr sicher, man kann alles zu Fuß oder mit dem Fahrrad erreichen. Und nun im Frühling genieße ich zum Beispiel unsere schönen Märkte, wie den Bauernmarkt am Lendplatz.


WOCH-WORDRAP
Das Schönste daran, eine Frau zu sein ist …
sich von einem Mann verwöhnen zu lassen.
Mein letzter Glücksmoment …
heute in der Früh, als mein Sohn vor meinem Bett gestanden ist und mich angelächelt hat.
Mit 85 Jahren möchte ich …
im Kreis meiner Familie auf einer Terrasse sitzen und in die Weinberge schauen.
Als Comicfigur wäre ich …
Feuerwehrman Sam. Er ist der Held meines Sohnes und ich möchte auch sein Held sein.

STECKBRIEF

- 1975 geboren, lebt in Graz, be-suchte die HAK Grazbachgasse
- war Flugbeleiterin bei AUA und im Marketing und Sales bei Titanic-Optik
- seit 2006 Designerin von Andy Wolf Eyewear
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