06.07.2016, 08:55 Uhr

Im Löwenkäfig wird es sicher nie langweilig

Antreiber und Spielgestalter: In der letzten Saison war Michi Liendl an zwölf Toren von 1860 beteiligt. (Foto: GEPA)

Der Grazer Michi Liendl testet am Sonntag mit 1860 München in Kumberg gegen Sturm.

Es soll ja Zeiten gegeben haben, zu denen der SK Sturm eher an einen Chaos- denn an einen Sportklub erinnert hat. Doch das alles war, oder auch ist, nur ein Kindergeburtstag gegen das, was sich in den letzten Jahren rund um den kommenden Testspielgegner der Foda-Elf abspielt.
"Stimmt schon, richtig ruhig ist’s bei den Sechz’gern eigentlich nie", lächelt Michael Liendl. Seit mittlerweile einem Jahr gibt der Grazer im Mittelfeld von 1860 München den Takt vor und teste mit den "Löwen" eben am Sonntag (16 Uhr) in Kumberg gegen Sturm.
Ob der 30-Jährige in dieser Saison aber für die Münchener aufläuft, ist alles andere als sicher. Vor einigen Wochen war bereits vom fixen Abgang Liendls zu lesen. "Mit mir hat niemand gesprochen. Ich kann mir das nur so erklären, dass das vielleicht der Plan von Ex-Sportdirektor Oliver Kreuzer war", zuckt der zweifache Familienvater mit den Schultern.
Der ehemalige Sturm-Manager ist mittlerweile bei 1860 aber auch schon wieder Geschichte und wurde durch Thomas Eichin ersetzt. "Und mit dem hab ich noch nicht gesprochen – ich habe daher keine Ahnung, wie es weitergeht. Ich bin jedenfalls für alles offen, der Verein müsste sich halt einmal deklarieren."

Wortgewaltige Bosse

Aktuell weilt Liendl mit den "60ern" in Bad Waltersdorf auf Trainingslager. Keine gute Wahl, zumindest, wenn’s nach Präsident Peter Cassalette geht. "Das ist keine Kundenbindung", kritisiert er in der "Tageszeitung", "so eine Vorbereitung muss viel näher an München stattfinden." Eine Spur noch wortgewaltiger ist Investor Hasan Ismaik. Der Jordanier versprach erst im Frühjahr den Bau eines eigenen Löwen-Stadions (52.000 Plätze) mit einem Löwenpark für alle Löwenrassen der Erde.
Dieser "Weitblick" schlägt sich auch in der Personalpolitik des Zweitligisten nieder. "Kosta Runjaic ist jetzt schon der vierte Trainer, den ich hier habe – und ich bin ja erst ein Jahr in München", schüttelt Liendl den Kopf. "Der Verein braucht endlich Kontinuität – es geht nicht, dass du in einem Jahr gegen den Abstieg spielst und in der nächsten Saison aufsteigen willst."
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