17.06.2016, 10:00 Uhr

"Flashdance" made in Austria

"Ich will nicht so leben, dass gerade so reicht", sagt Jessica Attakpah, die überzeugt ist, dass man sich als gute Schweißerin eine goldene Nase verdienen kann. (Foto: Arnold Burghardt)

Immer mehr Mädchen machen eine Lehre in der Metalltechnik. So auch die Floridsdorferin Jessica Attakpah, die im zweiten Lehrjahr Maschinenbautechnik lernt.

Wie der weibliche Hauptcharakter des Kultfilms "Flashdance" ist die Floridsdorferin Jessica Attakpah Schweißerin mit Leidenschaft für den Tanz. Letzteres sowie auch ihren ursprünglichen Plan, Sportlehrerin zu werden, musste sie aber kurz vor ihrem Abschluss wegen eines schweren Unfalls aufgeben.

Metallberufe haben Zukunft

Attakpah, die Geräteturnen auf Staatsmeisterniveau betrieben hat und einen Weltmeistertitel im Streetdance trägt, entschied sich stattdessen für einen Metallberuf. "Ein Freund, der selbst Schweißer ist, hat mir dazu geraten, weil es ein Zukunftsberuf ist", sagt die eingefleischte Floridsdorferin im Gespräch mit den Regionalmedien Austria (RMA). Das AMS bestätigt, dass der Trend bei Metalltechnik-Berufen nach oben geht.

Gute Verdienstmöglichkeiten

In der Werkstatt ihres Freundes hat Attakpah so ihre Leidenschaft für Metall und ihr Talent für das Schweißen entdeckt. Derzeit ist Attakpah Lehrling für Maschinenbautechnik im zweiten Lehrjahr in der Floridsdorfer ÖBB-Lehrwerkstatt. Gute Verdienstmöglichkeiten spielten bei ihrer Entscheidung für diese Lehre eine wichtige Rolle. "Ich will nicht so leben, dass es sich gerade ausgeht", so Attakpah. Laut AMS-Gehaltskompass liegt das durchschnittliche Einstiegsgehalt von Metalltechnikern bei 2.020 Euro.

Unter den Top Ten bei Mädchen

Metallberufe sind zwar nach wie vor eine Männerdomäne, doch der Frauenanteil steigt. "Metalltechnik liegt auf Platz neun der zehn häufigsten Lehrberufe bei Mädchen", sagt Renate Wenda vom Verein Sprungbrett, einer Mädchen-Beratungsstelle. Auch viele Unternehmen haben ein großes Interesse daran, den Frauenanteil in männerdominierten Berufen zu erhöhen. "Die ÖBB haben schon vor Jahren beschlossen, den Frauenanteil zu erhöhen, da wir es uns nicht leisten können, auf 50 Prozent der Gesellschaft zu verzichten, wenn wir die besten Köpfe haben wollen", so die ÖBB. Der Frauenanteil des Eisenbahnkonzerns liegt aktuell bei knapp zwölf Prozent.

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