18.04.2016, 19:29 Uhr

Deutschkurse für Asylwerber - Helfer gesucht!

Dietmar Böhmer ist der Obmann von MenschenRechteReligion. (Foto: MRR)

550 Asylwerber leben derzeit im Bezirk Voitsberg. Bis zu 30 Schüler sitzen bei Deutschkursen im Saal.

Derzeit leben 550 Asylwerber aus unterschiedlichsten Ländern im Bezirk Voitsberg. Der Verein MenschenRechteReligion, der nicht auf Gewinn ausgerichtet ist und keine öffentlichen Gelder in Anspruch nimmt, setzt sich zum Ziel, als Integrationsbegleiter das Ankommen der Asylwerber in unserer Kultur zu unterstützen. "Es hilft nicht, sich aufzuregen, dass die Asylwerber dies oder jenes nicht wissen oder falsch machen. Man muss auf sie zugehen und es ihnen erklären. Nein zur Aufgabe ihrer Kultur, aber Ja zur Anpassung an unsere. Anders wird das Zusammenleben nicht klappen", sagt Obmann Dietmar Böhmer.

125 Ehrenamtliche

"Wenn man das nicht tut, so werden sie niemals unsere Kultur kennenlernen und es wird immer etwas auszusetzen geben", ergänzt Vorstandsmitglied Christian Veit. Um dies zu erreichen, werden derzeit 125 Ehrenamtliche koordiniert, vor allem mit dem Ziel, die Asylwerber so rasch wie möglich in die Lage zu versetzen, sich in unserer Sprache auszudrücken. "Durch die Sprache kommt die Möglichkeit zur Kontaktaufnahmen und dadurch ist Integration möglich. Das ist mir wichtig und darum engagiere ich mich", sagt Helga Pototschan, eine von 54 Ehrenamtlichen, die zweimal pro Woche in der Evengelischen Kirche in Voitsberg Deutschunterricht gibt.

Einheitliche Unterlagen

Durch die Unterstützung des Bischofs der Evangelischen Kirche und eines weiteren großzügigen Sponsors wurde es möglich, den Lehrern und Schülern einheitliche Unterlagen zur Verfügung zu stellen. Die Unterlagen reichen von Level 1 (Grundkenntnisse der deutschen Sprache) bis zu Level 4 (Zeiten, Aktiv-/Passivbildung). Seit März sind diese Unterlagen in Verwendung. Sie ermöglichen es, abgestimmt auf die verschiedenen Niveaus den Spracherwerb zu fördern. Ziel ist es, die Asylwerber so rasch wie möglich in die Lage zu versetzen, mit Österreichern zu kommunizieren.
Mit 1. April gibt es eine große Neuerung, die seither dafür sorgt, dass die Deutschkurse so richtig gestürmt werden. Es gibt Prüfungen über die einzelnen Level. "Denjenigen, die auch die Level-4-Prüfung absolviert haben und dann einen der zertifizierten A1- oder gar A2-Kurse beim ÖIF machen wollen, geben wir von unserem Verein einen Zuschuff für die Prüfungsgeühr. Und so wurden am 1. April zehn Prüfling erwartet, angetreten sind 35 mit dem Niveau durchwegs gut bis sehr gut.
Diese Maßnahme zusammen mit den alle sechs Wochen stattfindenden Wien-Exkursionen mit unterschiedlichen kulturellen Beiträgen, die nur denjenigen zugänglich sind, die sich nachhaltig um den Spracherwerb bemühen, sorgt für die Interessensteigerung bei den Deutschkursen. "Es ist unglaublich, aber in letzter Zeit habe ich rund 30 Schüler im Saal. Das ist alleine fast nicht mehr zu schaffen", so Pototschan. "Wir suchen daher Menschen, die sich bereiterklären, bei einem bestehenden Kurs zu helfen oder auch ein eigenen Kurs durchführen möchten. Grundvoraussetzung - etwa eine pädagogische Ausbiildung - ist nicht nötig. Nur ein offenes Herz für Menschen in Not und Zeit", sagt Böhmer.
Interessenten können sich an den Verein MenschenRechteReligion wenden. Infos gibt es unter http://menschenrechtereligion.eu/mitmachen.
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