Gegen Amstettner Klasseneinteilung: Eltern sagen "Nein!" zur Mittelschule Mauer

Die Schüler Jana Mock und Marvin Kneissl mit Gabriele Kneissl, Ewald und Jordana Mock, Michael Kranl und Romana Weber.
  • Die Schüler Jana Mock und Marvin Kneissl mit Gabriele Kneissl, Ewald und Jordana Mock, Michael Kranl und Romana Weber.
  • hochgeladen von Thomas Leitsberger

STADT AMSTETTEN. "Ich finde das unfair, dass ich nicht zu meinen Freunden darf", meint Marvin aus Neufurth. Auch Jana, die ebenfalls in Neufurth wohnt, sagt: "Ich möchte auch mit meinen Freunden in die Schule gehen." Bis vor drei Wochen wären die beiden, so wie fünf weitere Kinder, nach den Sommerferien in die Mittelschule in Hausmening gestartet.

Alles ist nun anders

"Wahrscheinlich haben Sie schon den Regionalzeitungen entnommen, dass es bei der Schulplatzzuweisung ... zu Problemen kommt", so beginnt das Schreiben der Stadt Amstetten. Darin wurden die Eltern zwei Wochen vor Schulschluss informiert, dass ihre Kinder nun in die Schule im Nachbarortsteil Mauer müssen, da es in Hausmening zu viele Anmeldungen gab.

Schüler müssen nach Mauer

Es gab im Vorfeld heftige Diskussionen, berichtet Amstettens Bildungsgemeinderätin Elisabeth Asanger über den Beschluss des Schulausschusses jeweils eine Klasse in Hausmening und Mauer zu installieren und nicht etwa zwei Klassen in Hausmening.

"Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht", sagt sie und verweist dabei auch auf die gesetzlichen Vorgaben (siehe Zur Sache).

Kriterien für die Auswahl

"Uns ist gesagt worden, wir können nichts mehr daran ändern", meint Janas Papa Ewald Mock, der fest entschlossen ist: "Ich schicke mein Kind nicht nach Mauer!"
Ausschlaggebend für die Auswahl waren etwa Wohnort, ob Geschwister bereits in Hausmening in die Mittelschule gehen und ob Bedarf an Nachmittagsbetreuung, die es nur in Hausmening gibt, besteht. Von mehreren ausgewählten Schülern besuchen allerdings jüngere Geschwister die Volksschule in Hausmening. Zudem nehme laut Michael Kranl seine Tochter auch Nachmittagsbetreuung in Anspruch.

"Unsere Kinder werden wie Objekte behandelt", ärgert sich Gabriele Kneissl und ergänzt: "Mein Sohn hat mich gefragt, was er falsch gemacht hätte."

Späte Infos für Eltern

Wäre man früher informiert worden, hätte man sich Alternativen suchen oder zumindest im Vorfeld bereits die Schule kennenlernen können, erklärt Jordana Mock. Die Schule in Mauer, so wird auch von anderen Eltern bestätigt, genießt nicht den besten Ruf. Zudem gebe es Sicherheitsbedenken, etwa aufgrund des Asylquartiers. Schüler aus benachbarten Orten wie Öhling und Zeillern, die auch nach Mauer müssten, weichen etwa auf Wallsee aus.

"Das muss aufhören"

"Solche Situationen sollen bzw. müssen in Zukunft aufhören/anders entschieden werden – nicht über den Köpfen der Eltern. Dafür sollte gekämpft werden – bessere und angenehmere Lösungen gemeinsam und früher zu finden. Da natürlich die Kinder am meisten darunter leiden", schreibt eine betroffene Mutter, die anonym bleiben möchte.

Verständnis für die Eltern

"Ich verstehe die Eltern", so Asanger. Ziel sei es, künftig keine Kinder mehr umverteilen zu müssen. Für sie ist auch die Frage nach dem Fortbestand der Mittelschule Mauer "noch nicht gelöst".

Zur Sache: 108 Schüler wurden für die ersten Klassen der Mittelschulgemeinde Amstetten angemeldet (Schulen in Amstetten, Hausmening, Mauer). Nach den gesetzlichen Grundlagen dürfen fünf erste Klassen gebildet werden. Drei wird es in Amstetten geben, jeweils eine in Mauer und Hausmening.

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