Streuobstwiesen an der Moststraße
Neues Projekt soll rare Birnen retten

G. Handlechner, R. Würflinger, M. Schmidthaler, J. Roitinger, T. Dietrich-Hübner, M. Weis, M. Hinterholzer, J. Hartl, M. Kogler, M. Ettlinger.
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2.000 Quadratkilometer an Streuobstwiesen sollen durch ein groß angelegtes Projekt erhalten werden.

MOSTSTRASSE. "Der Streuobstbestand ist hochgradig gefährdet", sagt Moststraße-Geschäftsführerin Maria Ettlinger. Deshalb startet die LEADER-Region Moststraße mit Blühendes Österreich ein Projekt zum Erhalt von 2.000 Quadratkilometern an Streuobstwiesen. "Der Fokus liegt auf Birnenraritäten", so Ettlinger.

Das steckt hinter dem Projekt

„Durch unsere Initiative erhalten wir unser Landschaftsbild, traditionelle Anbaumethoden und seltene Birnensorten wie Graukerlbirne und Schöberlbirne", sagt Biologe und Projektleiter Mathias Weis. Mutterbäume von Birnen- und Äpfel-Raritäten werden gezielt gepflegt und mindestens 100 neue Jung-Mutterbäume daraus gezogen und ausgepflanzt. „Raritäten erhalten heißt auch Sorten, die schon lange nicht mehr oder noch nie im Baumschulsortiment waren, wieder mit Jungbäumen auf die Höfe und Obstgärten zurückzubringen", erklärt Pomologin Gerlinde Handlechner.
"Durch genetische Analysen hinterleuchten und identifizieren wir außerdem die Raritäten wissenschaftlich", ergänzt Weis. „Derartig umfangreiche genetische Fingerprints bei Birnensorten wurden österreichweit erstmalig hier im Mostviertel durchgeführt", so Pomologin Martina Schmidthaler.

Bewusstsein bilden

Zudem sollen bewusstseinsbildende Maßnahmen gesetzt werden. So werden etwa Schulklassen an das Thema herangeführt. Auch Sortenbestimmungstage werden stattfinden, damit "neue alte Sorten" gefunden werden.
Für den Erhalt der Bestände und damit der Kulturlandschaft "muss man immer wieder Bewusstsein schaffen", betont Moststraße-Obfrau Michaela Hinterholzer.

Rückgang des Bestandes

Wegen des arbeitsintensiven Pflege- und Ernteaufwands von Streuobstwiesen zählt die Mostbirne zu den gefährdeten Obstsorten. 36 Millionen Streuobstbäume gab es österreichweit noch vor 100 Jahren. „Heute sind nur mehr weniger als vier Millionen Bäume vorhanden und der Rückgang hält an", so Hans Hartl, Obmann der ARGE Streuobst. "Es ist schrecklich, was sich da in letzter Zeit abgespielt hat", meint er.

Blühende Moststraße

Unterstützt wird das Projekt von der Billa-Stiftung Blühendes Österreich. Ohne Artenvielfalt gebe es nicht die Vielfalt an hochwertigen heimischen Produkten in den Regalen, erklärt Tanja Dietrich-Hübner, Bereichsleiterin Nachhaltigkeit beim Rewe-Konzern. „Unsere gemeinsame Initiative ist für mich ein Best-Practice-Beispiel für eine gelungene Kooperation zwischen öffentlicher Hand, Landwirtschaft, Privatwirtschaft und Wissenschaft“, betont Ronald Würflinger, Geschäftsführer Blühendes Österreich.

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