23.09.2014, 10:40 Uhr

Nase voll von Rauschgift

Gemeinderat Michael Hofer, Vizebürgermeister Dieter Funke und Nationalrat Andreas Hanger sagen "Nein" zu einer Legalisierung.

Sucht und Prävention: Sozialistische Jugend löst mit provokativen Flyern Drogendebatte in Amstetten aus.

Die Verteilaktion der Sozialistischen Jugend (SJ), bei der Flyer mit der Aussage "Lieber bekifft f..., als besoffen fahren" sorgt für Unruhe in der Amstettner Politik und wurde nun auch Thema im Gemeinderat.
Es ginge darum, eine sachliche Diskussion zu starten, erklärt Mirza Buljubasic, SJ-Bezirksvorsitzender. Um Themen wie diese an die Öffentlichkeit zu bringen, würde es aber manchmal einer provokativen Aussage bedürfen, meint er.

Drogengelder für Prävention

Jugendliche, die hin und wieder einen "Joint" rauchen, sollten nicht kriminalisiert werden, und bei einer Legalisierung sollten die dadurch entstehenden Steuereinnahmen zweckgebunden in die Suchtprävention fließen, so Buljubasic.
Zudem würde ein legaler Konsum den Kontakt mit Drogendealern und somit in weiterer Folge auch zu anderen, härteren Drogen unterbinden.

Drogenproblem in Amstetten

Anders sieht dies die Amstettner Volkspartei.
Als Familienvater könne er weder derartige Slogans noch die Legalisierung von Cannabis gut heißen, meint Gemeinderat Michael Hofer. Eine Aussage, die Vizebürgermeister Dieter Funke unterstreicht, und mehr Gelder und Aktivitäten für die Suchtprävention fordert.
In Amstetten gebe es ein großes Suchtproblem, dies betreffe auch Alkohol- und Spielsucht, so Hofer.

Alkohol größtes Problem

Im Österreichvergleich fällt Amstetten "nicht aus der Reihe", erklärt Ulrike Gerstl, Regionalleiterin der Suchtberatung der Caritas im Mostviertel. Alkoholismus sei das größte Problem, zugleich aber auch ein großes Tabuthema. Erst dann folgen andere Substanzen und Mittel wie Nikotin, Medikamente, Cannabis oder synthetische Drogen.
Die Einnahme von Drogen habe viele Gründe und ebenso viele Auswirkungen, erklärt Gerstl. Zudem würden Abhängige oftmals mehrere Substanzen einnehmen bzw. auch auf das zurückgreifen, was verfügbar sei.
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