Jahrhundertprojekt
Uttendorf erhält „unsichtbaren“ Hochwasserschutz bis 2027
- Landtagsabgeordneter Klaus Mühlbacher, Agrar-Landesrätin Michaela Langer-Weninger, Bürgermeister Johannes Manglberger, Klima- und Umweltlandesrat Stefan Kaineder und Daniela König, Leiterin der Abteilung Wasserwirtschaft des Landes OÖ, beim Spatenstich (v. l. n. r.).
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Uttendorf bekommt bis 2027 einen fast unsichtbaren Hochwasserschutz für 1.500 Menschen – kombiniert mit ökologischen Verbesserungen für die Mattig und weiterhin nutzbaren Landwirtschaftsflächen.
HELPFAU-UTTENDORF. Die Marktgemeinde Helpfau‑Uttendorf und der Wasserverband Mattig setzen gemeinsam mit Bund und Land ein 15‐Millionen-Euro-Projekt um. Bis 2027 entsteht entlang von Mattig und Schwemmbach ein rund 9,2 Kilometer langes Damm- und Muldensystem. Es schützt künftig 1.500 Einwohner und 367 Gebäude vor Überflutungen.
Der Baustart erfolgte bereits im Herbst 2025 – nur ein Jahr nach dem verheerenden Hochwasser von 2024.
- Christoph Stampfl, Baugebietsleiter Westliches Innviertel, erklärt, wo die Hochwasserschutzmaßnahmen greifen sollen.
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Dürre und Überschwemmung
Umwelt‑ und Klimalandesrat Stefan Kaineder erinnert an seinen Besuch während der großen Überschwemmung 2024. Er betont, dass Extremwetterereignisse häufiger werden.
„Wir machen das, weil wir vorausschauen“,
sagt er. Gleichzeitig sei es „fast widersprüchlich“, über Hochwasserschutz zu sprechen, während die Mattig stellenweise ausgetrocknet ist. Für ihn zeigt das, wie schnell sich die Lage ändern kann und wie wichtig Vorsorge ist.
- Stefan Kaineder appelliert daran, sich frühzeitig gegen Extremwetterlagen zu wappnen.
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Bürgermeister und Wasserverbandsobmann Johannes Manglberger spricht deshalb von einem „Jahrhundertprojekt“. Er sagt, dass die Bevölkerung nach vielen Jahren des Bangens endlich aufatmen könne.
Naturnaher Schutz
Das Projekt setzt auf moderne Technik, aber auch auf Naturverträglichkeit. Die Dämme werden flach gebaut und fügen sich in die Landschaft ein.
Ein zentraler Bestandteil ist die Reökologisierung der Mattig. Dabei wird der Fluss wieder naturnäher gestaltet. Lebensräume für Tiere und Pflanzen entstehen neu. Ein bestehendes Wehr wird durchgängig gemacht, damit Fische wieder wandern können.
„Die Natur profitiert davon genauso wie wir“, betont Kaineder.
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Landwirtschaft bleibt erhalten
Die Schutzdämme können weiterhin als Wiesen genutzt werden. Das ist für die Region entscheidend. Agrar-Landesrätin Michaela Langer‑Weninger spricht beim Spatenstich offen über die emotionale Belastung für Landwirte, wenn sie Flächen für den Hochwasserschutz abgeben müssen.
„Überflutungen sind eine Tragödie. Aber auch der Verlust von Nutzflächen trifft viele hart“
, sagt sie. Umso wichtiger sei es, dass die Flächen trotz Schutzbauwerken landwirtschaftlich nutzbar bleiben. Sie lobte gleichzeitig das Verhandlungsgeschick aller Beteiligten – immerhin wurde mit 150 Grundbesitzern gesprochen.
- Agrar-Landesrätin Michaela Langer-Weninger betont die emotionale Komponente, die mit dem Hochwasser und den Gegenmaßnahmen einhergehen.
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Finanzierung
Die Gesamtkosten des Projekts liegen bei 15 Millionen Euro. Finanziert wird der Hochwasserschutz durch den Bund mit 5,25 Millionen Euro, das Land Oberösterreich mit 6 Millionen Euro und den Wasserverband Mattig mit 3,75 Millionen Euro.
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