Haustiere im Burgenland
Was vor dem Haustier-Kauf zu beachten ist – eine neue Pflicht
- Wer erstmals bestimmte Tiere halten möchte, muss künftig vor der Anschaffung einen verpflichtenden Sachkundekurs absolvieren.
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Wer sich erstmals ein bestimmtes Haustier anschaffen möchte, muss seit 1. Juli einen verpflichtenden Sachkundenachweis absolvieren. Ziel der neuen Regelung ist es, künftige Tierhalterinnen und Tierhalter bestmöglich auf ihre neue Verantwortung vorzubereiten und damit das Tierwohl nachhaltig zu stärken.
BURGENLAND. Ein Hund als Überraschung für die Kinder, eine spontane Anschaffung oder ein Tier, das auf den ersten Blick einfach nur niedlich wirkt – Haustiere werden oft aus einer Laune heraus gekauft. Doch die Entscheidung für ein Tier bringt eine langfristige Verantwortung mit sich. Wer sich vorab nicht ausreichend informiert, ist mit den Bedürfnissen des neuen Familienmitglieds häufig überfordert. Im schlimmsten Fall leidet darunter das Tierwohl.
Um genau dieser Problematik entgegenzuwirken, trat am 1. Juli eine neue Regelung in Kraft: Wer erstmals bestimmte Tiere halten möchte, muss künftig vor der Anschaffung einen verpflichtenden Sachkundekurs absolvieren. Betroffen sind Personen, die erstmals einen Hund, Reptilien, Amphibien oder bestimmte Papageienvögel halten möchten. Mit dem Sachkundenachweis soll sichergestellt werden, dass künftige Tierhalterinnen und Tierhalter bereits vor der Anschaffung über die Bedürfnisse, Haltung und Pflege ihres Tieres Bescheid wissen.
- Der Sachkundenachweis für Papageien (z. B. Ara oder Graupapagei) umfasst einen mindestens vierstündigen Theoriekurs, der ebenso vor der Anschaffung zu absolvieren ist.
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Burgenland: Jeder zweite Haushalt hat ein Haustier
Im Burgenland lebt in rund 56 Prozent aller Haushalte mindestens ein Haustier. Damit liegt das Bundesland deutlich über dem österreichischen Durchschnitt von 48 Prozent. Insgesamt sind im Burgenland rund 39.176 Hunde gemeldet. Hinzu kommen etwa 150.000 Katzen sowie schätzungsweise 2.000 bis 4.000 Haushalte, die Reptilien halten. Außerdem werden im Burgenland mehrere tausend Papageienvögel in Privathaltung gehalten. Damit zählt das Burgenland zu den Bundesländern mit der höchsten Haustierdichte Österreichs.
Ein Haustier bedeutet jedoch weit mehr als Gesellschaft oder Freizeitgestaltung – es bringt Verantwortung mit sich, und zwar bereits vor der Anschaffung. So ist in Österreich die sogenannte Qualzucht nach dem Tierschutzgesetz streng verboten. Wer sich bewusst ein Tier anschafft, bei dem aufgrund zuchtbedingter Merkmale vorhersehbar ist, dass es Schmerzen, Leiden oder gesundheitliche Einschränkungen ertragen muss, macht sich strafbar. Ob eine Qualzucht vorliegt, wird dabei immer im Einzelfall beurteilt. Bei Hunden können etwa extrem verkürzte Schnauzen, stark ausgeprägte Hautfalten oder hervorstehende Augen als Qualzuchtmerkmale gelten.
- Bei Hunden können extrem verkürzte Schnauzen, stark ausgeprägte Hautfalten oder hervorstehende Augen als Qualzuchtmerkmale gelten.
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Um Tierleid bereits im Vorfeld zu verhindern, muss die erste Einheit des Sachkundenachweises für Hundehalterinnen und -halter noch vor der Anschaffung absolviert werden.
"Hunde-Führerschein": So laufen die Kurse ab
Einen verpflichtenden Sachkundenachweis müssen Personen erbringen, die erstmals einen Hund, Reptilien, Amphibien oder bestimmte Papageienvögel halten möchten. Ausgenommen sind unter anderem Tierärztinnen und Tierärzte, zertifizierte Hundetrainerinnen und Hundetrainer sowie entsprechend ausgebildetes Fachpersonal. Ebenfalls keinen Sachkundenachweis benötigen Personen, die nachweisen können, dass sie ein Haustier der jeweiligen Tierart innerhalb der vergangenen sieben Jahre bereits gehalten haben.
Für Hundebesitzerinnen und -besitzer umfasst der Sachkundenachweis einen vierstündigen Theoriekurs vor der Anschaffung sowie eine zweistündige Praxiseinheit mit dem eigenen Hund, die innerhalb eines Jahres nach Beginn der Haltung absolviert werden muss. Im Theoriekurs werden unter anderem die Verantwortung der Hundehaltung, der damit verbundene Zeit- und Kostenaufwand, die Wahl eines passenden Hundes, die Erkennung von Qualzuchten und unseriösen Anbieterinnen und Anbietern sowie die Entwicklung und Grundbedürfnisse des Hundes behandelt.
- Mit dem Sachkundenachweis soll sichergestellt werden, dass künftige Tierhalterinnen und Tierhalter bereits vor der Anschaffung über die Bedürfnisse, Haltung und Pflege ihres Tieres Bescheid wissen.
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Der Praxiskurs dauert rund zwei Stunden und vermittelt den sicheren Umgang mit dem Hund im Alltag. Unter realistischen Bedingungen werden unter anderem Leinenführigkeit, Grundkommandos, das Verhalten gegenüber Menschen, anderen Hunden und Umweltreizen sowie die Kontrollierbarkeit des Hundes geübt. Zudem lernen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die Körpersprache und Stresssignale ihres Hundes richtig zu erkennen und darauf angemessen zu reagieren.
Sachkundenachweis: Ablauf bei Amphibien, Reptilien und Vögel
Der Sachkundenachweis für Reptilien und Amphibien besteht aus einem mindestens vierstündigen Theoriekurs, der vor der Anschaffung zu absolvieren ist. Die Kursgebühr ist gesetzlich gedeckelt und beträgt 40 Euro. Nach Abschluss erhalten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein Zertifikat für die Behörde. Vermittelt werden Grundlagen zu Haltung, Pflege, Ernährung, Gesundheit, rechtlichen Vorgaben sowie den Anforderungen an das Terrarium. Der Kurs findet in Präsenz oder online statt und endet meist mit einem kurzen Wissenscheck oder einer Teilnahmebestätigung. Für bestimmte gefährliche Arten können zusätzliche Spezialkurse erforderlich sein.
- Der Sachkundenachweis für Reptilien und Amphibien besteht aus einem mindestens vierstündigen Theoriekurs, der vor der Anschaffung zu absolvieren ist.
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Der Sachkundenachweis für Papageien (z. B. Ara oder Graupapagei) umfasst einen mindestens vierstündigen Theoriekurs, der ebenso vor der Anschaffung zu absolvieren ist. Ausgenommen sind unter anderem Wellensittiche, Nymphensittiche und Unzertrennliche. Vermittelt werden beim Kurs Grundlagen zu Artenschutz, Haltung, Sozialverhalten, Ernährung und Platzbedarf. Ein Praxisteil ist nicht vorgesehen. Nach erfolgreicher Teilnahme erhalten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein Zertifikat, das anschließend bei der zuständigen Behörde zur Meldung der Tierhaltung eingereicht wird.
Hier geht es zur Anmeldung zu den Kursen für alle künftigen Haustierbesitzerinnen und -besitzer.
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