Burgenländische Klimastrategie
Vom Ölausstieg bis zur Photovoltaik-Offensive

LR Astrid Eisenkopf präsentierte die Maßnahmen der Klima- und Energiestrategie.
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  • LR Astrid Eisenkopf präsentierte die Maßnahmen der Klima- und Energiestrategie.
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Umweltlandesrätin Astrid Eisenkopf präsentierte eine Klima- und Energiestrategie mit 75 konkreten Maßnahmen.

PAMHAGEN. Die oberste Zielsetzung lautet: Bis zum Jahr 2050 soll der gesamte Energiebedarf des Burgenlandes aus erneuerbaren Quellen erzeugt werden. „Das Zeitfenster schließt sich langsam“, gibt LR Eisenkopf zu bedenken.

„Sozial verträglicher“ Klimaschutz

In den vergangenen Monaten wurden unter Einbeziehung von Experten und Bürgern eine Klima- und Energiestrategie mit insgesamt zehn Themenfeldern und 75 konkreten Maßnahmen ausgearbeitet. Zwei Leitlinien begleiteten diesen Prozess: „Klimaschutz im Burgenland soll sozial verträglich sein und wir wollen im eigenen Wirkungsbereich mit gutem Beispiel vorangehen“, so Eisenkopf.

Maßnahmen im öffentlichen Bereich

So soll in den kommenden Jahren der Ausstieg aus Ölheizungen in öffentlichen Gebäuden erfolgen. Ein zweiter großer Schritt im eigenen Wirkungsbereich ist der Ausbau von Photovoltaik-Anlagen auf den Dächern der öffentlichen Gebäude. Weitere Maßnahmen: Vermeidung von Dienstreisen, Elektroladeinfrastrukturen bei den Landesgebäuden oder die thermische Sanirung eines Krages-Krankenhauses.

„Raus aus den Ölheizungen“

Im Bereich der Energieeffizienz gilt vor allem „Raus aus den Ölheizungen“. Ein erster Schritt ist das Verbot von Ölheizungen im Neubau, das mit 1.1.2020 in Kraft tritt. Dennoch gibt es im Burgenland noch rund 18.000 Ölheizungen. Ziel ist es, diese bis 2030 durch klimafreundlichere Alternativen zu ersetzen. „Mir ist wichtig, dass dieser Ausstieg aus den Ölheizungen sozial verträglich passiert – das heißt Förderungen statt Anreize“, so Eisenkopf.

Energiegewinnung

Einen großer Themenbereich der Klimastrategie betrifft die Energiegewinnung. Dabei spielt die Energie Burgenland eine wichtige Rolle – etwa mit dem Repowering von Windkraftanlagen, dem Ausbau der Photovoltaik-Anlagen oder dem Einsatz von Wasserstoffbussen.

Verkehr

Die Hälfte der Treibhausgasemissionen im Burgenland stammt aus dem Verkehrsbereich. Maßnahmen zu deren Reduktion sind unter anderem eine bessere Anbindung des Südburgenlandes an den Raum Graz mittels Bus, der Ausbau des Mikro-ÖV-Systems und die Verdichtungen auf den bestehenden Zugstrecken.

Nachzulesen auf www.wunderbar-erneuerbar.at

Weiter Klimaschutzmaßnahmen sind für die Bereiche Landwirtschaft und Naturschutz, Raumplanung, Abfallwirtschaft, Bewusstseinsbildung, Bildung und Forschung geplant.
Die komplette Klimastrategie gibt es auf der Internetseite www.wunderbar-erneuerbar.at.

Grünen-Landessprecherin Regina Petrik zeigt sich grundsätzlich über die Klimastrategie erfreut, hat aber einige Kritikpunkte anzumerken – vor allem in den Bereichen Verkehr und Raumplanung.
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Grüne: „Mutlosigkeit“ bei Verkehr und Raumplanung

Die burgenländischen Grünen zeigen sich in einer ersten Reaktion über die vorgelegte Klimastrategie erfreut, orten jedoch „Mutlosigkeit“ bei Verkehr und Raumplanung. „Es fehlt der Mut zu sagen, dass eine wirksame Klimastrategie, die die nachhaltige Reduktion des CO2-Ausstoßes anstrebt, eine Reduktion des Autoverkehrs beinhalten muss. Daher muss der massive Ausbau des öffentlichen Verkehrs und vor allem des Bahnnetzes ebenso Teil einer Klimastrategie sein, wie die Einfrierung von großen Straßenbauprojekten“, so Grünen-Landessprecherin Regina Petrik, die auch das Problem der Bodenversiegelung anspricht: „Wenn gleichzeitig mit der Präsentation einer Klimastrategie das Betonieren von 30 ha Boden für ein Logistikzentrum eines Mobelkonzerns abgefeiert wird, wird deutlich, dass hier noch einige Arbeit auf die Grünen wartet.“

Lesen Sie auch: Burgenland hat höchsten CO2-Ausstoß pro Einwohner

LR Astrid Eisenkopf präsentierte die Maßnahmen der Klima- und Energiestrategie.
Grünen-Landessprecherin Regina Petrik zeigt sich grundsätzlich über die Klimastrategie erfreut, hat aber einige Kritikpunkte anzumerken – vor allem in den Bereichen Verkehr und Raumplanung.
Autor:

Christian Uchann aus Eisenstadt

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