14.12.2017, 09:30 Uhr

„Die stille Zeit ist sehr hektisch"

(Foto: Panthermedia/2mmedia)
REGION (bks). Während andere vorm Weihnachtsbaum die Geschenke auspacken und die Zeit mit ihrer Familie verbringen, stehen sie bereit, um zu helfen: die Blaulichtorganisationen. Der Heiligabend ist für die meisten einer der besinnlichsten und ruhigsten Abende im Jahr. Anders sieht dies in der Polizeiinspektion St. Valentin aus. „Die stille Zeit ist bei uns eine hektische Zeit", so Postenkommandant Christian Hirtenlehner. Natürlich habe man am Posten einen Weihnachstbaum aufgestellt, aber zum Feiern käme man am 24. Dezember nicht. „Wir bekommen Besuch von verschiedenen Organisationen und von Politikern, danach setzen wir uns kurz zusammen. Aber ansonsten ist es ein Tag wie jeder andere", so Hirtenlehner. Stressig sei es vor allem wegen der vielen Dämmerungseinbrüche. Auch Schwerpunktaktionen würden angesetzt, um zum Beispiel Alkolenker aus dem Verkehr zu ziehen. Dienst machen in der Polizei St. Valentin vor allem Kollegen, die nicht verheiratet sind und keine Kinder haben.

Keine „Ausreißertage"

Auch in der Dienststelle des Roten Kreuzes in St. Valentin steht ein von den Mitarbeitern geschmückter Christbaum. „Zu Weihnachten und Silvester haben wir nicht mehr Einsätze als sonst. Es kann ganz ruhig sein oder auch viele Fahrten geben. Aber das ist jeden Tag so", sagt der Dienstführende Michael Praska. Zwei Einsatzfahrzeuge seien während der Feiertage besetzt. „An Heiligabend und Silvester setzen sich die Kollegen zusammen und essen Raclette oder Fondue", so Praska. Oft würden sich Freunde absprechen, um Weihnachten gemeinsam Dienst zu machen. „Natürlich wird darauf geschaut, dass keine Mitarbeiter mit kleinen Kindern zum Einsatz kommen. Da ist man kameradschaftlich und tauscht die Schichten." Da der Dienst um 18 Uhr beginnt, könne man zuvor noch ein bisschen mit der Familie feiern. „Nach unserem Motto 'Aus Liebe zum Menschen' sind wir wie immer für alle Mitmenschen erreichbar", so Praska.

Mehr Einsätze für Feuerwehr

„An den Weihnachtsfeiertagen und zu Silvester sind wir achtsamer. Man ist schon sensibler und schaut öfter aufs Handy", so der Feuerwehrkommandant des Bezirks Linz-Land Helmut Födermayr. In der Weihnachtszeit gebe es mehr offene Lichtquellen. Durch die gute Aufklärung würden sich jedoch Christbaumbrände oder Ähnliches in Grenzen halten. Nicht nur Brände, sondern auch andere Einsätze wie zum Beispiel gebrochene Wasserleitungen kämen vor, da man an Feiertagen oft keine Profis rufen kann. In solchen Fällen kämen der Einsatzmannschaft die verschiedenen beruflichen Hintergründe der Kameraden zugute. „Wir können da ein breites Spektrum abdecken", so der Kommandant. Zu Silvester komme es auch häufiger zu Einsätzen. „Wie man die Feuerwerkskörper abschießt, kann man kontrollieren, die Landung jedoch nicht", sagt Födermayr. Am 31. Dezember sei man deshalb immer bereit, auszurücken. „Aber das sind wir sowieso 365 Tage im Jahr."


Präventivmaßnahmen

Damit die „stillen Helden" ein ruhiges Weihnachten verbringen können, gibt es einige Maßnahmen: Als eine Gefahrenquelle nennt Bezirksfeuerwehrkommandat Födermayr das Friedenslicht. Wenn man es nicht ausblasen möchte, sollte man es in einen Kochtopf geben. Generell rät Födermayr, sich auf eventuelle Notsituationen auch gedanklich vorzubereiten. Man sollte sich fragen: "Was kann passieren? Warum kann es passieren? Und was mache ich, wenn es passiert?" So spart man Zeit, wenn der Fall wirklich eintritt. Ein besonderes Augenmerk sollte man auf den Adventkranz legen. Nach vier Wochen ist dieser manchmal schon sehr dürr. Auch Dekomaterialien sind sogenannte "leichte Materialien", die schnell zu brennen beginnen. Außerdem ist es immer ratsam einen Kübel mit Wasser und einen Feuerlöscher bereitzustellen.

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