Unterstützung
Irrsdorfer hilft in Kenia im Kampf gegen Corona

Wolfgang Heindl (links) war Ende Februar in Entasekera und konnte sich von der hervorragenden Arbeit durch das Team von Isaiah Mootian (rechts) überzeugen.
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  • Wolfgang Heindl (links) war Ende Februar in Entasekera und konnte sich von der hervorragenden Arbeit durch das Team von Isaiah Mootian (rechts) überzeugen.
  • Foto: Sei So Frei/Carmen
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Wolfgang Heindl von „Sei So Frei“ besuchte die von der Organisation mitaufgebaute Klinik für Massai.

STRASSWALCHEN/ENTASEKERA. Der Arzt Isaiah Mootian schaut besorgt auf die neuen Corona-Infektionszahlen.

„Auch wenn wir in unserem Einzugsgebiet noch keinen Fall haben, ist es nur eine Frage der Zeit, bis das Virus auch uns erreicht“,

meint der ärztliche Leiter der Klinik von Entasekera im Süden von Kenia. Sein Krankenhaus bereitet sich auf den Kampf gegen die Pandemie vor – mit Hilfe aus Irrsdorf.

Vorkehrungen

Im Krankenhaus von Entasekera werden nun Vorkehrungen für die kommenden Herausforderungen getroffen. Die Klinik nahe der Grenze zu Tansania wurde von „Sei So Frei“ – der entwicklungspolitischen Organisation der Katholischen Männerbewegung – mit aufgebaut. Nun hilft die Organisation beim Kampf gegen Corona.

Einziges Spital für 30.000 Maasai

Wolfgang Heindl (46), Projektreferent von „Sei So Frei“ in Salzburg, war noch im Februar vor Ort. „Das Spital befindet sich im schwer zugänglichen Hochland von Loita auf 2.000 Meter Seehöhe“, erzählt der Irrsdorfer,

„selbst bei trockenen Straßen benötigt man mit einem Geländewagen vier Stunden bis in die nächste Stadt. Für die 30.000 Maasai in dem dünn besiedelten Gebiet ist Entasekera die einzige Gesundheitseinrichtung.“

Wolfgang Heindl beunruhigt vor allem die Wachstumskurve: „Die tägliche Steigerungsrate an Infektionsfällen lag zuletzt bei über fünf Prozent“, sagt Heindl.

„Hält der Trend an, dann haben wir in Kenia in drei Monaten über 35.000 Fälle. Es geht jetzt darum, das Schlimmste zu verhindern.“

Informationskampagne

„Sei So frei“ unterstützt das Corona-Vorsorgeprojekt, das Mootian gemeinsam mit seinem Team entwickelt hat. Das Projekt sieht mehrere Maßnahmen vor: Eine Informationskampagne soll die Maasai über den notwendigen Schutz aufklären. Dazu fährt das Team von Dorf zu Dorf, um die Menschen zu beraten.

„Zentral ist der Verzicht auf traditionelle Maasai- Zeremonien wie die Hochzeitsfeier Enkiama oder das Kriegerritual Eunoto“,

sagt Mootian.

Die Klinik

In der Klinik selbst entsteht eine Isolierstation mit 17 Betten, damit Erkrankte keine weiteren Personen gefährden können. Für das Krankenhauspersonal wird Schutzausrüstung besorgt, um Ansteckungen zu vermeiden – dazu gehören etwa medizinischer Gesichtsschutz, Hände-Desinfektionsmittel und Infrarot-Temperaturmesser.

Großes Vertrauen in kenianische Partner

Heindl ist überzeugt, dass die Unterstützung aus Österreich Leben rettet. Er hat großes Vertrauen in Dr. Mootian und das Krankenhauspersonal von Entasekera:

„Kenia hat leidvolle aber lehrreiche Erfahrungen im Umgang mit Infektionskrankheiten gemacht“,

erklärt Heindl. „Anders als in Europa wurden früh strenge Maßnahmen gesetzt.“

Selbst erlebt

Das habe er selbst bei seiner Projektreise im Februar und März erlebt. „In jedem Flughafen standen Hand-Desinfektionsspender bereit“, erzählt er.

„Bei allen Passagieren wurde Fieber gemessen. Als ich in der zweiten Märzwoche zurück nach Österreich geflogen bin, waren solche Sicherheitsvorkehrungen weder am Amsterdam Airport noch am Flughafen Wien der Fall.“

Österreichische Hilfe im Maasai-Gebiet

Das Krankenhaus von Entasekera wurde am 29. Jänner 1999 eröffnet. Die Errichtung wurde durch eine Spendenaktion von „Sei So Frei“ in Tirol ermöglicht. Für den reibungslosen Betrieb des Krankenhauses mit seinem 30-köpfigen Team braucht es pro Jahr etwa 90.000 Euro. Neben „Sei So Frei“ zählen das Land Salzburg, das Land Tirol und die Aktion „Sterntaler“ zu den wichtigsten Unterstützern.

Ärzte aus Österreich

Geprägt wurde die Klinik vor allem durch die Arbeit der Zillertaler Ärztin und Romero-Preisträgerin Maria Schiestl. Bereits vor ihrem Tod im Mai 2017 hatte „Daktari Maria“, wie sie von den Maasai liebevoll genannt wurde, die ärztliche Leitung an Mootian übertragen.

„Wer Menschen Hoffnung gibt, trägt ihnen gegenüber auch Verantwortung“,

lautete das Motto von Maria Schiestl. Wolfgang Heindl fühlt sich diesem Leitspruch verpflichtet und appelliert an potenzielle Spender:

„Die Maasai in Loita brauchen dringend Schutz und Hilfe – wir dürfen sie jetzt nicht im Stich lassen.“

Informationen zur Spendenkampagne: "Sei So Frei"
Mehr News gibt es >>HIER<<

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Autor:

Bettina Buchbauer aus Flachgau

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