Paxnatura feiert Jubiläum
Max Mayr-Melnhof über 15 Jahre Paxnatura

- Nach 15 Jahren blickt Max Mayr-Melnhof auf die Geschichte von Paxnatura zurück.
- Foto: Paxnatura
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Ein ehemaliges Tabuthema steht heute im Trend: Seit 15 Jahren bietet das Salzburger Unternehmen Paxnatura Naturbestattungen an. Jetzt blickt Gründer Maximilian Mayr-Melnhof auf die Geschichte des Unternehmens und den Wandel der Trauerkultur.
GRÖDIG. Immer mehr Menschen entscheiden sich für eine letzte Ruhestätte im Wald, auf der Alm oder einer Naturwiese statt am Friedhof. Das Unternehmen Paxnatura – ein Wegbereiter der Naturbestattung in Österreich – feiert derzeit das 15-jährige Bestehen. Zum Jubiläum spricht Gründer Maximilian Mayr-Melnhof über anfängliche Skepsis der Kirche und Politik sowie eine Friedhofs- und Grabpflegekultur, die sich gesellschaftlich bedingt wandelt.
Mayr-Melnhof gründete Paxnatura im Sommer 2010; „von der Natur komme ich, in die Natur kehre ich zurück – was für ein tröstlicher Gedanke“, sagt Mayr-Melnhof, für den der Tod „immer etwas Normales war, ganz anders als für die meisten Menschen.“ In seiner Familie habe es immer wieder Schicksalsschläge gegeben, berichtet er. Doch:
"Unser Glaube gibt uns die Hoffnung auf ein Wiedersehen. Das hat mich immer fasziniert."
Maximilian Mayr-Melnhof
In den ersten drei Monaten im Gründungsjahr entschieden sich laut Unternehmensangaben fünf Personen für eine letzte Ruhestätte in der Natur. Fünf Jahre später seien es bereits 800 Buchungen gewesen und anschließend 1.300 im Jahr 2020.

- Impressionen vom Waldfriedhof.
- Foto: paxnatura
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Verliert Trauerkultur an Bedeutung?
Als Motivation, Paxnatura zu gründen, führt Mayr-Melnhof an, ihm seien in der Vergangenheit immer mehr Friedhöfe mit schlecht gepflegten Gräbern aufgefallen. Einen möglichen Grund für diesen Umstand verortet er darin, dass ein einst fester Bestandteil der Trauerkultur an Bedeutung verliert, da Nachkommen nicht mehr in der Nähe ihrer Familie wohnen.
Und weil Lebensentwürfe zunehmend global ausgerichtet sind, stehe Grabpflege nicht mehr unbedingt auf der Agenda junger Menschen. Fachliche Unterstützung bei der Gründung erhielt Mayr-Melnhof von Karin Seewald, mit der er sich auch die Geschäftsführung teilt.

- Karin Seewald und Maximilian Mayr-Melnhof.
- Foto: Paxnatura
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Dass der Unternehmer mit Paxnatura den Zeitgeist so trifft, war damals nicht vorhersehbar – „erst recht nicht, wenn ich auf die Zahl der Naturbestattungen in Deutschland oder der Schweiz geschaut habe“, erinnert Mayr-Melnhof. Er führt aus:
„Eine Urne unter einen Baum in die Erde zu legen, war ein Tabuthema, vor allem am Land. Wir sind mit der Gründung von Paxnatura nicht den traditionellen Weg gegangen, obwohl ich aus einer ganz traditionellen Familie komme. Doch meine mittlerweile verstorbene Mutter hat mich bestärkt, weil sie es guthieß, wenn sich jemand dieses Themas annimmt, der Tote und den Tod achtet und ehrt.“
Maximilian Mayr-Melnhof
Akzeptanz sei "extrem schnell" gekommen
Anfängliche Skepsis bezüglich der Naturbestattungen von Paxnatura gab es etwa von Seiten der katholischen Kirche oder auch aus der Politik. Diese konnten Seewald und Mayr-Melnhof laut eigenen Angaben jedoch in Gesprächen ausräumen.

- Eine der Urnen von Paxnatura.
- Foto: Paxnatura
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„Heiliger Boden und ein auffindbarer Ort des Gedenkens – diesen beiden Bedingungen der Kirche kommen wir mit Freude nach“, so Mayr-Melnhof. Die Akzeptanz sei daher „extrem schnell“ gekommen, sagt er.
Auch hätten die Menschen schnell gemerkt, dass eine Bestattung in freier Natur im Trauerprozess helfen kann. „Wer vor einem Baum, auf einer Wiese oder sogar am Berg die letzte Ruhestätte eines lieben Menschen besucht, verspürt nicht die Bedrückung, die manche von Friedhöfen her kennen“, stellt Mayr-Melnhof abschließend fest.
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