Lebensmittel vom Bauernhof
Immer mehr Direktvermarkter im Bezirk Freistadt

Martin Miesenberger produziert unter anderem Bio-Säfte und Most.
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  • Martin Miesenberger produziert unter anderem Bio-Säfte und Most.
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Lebensmittel direkt zu vermarkten ist für immer mehr heimische Bauern eine zukunftsfähige Strategie.

BEZIRK FREISTADT. 2010 haben sieben Prozent aller bäuerlichen Betriebe in Oberösterreich Direktvermarktung betrieben. Heute sind es rund zehn Prozent – Tendenz steigend. „Die Direktvermarktung hat als Weiterentwicklung der bäuerlichen Selbstversorgung in unserer Region eine lange Tradition, die auf Vertrauen zu den heimischen Bauern basiert", weiß Margit Graser, Beraterin für Direktvermarktung bei der Bezirksbauernkammer (BBK) Freistadt. Qualitätsproduktion ist dabei ein absolutes Muss, um langfristig erfolgreich zu sein. „Herkunft, Frische und Qualität der Lebensmittel sind für die Konsumenten die wichtigsten Gründe für den Einkauf ab Hof.“ Einen wertvollen Beitrag für diese Qualitätsproduktion leistet das österreichweit gültige Markenzeichen „Gutes vom Bauernhof“. Landwirte, die an dem Marken-Programm teilnehmen, erfüllen freiwillig und zusätzlich zu den gesetzlichen Kontrollen zahlreiche Auflagen. Eine weitere, sowohl bei Bauern als auch Konsumenten beliebte Qualitätsauszeichnung, ist das Bio-Gütesiegel. Mehr als die Hälfte aller heimischen Direktvermarkter sind bio-zertifiziert. Zwei von ihnen sind der Bio-Hof Dastl in Lasberg und der Wirt z’Trosselsdorf in Neumarkt.

Erfolgreicher Bio-Vertrieb

Seit 2014 betreiben die Nebenerwerbsbauern Christian Dastl und Tanja Frühwirth in Kronau einen Ab-Hof-Verkauf und einen Selbstbedienungsladen. Das Angebot könnte umfangreicher nicht sein: „Wir vertreiben Eier, Nudeln, Gemüse und Obst nach Saison, Apfelsaft, Fruchtaufstriche sowie ein Fleisch- und Wurstsortiment von Hühner- über Lammfleisch bis hin zu Schweine- und Rindfleisch“, sagt Tanja Frühwirth. Der Selbstbedienungsladen ist täglich von 7 bis 20 Uhr geöffnet. Auf Wunsch kann man die Lebensmittel auch vorbestellen und liefern lassen. „Der persönliche Kontakt ist mir und den Kunden sehr wichtig. Sie schätzen es zu sehen, wie die Tiere bei uns leben“, erzählt die 36-Jährige.

Martin Miesenberger, besser bekannt als „Wirt z’Trosselsdorf“, ist seit zehn Jahren Bio-Bauer und vertreibt bereits seit 15 Jahren Most, Säfte, Dinkelprodukte, Leindotteröl und Erdäpfel aus eigener Produktion. Er bemerkt, dass vermehrt Jungfamilien auf biologische Produkte direkt vom Bauern setzen. „Die Konsumenten wollen gar nicht zu jeder Jahreszeit alles kaufen können“, sagt Miesenberger. Sämtliche Produkte werden natürlich auch in seinem Wirtshaus verwendet. Verkauft wird großteils Ab-Hof. Seit neuestem sind seine Produkte auch online über die neue Neumarkter Lebensmittel-Kooperative genussfairteiler.at erhältlich.

Regionaler Online-Marktplatz

Wie Miesenberger bieten immer mehr Direktvermarkter ihre Produkte auch online an. Bemühungen, die Vorteile der Digitalisierung den heimischen Bauern näherzubringen, gibt es auch von Seiten des Vereins Mühlviertler Kernland Bauern. Die Webseite kernlandbauern.at bietet eine Plattform für heimische Direktvermarkter, sich und ihre Produkte zu präsentieren. „Auch Lebensmittel werden immer öfter über das Internet und das Handy gekauft“, ist sich Vereins-Obmann Rupert Wiesinger bewusst. „Daher ist es auch für Direktvermarkter wichtig, online auffindbar zu sein.“ Auch eine Kernlandbauern-App ist in Planung. Diese soll ab 2020 zur Verfügung stehen.

Die BBK Freistadt bietet für bestehende Direktvermarkter und Neueinsteiger umfassende Beratungsmöglichkeiten. Ein Großteil des Angebots ist kostenlos. Nähere Informationen und Terminvereinbarung unter 050/6902-3623 oder margit.graser@lk-ooe.at

Zur Sache

  • 136 Direktvermarkter gibt es im Bezirk Freistadt, davon sind 84 Betriebe bio-zertifiziert und 23 „Gutes-vom-Bauernhof-Betriebe“.
  • Direktvermarkter finden:
    107 Betriebe verkaufen ihre Produkte Ab-Hof. Mit der Suchfunktion auf der Website gutesvombauernhof.at kann man nach Produkten und Bezirken filtern. Ähnlich funktionieren die beiden Portale genussfairteiler.at und kernlandbauern.at
  • Die häufigsten Produkte:
    70 Direktvermarkter vertreiben Fleisch und Fleischprodukte, 32 Betriebe Getreide und Getreideerzeugnisse (inklusive Teigwaren). Am dritthäufigsten (30 Betriebe) werden Eier vermarktet, gefolgt von alkoholfreien heimischen Säften, Marmeladen, Milchprodukten von Kuh, Schaf und Ziege sowie Edelbrände und Liköre.

Quelle: BBK Freistadt

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