06.12.2017, 10:47 Uhr

Pferdereich Mühlviertler Alm

Ein ganz besonderes Abenteuer plante und erlebte diesen Sommer Markus Danninger, Obmann des Pferdereichs Mühlviertler Alm und selbst leidenschaftlicher Wanderreiter mit seinem 7-jährigen Lipizzanerwallach Tokay.

EIN SOMMER IM PFERDEREICH MÜHLVIERTLER ALM
700km | 32 Etappen | 25 000 Höhenmeter | 8 Wochen

Die Idee kam, wie würde man anders meinen, bei der Urlaubsplanung. Seit vielen Jahren ist die Mühlviertler Alm Urlaubsdomizil von Reitsportbegeisterten aus aller Welt. Ob mit oder ohne Pferd genießt man hier die Ruhe in der Natur und die hervorragende Infrastruktur für Zwei- und Vierbeiner.

Wie hat Ihre Familie auf diese Idee reagiert?
Meine Frau hat zurückhaltend reagiert. Sie hat gemeint, wenn ich das Abenteuer wagen will, dann wird sie mich unterstützen. Und die Unterstützung ist immer mehr geworden. Nicht nur von meiner Frau, sondern von allen Seiten. Der Rest der Familie war zu Beginn skeptisch. Im Verlauf des Ritts haben sich alle mit mir gefreut und waren auch stolz.

Weshalb also in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah, dachte sich Markus Danninger aus Mönchdorf und begann kurzerhand mit der Vorbereitung und Planung seines Abenteuers.

Haben Sie sich und Ihr Pferd darauf vorbereitet? Immerhin benötigt so ein Ritt ein gewisses Maß an Kondition.

Ja, wir haben uns ca. 6 Monate vorbereitet. Neben der körperlichen Verfassung war es am wichtigsten die richtige Kleidung und Ausstattung zu wählen. Da haben wir regelrecht getestet, bis wir die richtigen Socken, Unterhosen, Stiefel, Satteltaschen, Sattelpad, usw. ausgewählt hatten.

So ein Abenteuer muss ja auch geplant werden. Wie gestaltete sich die Planung?

Ich habe die Etappen im Vorhinein geplant. Die Quartiere und Verpflegung habe ich ca. 1 Woche vor Ankunft gebucht. Es gibt sehr viele Möglichkeiten zu rasten, zu essen und zu übernachten im Pferdereich Mühlviertler Alm. Da ich zum Übernachten meist alleine war, war das auch keine Schwierigkeit, was zu bekommen. Die Mitreiter haben sich meist spontan entschieden.

Am 18.7.2017 war es dann soweit. Gesattelt und bepackt starteten Markus und Tokay von der Moser Alm in Mönchdorf aus ihre erste Etappe. Doch aller Anfang ist schwer und so gab es direkt am 2. Tag kleine Unstimmigkeiten bei Markus und Tokay, der lieber nach Hause wollte als weiter zu reiten und sich in einem unachtsamen Moment ohne „Herrl“ auf den Heimweg machte. Schlussendlich konnte Markus seinen stolzen Lipizzaner überreden und weiter ging es.

Inwiefern hat dieser Sommer die Beziehung zwischen Ihnen und Ihren Pferden verändert?
Wir kennen uns besser. Wir wissen, was wir vom Anderen erwarten und fordern können. Ich hab die Sicherheit gewonnen, dass es keine Hindernisse gibt, die wir nicht überwinden können. Die Pferde wollen, dass ich ihnen diese Sicherheit gebe, dann sind sie überall dabei.

Kleine Hoppalas, Verletzungen und Wetterkapriolen wie extreme Hitze bis über die 30 Grad oder Regentage mit Nebel und schlechter Sicht konnten die Beiden nicht aufhalten.
Lediglich auf Etappe 12 bekam Tokay nach andauernder Hitze ein paar Tage frei um sich zu erholen und Markus sattelte auf seinen 17-jährigen Lipizzanerwallach Sam um.

Haben Sie zwischendrin auch mal ans Aufgeben gedacht?
Es gab keine Schwierigkeiten, die mich ans Aufgeben denken haben lassen. Es gab anstrengende Tage mit 8 Stunden im Sattel, ohne richtige Pause. Das war mir von Beginn an klar, deswegen war Aufgeben nie ein Thema.

Bereits nach wenigen Etappen wurden die Medien und andere Reiter auf Markus‘ Sommerabenteuer aufmerksam und begleiteten ihn. Wer gerade kein Pferd zur Hand hatte, folgt Markus und Tokay in den Sozialen Medien. Auf seiner Facebook-Seite „Ein Sommer im Pferdereich – Mühlviertler Alm“ erzählt Markus von seinen Erlebnissen, untermalt von zahlreichen Fotos und Videos.

Was hat Ihnen am besten gefallen? Der schönste Moment.
Die Stille und gleichzeitig das Naturschauspiel an der Aist.

Spätestens hier geht jedem Reiter das Herz auf. So hinterlässt das Pferdereich Mühlviertler Alm eine Unzahl an bleibenden Eindrücken. Fast unberührte Flecke Natur und eine außerordentliche Gastfreundlichkeit laden ein, sich auf die Spuren von Markus und Tokay zu begeben.

Was möchten Sie den künftigen Wanderreitern im Pferdereich mitgeben?
Sie sollen den angestammten Hof verlassen, um vieles, eventuell sogar alles zu erleben, was das Pferdereich bietet. Die Reitwege, die Natur, die Menschen, das Essen uvm. sind so vielfältig, dass man was versäumt, wenn man immer die selben Wege reitet.

8 Wochen nach Beginn endet das Abenteuer für Markus und Tokay am 9. September 2017 bei einem ebenso fulminanten wie emotionalen Abschiedsritt von der Schutzhütte Ruttenstein zur Moser Alm in Begleitung von über 35 Reitern.

Bleibt nur noch die Frage:

Würden Sie es nochmal machen? Oder planen Sie sogar schon den nächsten Sommer im Sattel?
Ich würde es wieder tun, auf jeden Fall. Konkrete Pläne gibt es noch keine. Die Sehnsucht ist so groß, sodass ich wieder irgendwas unternehmen werde.
Es wird ab 2018 einen Pilgerritt im Pferdereich geben, den reite ich bestimmt.



Fotos: Facebook | Ein Sommer im Pferdereich – Mühlviertler Alm - mit freundlicher Genehmigung von Markus Danninger

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