20.06.2017, 09:50 Uhr

Patienten finden ihr Spital "super"

Optimistisch und voll Tatendrang in die Zukunft: Die LKH- und gespag-Chefs mit der neuen Landesrätin Christine Haberlander (3. v. r.) und Bürgermeisterin Elisabeth Paruta-Teufer. (Foto: Pramhofer)
FREISTADT. Aus Anlass des Doppeljubiläums „70 Jahre Krankenhaus Freistadt, 25 Jahre neuer Standort“ geht man mit dem medizinischen Schwerpunkt an die Öffentlichkeit. „Wir wollen der medizinische Top-Regionalversorger bleiben. Wir können nicht alles anbieten. Aber die Bevölkerung soll wissen: Das, was wir machen, können wir richtig gut“, erklärt der Kaufmännische Direktor Rudolf Wagner.
Mit dem gastroenterologischen Schwerpunkt besitzt das Spital unter dem ärztlichen Leiter Primar Norbert Fritsch eine Spezialkompetenz in Sachen Magen-Darmerkrankungen. Pro Jahr werden 1400 Darm- und 1600 Magenspiegelungen sowie 16.900 CT-Untersuchungen durchgeführt.
Zweites Augenmerk gilt Rheuma-Geplagten. Die hohe Frequenz in der Rheuma-Ambulanz trug man Rechnung: Sie wurde ausgebaut.

Spitzen- und Basismedizin
„Von der Spitzen- bis zur Basismedizin findet man hier alles. Diese bedeutende Leistungsbilanz ist nur dank der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter möglich“, so die Gesundheits-Landesrätin Christine Haberlander. Sie hebt die bedarfs-orientierte Ausbildung an der Gesundheits- und Krankenpflege hervor. „Wir bilden in der Region für die Region aus.“ Erfreulicherweise gibt es beim größten Arbeitgeber im Bezirk derzeit keinen Personalmangel. 75 Prozent der Mitarbeiter kommen aus der Region, zwei Drittel sind Frauen. Die hauseigene Kinderbetreuung wird bestens angenommen. Auch die Patienten sind sehr zufrieden. „Die Ergebnisse der Befragung sind höchst erfreulich. Über alle Kategorien hinweg erlangt das Freistädter Spital seit Jahren ausschließlich Noten zwischen 1 und 2“, ist Karl Lehner, Sprecher des gespag-Vorstandes, stolz. „Besonders freut uns die hohe Weiterempfehlungsrate.“ Neben den ständigen Investitionen gibt es weitere Ziele. Lehner: „Was Thema sein wird, ist die engere Zusammenarbeit zwischen Spital und niedergelassenen Ärzten.“ Es soll mehr tagesklinische Eingriffe geben. Zur von der SPÖ gewünschten Kinderabteilung (Seite 6) meint Vorstand Lehner: „Einerseits gibt es keinen Bedarf, andererseits wäre es unrealistisch zu glauben, dafür ausreichend Fachärzte an das LKH Freistadt zu bekommen.“

Zur Geschichte:

Im Herbst 1947 wurde aus dem ehemaligen Schloss Kinsky in der Zemannstraße in Freistadt ein Krankenhaus. Damals, vor 70 Jahren, verfügte das Spital über 130 Betten und drei Fachabteilungen (Chirurgie, Interne und Geburtshilfe).
1975 übernahm das Land OÖ die Trägerschaft. 1986 fand der Spatenstich für das neue LKH statt, 1992 wurde übersiedelt. Damals brachten die Mitarbeiter teilweise mit den eigenen Pkw die Umzugskartons zum neuen Standort.
2002 übernahm die gespag (oö.Gesundheits- und Spitals-AG) das Krankenhaus als Träger. 2002 ging auch die Dialyse in Betrieb, und bereits 2005 gab es den Spatenstich für die Erweiterung. Die voll ausgelastete psychiatrische Tagesklinik und Ambulanz steht seit 2008 den Patienten offen. 2015 ging die neue Geburtenstation in Betrieb.
In den vergangenen Jahren wurden insgesamt mehr als
56 Millionen Euro investiert.


Kommentar:


Mitarbeiter-Sorgen ernst nehmen


Hier Arbeit, dort Privatleben! Das wäre für viele Chefs der Idealfall, in der Praxis funktioniert das allerdings nicht. Persönliche Sorgen lassen sich nicht ausblenden. Mütter und Väter haben immer die Frage im Hinterkopf: Ist mein Kind gut betreut, geht es ihm gut? Die gespag kümmert sich als Arbeitgeber diesbezüglich sehr um die Bedürfnisse der Mitarbeiter. 2013 wurde am LKH Freistadt ein Pilotprojekt gestartet: Mitarbeiter können ihre Kinder von Tagesmüttern in unmittelbarer Nähe ihres Arbeitsplatzes betreuen lassen. Dieses Pilotprojekt trägt Früchte. Trotz des hohen Bedarfs an Ärzten und Pflegekräften gibt es im Freistädter Spital derzeit keine Probleme in Sachen Personalknappheit. Familiengründung und berufliche Verwirklichung sind zwei elementare Lebensziele. Im Job muss man immer flexibler werden. Das sollten Unternehmer mit Angeboten honorieren. Schließlich gibt es die Möglichkeit von Kooperationen mit anderen Firmen und finanzieller Unterstützung durch die öffentliche Hand.
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