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Bereits zum 25. Mal ging der Landesjugendbewerb des Roten Kreuzes Kärnten über die Bühne. Über 100 Kinder und Jugendliche stellten ihr Können in Erster Hilfe unter Beweis, während 16 von ihnen zusätzlich die anspruchsvolle Prüfung für das Leistungsabzeichen in Gold meisterten.
HERMAGOR. Einen Tag lang stand die Innenstadt von Hermagor im Zeichen der Lebensretter. Denn am 29. August zeigten beim Landesbewerb der Jugendgruppen mehr als 100 Kinder und Jugendliche in 24 Gruppen, wie gut sie in Erster Hilfe sind. Neben Teams aus allen Kärntner Bezirken waren auch Gastgruppen aus Slowenien und Italien mit dabei.
Beim Landesjugendbewerb stand die Erste Hilfe im Mittelpunkt.
Notfälle stellten Jugendliche vor Herausforderungen
Verschiedene nachgestellte Notfälle wurden an unterschiedlichen Stationen für die Teilnehmer vorbereitet. Dort mussten sie Verletzungen erkennen, Patienten richtig versorgen und Entscheidungen unter Zeitdruck treffen. Dabei ging es aber weit über die richtigen Erste-Hilfe-Maßnahmen hinaus: Auch die Kommunikation, Aufgabenverteilung und vor allem die Zusammenarbeit innerhalb der Gruppe spielten eine große Rolle. Das spiegelte sich beim Wettbewerb gut wider: Die Jugendlichen unterstützten sich gegenseitig, arbeiteten konzentriert zusammen und zeigten, wie selbstverständlich Helfen für sie bereits ist.
„Diese jungen Menschen zeigen uns sehr eindrucksvoll: Leben retten ist keine Frage des Alters.“ Rotkreuz-Präsident Dr. Martin Pirz
Die Teilnehmer stellten sich verschiedenen Aufgaben und Notfallsituationen.
Beim Landesjugendbewerb geht es dabei um weit mehr als nur ums Gewinnen. Die Teilnehmer bereiten sich über viele Monate gemeinsam auf die Aufgaben vor, haben Erste Hilfe trainiert und auch gelernt, sich in herausfordernden Situationen aufeinander verlassen zu können. Beim Bewerb wird sichtbar, was während des Jahres in den Jugendgruppen entsteht: fachliches Können ebenso wie Selbstvertrauen, Zusammenhalt und Verantwortungsbewusstsein.
Die besten Gruppen durften sich über ihre Erfolge beim Landesbewerb freuen.
Eine Besonderheit gab es heuer bei der Reanimationsstation: Zum ersten Mal kam bei einem Bewerb auch eine weibliche Reanimationspuppe zum Einsatz – und zwar bewusst ohne vorherige Ankündigung. Die Jugendlichen hatten davor keine Möglichkeit, mit diesem Modell zu üben. Das hat einen einfachen Hintergrund: Frauen werden nach einem Herz-Kreislauf-Stillstand im öffentlichen Raum seltener von anwesenden Ersthelfern wiederbelebt als Männer. Mögliche Gründe dafür sind unter anderem Unsicherheit und Berührungsängste beim Freimachen des Brustkorbs.
Die Jugendlichen bewiesen beim Bewerb Teamgeist und Verantwortungsbewusstsein.
Mit der weiblichen Trainingspuppe sollen solche Hemmschwellen bereits in der Ausbildung abgebaut werden. Damit wollte das Rote Kreuz ganz bewusst sehen, wie die jungen Ersthelfer mit einer ungewohnten, aber realistischen Situation umgehen. Denn im Ernstfall muss unabhängig vom Geschlecht der betroffenen Person rasch und richtig gehandelt werden. Die Jugendlichen konnten diese Überraschung allerdings souverän meistern. Berührungsängste oder Unsicherheit spielten kaum eine Rolle – im Vordergrund stand für sie das, was zählt: erkennen, handeln und helfen. „Im Ernstfall darf es keine Rolle spielen, ob vor mir eine Frau oder ein Mann liegt. Entscheidend ist, dass jemand sofort zu helfen beginnt“, betont Pirz. „Deshalb ist es wichtig, solche Situationen auch realitätsnah zu trainieren.“
Bei der Verleihung wurden die erfolgreichsten Gruppen ausgezeichnet.
Anschließend wurden am Abend im Hermagorer Rathaus die erfolgreichsten Gruppen ausgezeichnet. Im Bronzebewerb setzte sich das Heimteam Hermagor 1 „Einsatzelite“ mit 1.649 Punkten und 93,69 Prozent an die Spitze. Nur knapp dahinter landeten Villach 1 „Maniac Medics“ mit 1.644 Punkten auf Platz zwei. Den dritten Platz erreichte Gmünd 1 „5 Probleme – 1 Mission“ mit 1.559 Punkten. Im Silberbewerb holte sich Feldkirchen 1 mit 1.740 Punkten und 93,30 Prozent den Sieg. Platz zwei ging an Wolfsberg 1 „RAWR“ mit 1.707 Punkten, gefolgt von Völkermarkt 1 mit 1.692 Punkten auf Rang drei.
Die Freude über die erfolgreichen Leistungen war bei der Siegerehrung groß.
Eine besondere Herausforderung stellte auch heuer wieder der Goldbewerb dar. Anders als in den Bronze- und Silberbewerben treten die Jugendlichen hier alleine an. Dabei gibt es keine klassische Platzierung – entscheidend ist nur, ob das Leistungsabzeichen bestanden wird. Die Teilnehmer müssen nicht nur ihr Können in der allgemeinen Ersten Hilfe unter Beweis stellen, sondern werden auch auf Notfälle bei Kindern und Säuglingen geprüft. Insgesamt 16 Jugendliche konnten diese anspruchsvolle Prüfung erfolgreich meistern und erreichten das Leistungsabzeichen in Gold.
Ein Bewerb, der verbindet
Auch Landesjugendreferent Hannes Wandaller zieht eine positive Bilanz: „Was unsere Jugendlichen hier gezeigt haben, macht uns wirklich stolz. Natürlich freuen wir uns über großartige Ergebnisse. Mindestens genauso wichtig ist aber zu sehen, wie die Gruppen miteinander umgehen, einander unterstützen und gemeinsam Lösungen finden. Genau darum geht es in unserer Jugendarbeit.“ Den Jugendlichen sollen neben Wissen und Sicherheit auch Werte wie Menschlichkeit, Hilfsbereitschaft und Zusammenhalt vermittelt werden. Dass in Hermagor neben den Kärntner Teams auch Jugendliche aus Italien und Slowenien gemeinsam antraten, machte den Bewerb zusätzlich zu einem grenzüberschreitenden Treffen junger Menschen.
Die Platzierungen im Überblick:
Bronze: 1. Hermagor 1 „Einsatzelite“, 2. Villach 1 „Maniac Medics“, 3. Gmünd 1 „5 Probleme – 1 Mission“ Silber: 1. Feldkirchen 1, 2. Wolfsberg 1 „RAWR“, 3. Völkermarkt 1 Gold: 16 Jugendliche aus den Bezirken Spittal, Feldkirchen, Völkermarkt, Wolfsberg und Klagenfurt erreichten das Leistungsabzeichen in Gold.
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