Petra Galyo im Institut Hartheim
Pflege ist nicht Beruf, sondern Berufung

- Rund um die Uhr für den Nächsten im Einsatz: Petra Galyo arbeitet seit 15 Jahren im Institut Hartheim und ist Pflegeleiterin.
- Foto: Institut Hartheim
- hochgeladen von Michaela Klinger
Unsere Gesundheits- und Krankenpfleger leisten Herausragendes – das beweisen Corona-Helden tagtäglich in der Pandemie.
ALKOVEN. Petra Galyo ist eine von ihnen. Einige ihrer Tanten waren in der Pflege tätig, der Beruf liegt sozusagen in der Familie. Nun ist Galyo seit etwa 15 Jahren im Institut Hartheim tätig und hat seit zwei Jahren die Leitung der Pflege inne. Galyo ist rund um die Uhr für die dem Institut Hartheim anvertrauten Menschen und für die Mitarbeiter und Mitarbeiter da. Sie gibt Einblick in ihren beruflichen Alltag mit Corona und spricht über ihre Zukunftswünsche.
Frau Galyo, wann begann das Problem "Corona" für Sie?
Galyo: Wir haben uns im Institut Hartheim schon sehr früh mit dem Thema Corona beschäftigt. Aufgrund unseres ausgezeichneten Krisenmanagements hatten wir genug Zeit, Schutzkleidung zu besorgen und Krisenpläne zu entwickeln.
Welche besonderen Herausforderungen bringt die Pandemie im Umgang mit Hartheims Kunden?
Viele Menschen mit Beeinträchtigung zählen zur Hochrisikogruppe: Etliche haben Vorerkrankungen und brauchen besonderen Schutz. Gleichzeitig können viele kognitiv nicht verstehen, warum die Maßnahmen notwendig sind. Der Abstand stört sie, sie wollen in den Arm genommen werden und brauchen Struktur. Die Maßnahmen einzuhalten, ohne unsere Bewohner zu belasten, ist eine Gratwanderung.
Gab es bereits Corona-Fälle?
Die erste Infektionswelle im Frühjahr hat uns verschont, die zweite leider nicht mehr. Sowohl bei den uns anvertrauten Menschen als auch bei den Mitarbeitern gab es Infektionen. Dank des unermüdlichen Einsatzes der Mitarbeiter konnten wir die schwierige Situation dennoch meistern.
Wie wurde die Versorgung der Menschen mit Beeinträchtigung gesichert?
Mit unserem gut aufgestellten Krisenteam und unseren engagierten Mitarbeitern, denen ich meine Hochachtung für ihr Engagement aussprechen möchte. Da wurde und wird wirklich Herausragendes geleistet!
Aber auch von Ihnen: Seit Beginn der Krise sind Sie rund um die Uhr erreichbar?
Ja, denn besonders zu Beginn der Krise veränderten sich die Bestimmungen ständig. Mir ist es wichtig, eine fixe Ansprechpartnerin für alle Fragen unserer Mitarbeiter zu sein und diese stellen sich eben nicht nur wochentags von 8 bis 17 Uhr.
Woher nehmen Sie die Kraft zum Weitermachen?
Aus Rückblicken, wenn eine schwierige Situation doch gut ausgegangen ist oder eine Quarantäne-Zone wieder aufgehoben werden konnte. Das Schöne an meinem Beruf ist, dass man den uns anvertrauten Menschen so leicht eine Freude machen kann. Sie sind natürlich und spielen nichts vor. Die Bewohner zeigen ihre Gefühle offen. Bei uns herrscht eine sehr gute Stimmung im Haus, ich gehe jeden Tag gerne hinein. Auch, wenn ich natürlich die Arbeit abends "mit nach Hause nehme".
Ihr größter Wunsch für 2021?
Natürlich wünsche ich mir eine Entspannung der Corona-Situation im Beruf. Corona sollte nicht mehr alles dominieren. Wir wollen uns wieder anderen Projekten widmen können, die jetzt nachgereiht wurden. Es gibt immer was zu tun.
Und privat?
Die Öffnung der Tanzschulen und Grenzen. Ich tanze und reise wahnsinnig gerne.




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